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Toro Rosso-Duell

Vergne und Ricciardo im Löwenkäfig

Vergne Ricciardo Toro Rosso 2012 Foto: xpb 23 Bilder

Für die Toro Rosso-Junioren Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne geht es gleich im ersten Formel 1-Jahr ums Ganze. Bei Red Bull gilt: Wer versagt, fliegt raus, wer Gas gibt, dem kann 2013 das Webber-Cockpit winken.

28.02.2012 Michael Schmidt

Red Bull-Berater Helmut Marko hat einmal gesagt: "Toro Rosso ist kein Seniorenheim." Soll heißen: Wer den Platz im Nachwuchsteam des österreichischen Softdrinkherstellers bekommt, der muss ihn sich auch verdienen. Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari wurde nach drei Jahren Ausbildung in der höchsten Spielklasse der Laufpass gegeben. Die Nachricht schlug im Dezember ein wie eine Bombe.

Jetzt stehen Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo auf dem Prüfstand. Sie wissen, was ihnen blüht, wenn die Leistung nicht stimmt. Sie wissen aber auch, wie die Belohnung aussieht, wenn das Plansoll übererfüllt wird. Der Sitz neben Sebastian Vettel im Red Bull ist der begehrteste im Fahrerlager. Und Mark Webber fährt nicht mehr ewig.

Erster Gegner im eigenen Lager

Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne sind unterschiedliche Typen. Der eine ist ein typischer Australier. Locker, immer fröhlich, immer ein lockerer Spruch auf den Lippen. Der andere wirkt verbissener, kühl und berechnend. Ein erster Eindruck, der täuschen kann. Jean-Eric Vergne hat vor nichts und niemandem Angst.

"Ich fühle mich für die Formel 1 bereit", erzählte er schon vor seiner ersten Testfahrt in Jerez. "Ich habe viel Erfahrung im Simulator gesammelt, bin drei Freitagstrainings gefahren, habe den Toro Rosso und den Red Bull in Abu Dhabi getestet." An die Möglichkeit, 2013 Mark Webber zu ersetzen, denkt der 22-jährige Franzose nicht. "Mein Gegner heißt Ricciardo. Er sitzt im gleichen Auto wie ich."

Auch Ricciardo hat das teaminterne Duell fest im Blick. "Toro Rosso ist ein Mittelfeld-Team. Wir wollen wenigstens auf Platz sieben, besser noch auf Platz sechs fahren. Und ich muss schauen, dass ich vor meinem Stallgefährten ankomme." Da ist für Spannung im Löwenkäfig gesorgt.

Toro Rosso-Kampf im Mittelfeld

Wo steht Toro Rosso nach zwei Testwochen? Ricciardo will sich noch nicht festlegen: "Das Bild ist noch unklar. Mein Gefühl ist gut. Wir sollten auf jeden Fall in der gleichen Gruppe kämpfen, in der dieses Team schon letztes Jahr war." Also Preisklasse Force India, Sauber, Williams.

Der 22-Jährige aus Perth hat mit Red Bull wenigstens einen Vergleichsmaßstab, den andere nicht haben. "Wir sind nicht bis auf ein Zehntel an Red Bull herangekommen", grinst Ricciardo breit. "Das wäre zu viel verlangt. Aber wenn wir den Rückstand etwas verkürzen könnten, wäre das schon ein positives Zeichen."

Ricciardo-Vorsprung von elf Rennen

Ricciardo kennt die Formel 1 von seinen elf Einsätzen 2011 bei Hispania. "Da war die Zahl meiner Gegner begrenzt. Ich werde dieses Jahr deutlich mehr Zweikämpfe haben." Auch für Vergne ändert sich die ganze Perspektive. "In der Renault-Weltserie fährst du für Teams, die aus 30 bis 40 Leuten bestehen. Jetzt sind es 250 Leute."

In seiner ersten Saison will der GP-Neuling erst einmal lernen, sich damit aber nicht allzulange aufhalten. "Wichtig für mich wird sein, die Zahl der Fehler so gering wie möglich zu halten." Das Fernziel wird ohne Umschweife definiert: "Ich will nicht in der Formel 1 nur dabei sein. Ich will einer ihrer Besten werden." Vettel hat es ja auch geschafft, und der ist durch das gleiche System gegangen wie Vergne und Ricciardo.

Von seinem Erfahrungsvorsprung in Höhe von elf GP-Starts wird Ricciardo nicht lange zehren können. "Ich werde bei den ersten Rennen etwas weniger nervös sein als er, weil ich schon weiß, was auf mich zukommt", hofft der Australier vor seinem ersten Formel 1-Heimspiel in Melbourne. "Doch Jean-Eric wird schnell aufholen. Er hat den Bonus, die vollen Wintertestfahrten zu bestreiten. Den hatte ich im letzten Jahr nicht."

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