Für Suzuka-Neulinge zählt jeder Kilometer. Nachdem das Freitagstraining wegen Regen buchstäblich ins Wasser gefallen war, konzentrierte sich alles auf den Samstag. Für die Toro Rosso-Piloten hieß deshalb die Devise: Fahren, fahren, fahren und so wenig Zeit wie möglich an den Boxen zu verbringen.
Fahrer müssen Strecke lernen
Weder Sebastien Buemi noch Jaime Alguersuari kannten die schwierige Strecke von Suzuka. Aufgrund des Regens am Freitag war die Piste am Samstag noch "grün" und veränderte sich mit jeder Runde. Außerdem blies ein starker Wind. "Da war Fahrpraxis um so wichtiger. Die Fahrer brauchen hier Vertrauen", erklärte Teamchef Franz Tost.
Sebastien Buemi zählte mit 26 Runden zu den Fleißigsten. Sein Kollege Alguersuari brachte es nur auf 20 Runden. Die Ingenieure riefen ihn zum Wechsel der vorderen Federn an die Box. Dabei bettelte der Spanier am Funk: "Lasst mich fahren, ich muss die Strecke lernen." Der Federwechsel kostete den englischen Formel 3-Meister mehr Zeit als eingeplant, weil es beim Einbau einer Feder Probleme gab.
Auch goldene Federn helfen nicht
Franz Tost wollte nicht glauben, was er sah: "Die Ingenieure hätten dem Alguersuari goldene Federn einbauen können. Es wäre immer noch besser gewesen, wenn man ihn hätte mehr Runden fahren lassen. Die heutige Ingenieursgeneration sind Computer-Attentäter. Die leben in ihrer Datenwelt und nicht im richtigen Leben."
Im Qualifying wurden die Thesen von Tost noch einmal bestätigt - allerdings hätte der Teamchef gerne darauf verzichtet. Buemi crashte gleicht zweimal, Alguersuari stopfte seinen Toro Rosso schon beim ersten Mal so vehement in die Mauer, dass nichts mehr ging.





