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Toro Rosso

"Punkte aus eigener Kraft sind möglich"

Foto: Red Bull 47 Bilder

Für Toro Rosso war Montreal ein kostspieliges Wochenende, das mit einem WM-Punkt belohnt wurde. Ein wichtiger Zähler, dem in Zukunft noch weitere folgen sollen.

13.06.2008 Michael Schmidt

Sebastian Vettel fuhr nach seinem Start aus der Boxengasse auf Platz acht. Einen Tag zuvor war er noch Zuschauer. Nach seinem Crash am Samstagvormittag mussten die Mechaniker aus dem Ersatz-Kit ein neues Auto aufbauen. Deshalb galt sein erster Dank nach der Zieldurchfahrt auch seinen Mechanikern: "Sie haben die ganze Nacht geschuftet und absolut perfekt gearbeitet. Dass ein neu aufgebautes Auto ohne Probleme über die Distanz kommt, ist nicht selbstverständlich."

Die Toro Rosso-Schrauber hatten in Montreal viel zu tun. Auch Sebastien Bourdais hatte am Samstag Mauerkontakt. Bei den beiden Trainingsunfällen gingen zwei Getriebe und ein Monocoque zu Bruch. Da kann man gleich einmal eine siebenstellige Summe abschreiben. Das Getriebe ist ein Federgewicht und hat seinen Preis. Der eine WM-Punkt zahlt am Saisonende die Ausgaben möglicherweise wieder zurück.

Kampfansage Richtung Japan

Zwar hat Honda Toro Rosso durch den siebten Platz von Rubens Barrichello in der Konstrukteurs-WM überholt, doch Toro Rosso-Teamchef Franz Tost ist überzeugt: "Die holen wir uns noch. Mit jedem Mal verstehen wir unser neues Auto besser. Wenn es mal läuft, sollten wir Honda schlagen können." Tost glaubt auch, dass Toro Rosso mit Toyota auf Augenhöhe kämpfen kann. Nach dem großen Punktesegen für Timo Glock und Jarno Trulli liegen die Japaner aber erst einmal zehn Punkte in Front.

Tost bleibt trotzdem optimistisch: "Ich bin überzeugt, dass wir ab jetzt regelmäßig punkten können." So sieht es auch Teambesitzer Gerhard Berger: "Mark Webber fährt mit dem Red Bull regelmäßig auf die Startplätze sechs bis acht. Da sollten wir es auf die Ränge neun bis zwölf schaffen. Von dort sind Punkte aus eigener Kraft möglich."

Reife Leistung von Vettel

Vettel bewies erneut, dass er trotz seiner 20 Jahre in die Topliga gehört. Wie in Monte Carlo fuhr der Heppenheimer ein Rennen mit Köpfchen. Diesmal musste er Angriffe von Weltmeistern und GP-Siegern abwehren. Kein einziger fand den Weg an ihm vorbei, noch nicht einmal Montreal-Sieger Robert Kubica., der sich von Runde 20 bis 36 hinter dem Toro Rosso anstellen musste. Auch Fernando Alonso, Heikki Kovalainen und Nico Rosberg warteten vergeblich auf einen Fehler des Youngsters. 

Nicht er machte den Fehler, sondern seine Verfolger. "Am meisten musste ich in der Haarnadel aufpassen, weil da die Strecke besonders schlimm aufgebrochen war. Wenn ich da einmal beim Beschleunigen auf die Steine gekommen wäre, hätte ich mich auf der Geraden nicht mehr verteidigen können." Auch als Kovalainen einmal am Ende der Geraden aufgrund des besseren Topspeeds des McLaren auf gleiche Höhe kam, bewies Vettel Nerven. Er steuerte seinen Toro Rosso durch den Notausgang. Vor einer Strafe hatte er keine Angst: "Ich habe ja keinen Vorteil aus der Aktion gezogen, weil ich noch leicht vorne lag. Hätte ich in die Schikane eingelenkt, wären wir kollidiert. Ich musste Heikki etwas Platz lassen."

Ein Problem beim Boxenstopp kostete Vettel zwei Plätze. Die Ursache ist auch nach der Untersuchung des Autos nach der Rückkehr aus Montreal nicht ganz klar. Zunächst vermutete Franz Tost ein Problem mit der Tankentlüftung, weil das Ventil der Tankanlage sperrte. "Wir sind aber auch in Monaco mit einer ähnlich hohen Spritmenge gefahren und hatten kein Problem. Es kann sich also kein zu hoher Druck innerhalb des Tanks aufgebaut haben." Toro Rosso schickte deshalb das Tankmodul zu Intertechnique. "Vielleicht war ein Sensor an der Tankanlage defekt."

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