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Total-Sprit kam mit Verzögerung

12 PS mehr mit neuem Benzin

Total Benzin - GP Spanien 2014 Foto: ams

Die Mercedes-Teams sind immer noch die schnellsten auf der Geraden. Doch Renault holt auf. Kraftstofflieferant Total brachte neues Benzin mit nach Barcelona. Allerdings gab es den neuen Power-Sprit nur für Red Bull. Wir erklären warum.

18.05.2014 Michael Schmidt

Der Top-Speed spricht eine klare Sprache. Mercedes brachte in Barcelona sieben seiner acht Autos in die Top Ten auf der Zielgeraden. Felipe Massa im Williams-Mercedes führte mit 342,3 km/h die Rangliste an. Gefolgt von Sergio Perez im Force India-Mercedes mit 338,2 km/h.
 
Seit geraumer Zeit nistet sich auch ToroRosso mit Renault-Motoren in den Spitzenpositionen auf der Geraden ein. "Weil sie mit extrem wenig Abtrieb fahren", erklärt Red Bull-Technikchef Adrian Newey.

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Der Toro Rosso STR9 produziert trotz kleiner Flügel immer noch anständige Rundenzeiten. Bei Red Bull ist das wegen der extremen Anstellung des Autos nicht möglich. Das Weltmeister-Team braucht Motor-Power, um auf der Geraden nach vorne zu kommen.

Mehr Power über die MGU-H

Die Konkurrenz von Mercedes holt mühsam auf. Renault und Ferrari nutzen immer besser die elektrische Energie. Vor allem im zweiten Teil der Geraden, wo der Top-Speed gemessen wird. Dort bestimmt die MGU-H die Power.
 
Mercedes-Motorenchef Andy Cowell erklärt: "Die Energie, die sie durch die MGU-H gewinnen können, bestimmt, wie lange sie mit eingeschalteter MGU-K innerhalb einer Runde fahren können. Wir jagen alle der Utopie nach, dass die MGU-K auch bei langen Rennstrecken permanent Saft liefert."

Benzin bringt die größten PS-Sprünge

Die größten PS-Sprünge beim Verbrennungsmotor werden mit dem Kraftstoff erzielt. "Da sind bis zu 20 PS drin. Mercedes hat auch da einen Vorteil. Man sieht es im Vergleich zu seinen Kundenteams", glaubt Red Bull-Teamchef Christian Horner.
 
Das betrifft hauptsächlich McLaren. Sie verwenden als einziges Mercedes-Team Kraftstoff von Mobil. Der Petronas-Sprit des Werksteams, von Force India und Williams, soll mehr PS mobilisieren.
 
Renault-Motorenchef Rob White fügt hinzu: "Die Benzinlieferanten haben bei den Turbomotoren bei Null begonnen. Deshalb sehen wir am Anfang große Leistungssprünge. Ziel ist es, die Zündung so weit wie möglich vorzustellen ohne Klopfschäden befürchten zu müssen." Shell brachte in Malaysia und China neuen Sprit für die Ferrari-Teams mit. Total zog für Renault in Barcelona nach.

Total-Sprit erst im zweiten Anlauf genehmigt

Die erhoffte Leistungsspritze von 12 PS durch den neuen Kraftstoff kam mit Verspätung. Zunächst schaffte der Sprit die Homologation nicht. Total besserte nach, und Red Bull bezahlte viel Geld, damit die Firma Calibra eine 24 Stunden-Schicht einlegt, um den Kraftstoff noch rechtzeitig für den Durchflussmengen-Sensor zu kalibrieren. Der kam am Samstag in Barcelona an.

Klar, dass Red Bull das Benzin zunächst exklusiv bekam. Lotus, Toro Rosso und Caterham müssen sich bis Monte Carlo gedulden. Bis dahin wird Renault die Motorsoftware auf das neue Benzin auch noch besser abstimmen. Das könnte einen weiteren Schub geben.

Red Bull rechnete aus, dass der Nachteil auf die Mercedes auf der Geraden von einer Sekunde auf sieben Zehntel schrumpfte. Nico Rosberg erzielte im Rennen einen Top-Speed von 334,5 km/h. Daniel Ricciardo wurde mit 328,8 km/h gemessen. Horner glaubt: "Wenn wir 50 Prozent unseres Motordefizits aufholen, können wir Mercedes schlagen."

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