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Toro Rosso

Viele Defekte, wenig Vertrauen

Foto: dpa 41 Bilder

Für Sebastian Vettel war der Lauf des GP Bahrain wie in Melbourne schon früh zu Ende. Nach einem Blitzstart fuhr ihm in der ersten Kurve Giancarlo Fisichella gegen den Frontflügel.

07.04.2008

"Ich bin wie eine Rakete gestartet, aber dann wurde es innen in der ersten Kurve eng. Das wäre ja noch gegangen, hätte mich in der vierten Kurve nicht wieder einer auf die Hörner genommen. Irgendjemand krachte mir ins Heck. Ich musste das Auto abstellen." Der Irgendjemand war Jenson Button, der später noch mit David Coulthard in eine Rempelei verwickelt war.

Bahrain: Außer Spesen nichts gewesen

Für Toro Rosso galt in Bahrain: Außer Spesen nichts gewesen. Sebastien Bourdais landete auf Platz 15. Der Franzose hakte seinen dritten Grand Prix als "eine nützliche Erfahrung" ab. Die Fahrer freuen sich schon auf das neue Auto, das Mitte Mai in der Türkei debütiert. Der erste Probelauf des Toro Rosso STR3-Ferrari fand bereits statt - auf der Testpiste von Vairano. Vor dem GP Spanien wird in Barcelona getestet. Trotzdem muss eine Woche später in Barcelona noch einmal das alte Auto ran. "Es ist jetzt am Limit", konstatiert Teamchef Franz Tost. "Bei den Testfahrten hatten wir noch Anschluss ans Mittelfeld, aber jetzt, wo bei uns Stillstand herrscht und die anderen ihre neuen Autos weiterentwickeln, verlieren wir an Boden." Toro Rosso hatte es für die ersten vier Rennen hauptsächlich deshalb eingeplant, weil es als bekannte Größe Standfestgkeit garantieren sollte. Die reibungslose Vorbereitungsphase schien dem Schachzug Recht zu geben. Umso erstaunlicher die Schadensliste der ersten drei GP-Wochenenden. Hydraulikleck, undichter Dichtungsring der Antriebswelle, Getriebeschaden, Motorplatzer, durchgebrannter Auspuff. Tost resümiert: "Drei Schäden gehen auf menschliches Versagen zurück. Wir müssen mehr Sinn fürs Detail entwickeln."

In Malaysia fehlte den Toro Rosso der Abtrieb. In Bahrain sollte das keine Rolle spielen, "doch da haben wir nicht das Beste aus dem Auto herausgeholt", wie sich Sebastian Vettel ausdrückte. Es war so ein Wochenende, wo das Auto von der ersten Runde an nicht auf Touren kommen wollte und sich gegen jede Abstimmungsänderung sträubte. Die Toro Rosso bauten keinen Grip auf, was sich schon daran festmachen ließ, dass man nicht wie die anderen davon profitierte, dass mit jeder Runde mehr Gummi auf die Fahrbahn tapeziert wurde. "Die anderen wurden schneller, wir traten auf der Stelle. Wir haben alles probiert, doch ein richtiger Schritt nach vorne ist mir nicht gelungen", schüttelte Vettel den Kopf. "Normalerweise hat man vorne oder hinten ein Problem, und dann rettet man sich mit einem Kompromiss darüber hinweg. Diesmal stimmte es vorne und hinten nicht. Mir fehlte das Vertrauen ins Auto."

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