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Toro Rosso im Aufwind

Foto: Daniel Reinhard 54 Bilder

Der Valencia-Auftritt von Sebastian Vettel fand Lob allerorten. Am Ende kassierte der junge Heppenheimer für seine gute Leistung drei WM-Zähler und ein fettes Lob vom Chef.

25.08.2008 Michael Schmidt

Zehn Minuten nach der Zielflagge von Valencia kam Red Bull-Mann Burkhard-Hummel mit dem Handy in der Hand. Sebastian Vettel übernahm mit den Worten: "Servus Chef." Am anderen Ende der Leitung war Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz. Lob von höchster stelle für seinen Musterschüler.

Vettel hat sein Punktekonto mit einem sechsten Platz auf neun Zähler ausgebaut. "Das tut genauso gut wie meine Zwischenbestzeit gestern in der Qualifikation", strahlte der Heppenheimer. Dann bedankte er sich beim Team: "Sie haben keine Fehler gemacht. Die Boxenstopps waren perfekt." Gleiches galt für den Fahrer. Die haarigste Szene hatte er beim Start. "Die Räder drehten durch, Trulli ging vorbei, und um mir den Platz zurückzuholen musste ich extrem spät bremsen. Dabei habe ich Räikkönens Ferrari leicht berührt. Das war echt eng." 

Keine Chance gegen Trulli

Der Einsatz lohnte sich nicht. Nach dem ersten Tankstopp war Trulli wieder vorbei. "Er konnte zwei Runden länger draußen bleiben als ich", bedauerte Vettel. Danach fuhr der Deutsche ein einsames Rennen. "Ich bin gegen mich selbst, gegen die Uhr und unsichtbare Gegner gefahren. Da war es schwierig, keine Fehler zu machen."

Der zehnte Platz von Sebastian Bourdais bestätigte den Aufwärtstrend von Toro Rosso. Der Franzose war in der ersten Runde mit Nick Heidfeld kollidiert und musste 17 Runden lang mit einem defekten Flügel fahren. Er wurde beim ersten Tankstopp gewechselt. Gerhard Berger und Teamchef Franz Tost stellten bei Bourdais eine leichte Steigerung fest. "Er muss aber noch mehr zeigen", fordert Berger. Bis Oktober hat der vierfache Champ Car-Meister noch Zeit.

Sechster Platz wie ein Sieg

Für Toro Rosso zählt, dass seit dem Debüt des neuen Autos die Formkurve immer noch oben zeigte. "Nur in Budapest hatten wir einen kleinen Durchhänger, weil uns für so langsame Strecken der Abtrieb fehlt", merkte Berger an. "Das wird uns in Singapur noch einmal treffen, aber sonst sollten wir überall bei der Musik sein." Fehler werden von der Truppe aus Faenza schnell abgestellt. Priorität für Toro Rosso in der Sommerpause hatte der Tank.

Er wurde so modifiziert, dass sich bei Hitze nicht mehr wie in Montreal und Budapest im Inneren der Gummiblase soviel Druck aufbaut, der dem Ventil an der Tankanlage dann signalisiert, dass es sperren soll. So gingen die Tankstopps in Montreal und Budapest in die Hose. "Diesmal lief alles perfekt", bilanzierte Teamchef Tost zufrieden. Auch Vettel zog ein positives Fazit: "Ein sechster Platz ist für uns wie ein Sieg. Wir haben nur einen Platz durch Räikkönens Ausfall geschenkt bekommen."

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