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Toro Rosso STR8 im Technik-Check

Das Neue steckt im Verborgenen

Toro Rosso Technik Jerez F1 2013 Foto: xpb 15 Bilder

Toro Rosso will mit dem neuen STR8 Platz sechs in der Teamwertung angreifen. Wir haben uns das Auto aus der Feder von James Key und Luca Furbatto genau angeschaut. Die wichtigsten Details blieben bislang allerdings noch im Verborgenen.

15.02.2013 Michael Schmidt

Toro Rosso kämpft mit Sauber, Force India und Williams um Platz sechs in der Teamwertung. Und dieser sechste Platz ist auch das erklärte Ziel des Rennstalls aus Faenza. Es wäre ein großer Sprung nach dem neunten Rang aus dem Vorjahr. Und auch ein großer Sprung im Auszahlungsmodus von Bernie Ecclestone. Zwischen Platz sechs und neun liegen zwölf Millionen Dollar.

Es geht um Haben oder Nichthaben. Toro Rosso hat auf die Pleite des letzten Jahres reagiert. Das B-Team von Red Bull erhöhte das Budget um zehn Prozent. Und es hat unter der Leitung von James Key und Luca Furbatto ein neues Konzept auf die Räder gestellt.

Warum heißt der Toro Rosso STR8?

STR steht für Scuderia Toro Rosso. Der Rennstall debütierte 2006 in der Formel 1. Er übernahm das Erbe des Minardi-Rennstalls, zog auch in die alte Minardi-Fabrik in Faenza ein. Da wir uns im achten Jahr des Junior-Rennstalls von Red Bull befinden, liegt die Modellbezeichnung STR8 auf der Hand.

Das ist neu

Da ist die Frage erlaubt: Was ist nicht neu? Chefdesigner Luca Furbatto stellte das gesamte mechanische Konzept auf den Prüfstand. Das heißt: Fahrwerk, Gewichtsverteilung, Schwerpunkt, Verpackung von Kühlern, Elektronikboxen, KERS. James Key bestätigt: "Unter der Verkleidung ist alles anders." Das Vorjahresauto war in seinen Abstimmungsmöglichkeiten stark limitiert. "Wir waren von den Einstellmöglichkeiten nicht flexibel genug, um das Optimale aus dem Auto herauszuholen", verrät Key.

Der ehemalige Sauber-Technikchef rückte auch bei der Aerodynamik von der Handschrift seiner Vorgänger ab. Es fällt sofort ins Auge, dass Toro Rosso die Idee der stark unterschnittenen Seitenkästen aufgegeben hat. Dazu Key: "Dieses Konzept brachte nicht die Ergebnisse, die wir uns davon versprochen hatten. Und es war nicht mehr ausbaufähig." Insgesamt wirkt der Toro Rosso STR8 wie eine Kreuzung aus Red Bull und McLaren. Da hat man sich ja schon mal die richtigen Vorbilder gewählt.

Die Form der Nase ist in der Draufsicht eine 1:1 Kopie vom Red Bull. Im Profil ist sie spitzer, und sie hat keinen Höcker. Der Frontflügel hängt wie beim Red Bull nur an den hinteren zehn Zentimetern der Pylonen. An der Vorderachse blieb man der Druckstrebentechnik treu. "Für eine Pullrod-Entwicklung fehlte die Zeit", lächelt Key.

Die Seitenkästen erinnern am Einlass an den Red Bull und am Ende an den McLaren. Vorne mit starkem Einzug, hinten dagegen eher moderat. In der Mitte ist die Bodenplatte auf eine Länge von etwa einem Meter nach oben gewölbt. Der Auspuff ist McLaren-like und bläst leicht schräg aus einer Beule im Seitenkasten.

Die Flaschenhalsform ist extrem stark ausgeprägt. Das bedeutet viel freie Fläche auf der Bodenplatte im Heck. Die Hinterradaufhängung wurde angehoben. Das verbessert die Strömung zum Diffusor. Die Heckflügelendplatten sind unten über die volle Breite gefächert. Der Diffusor weist an der Oberseite - wie mittlerweile üblich - eine doppelte Abschlussleiste über die gesamte Breite auf.

Aufgepasst

James Key hat das Konzept des Autos auf den Kopf gestellt, blieb aber bei Detaillösungen auf der sicheren Seite. Es hätte zu viel Risiko bedeutet, bei bestimmten Komponenten neue Wege zu bestreiten. Aber das kann noch kommen. "Wir haben jetzt eine Startbasis. Die müssen wir zuerst verstehen. Dann lässt sich darauf aufbauen. Das Auto wird sich im Verlauf der nächsten Wochen noch stark verwandeln. Wir gehen Schritt für Schritt vor um uns nicht zu verzetteln", erklärt Key. Mit dieser analytischen Herangehensweise hatte der Engländer schon bei Force India und Sauber Erfolg.

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Nase, vorderer Teil der Seitenkästen, Diffusor und Hinterradaufhängung sind Copyright Red Bull. Der Auspuff könnte von McLaren stammen. Eigene Wege geht Toro Rosso bei Front- und Heckflügel. Aber das war schon im letzten Jahr so.

Das kommt noch

Dieser Toro Rosso ist ein Baukasten. Der STR8 ist so ausgelegt, dass er den Ingenieuren viel Entwicklungsspielraum lässt. Deshalb sind über das ganze Auto verteilt viele Neuentwicklungen zu erwarten. Daniel Ricciardo war schon mit der Basisversion zufrieden: "Das Auto macht, was wir von ihm erwartet haben."

Die Optik

Optisch machte der Toro Rosso schon immer eine gute Figur. Es gibt nichts am Auto, was das Auge stört. Okay, die Seitenkästen sind ein bisschen langweilig, aber da gibt es schlimmere Beispiele. Wir geben dem Outfit eine 8 von 10.

Die Chancen für den Toro Rosso STR8

Der Toro Rosso ist schwer einzuschätzen, weil noch viele neue Teile folgen sollen. Das Team aus Faenza hat viel vor. Deshalb wurde eigens eine neue Abteilung unter dem Titel "Vehicle Dynamics" gegründet. Sie soll einmal zehn Ingenieure umfassen.

Der erste Eindruck ist gut, doch wie bei allen Teams aus dem Mittelfeld stellt sich die Frage, wie Toro Rosso die Doppelbelastung 2013 und 2014 verkraftet. James Key bedauert: "Selbst wenn wir dieses Jahr alles richtig gemacht hätten, wir können fast nichts mit ins Jahr 2014 hinüberretten." Einen Vorteil gegenüber Vorjahr sieht James Key noch: "Wir haben jetzt zwei Fahrer, die ihre Lernphase hinter sich haben."

Testeindruck

Toro Rosso war bei der Musik. Dort, wo man mitgeigen will, ist die Konkurrenz groß. Sauber erzielte leicht schnellere Rundenzeiten, allerdings mit einem Debütanten. Force India war am letzten Testtag offenbar darauf aus, Jules Bianchi eine schnelle Rundenzeit zu ermöglichen. Williams fuhr noch mit dem alten Auto außer Konkurrenz mit.Mit 330 Runden zählte Toro Rosso zu den fleißigsten Teams. Aber die Standfestigkeit war schon im letzten Jahr das geringste Problem des italienischen Rennstalls.

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