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Die Pläne von Toto Wolff

Der neue starke Mann bei Mercedes

Toto Wolff Mercedes Foto: Mercedes 51 Bilder

Toto Wolff wird das neue Gesicht von Mercedes-Motorsport. Der Österreicher weiß, dass er vor einer großen Aufgabe steht. In der Formel 1 und der DTM warten einige Baustellen, zu denen sich der 41-Jährige jetzt erstmals in seiner neuen Funktion äußerte.

22.01.2013 Tobias Grüner

Toto Wolff ist neuer Chef von Mercedes Benz Motorsport. Ganz angekommen ist der Grazer in seiner neuen Aufgabe aber noch nicht. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Autobauer und der Erwerb von 30 Prozent der Formel 1-Teamanteile sei relativ schnell gegangen verriet er am Dienstag (22.1.2013) in einer Gesprächsrunde.

Große Pläne oder Veränderungen in der Struktur des F1-Rennstalls konnte Wolff deshalb zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ankündigen: "Ich muss mir erst ein Bild machen. Ich kenne noch nicht alle handelnden Personen in Brackley und muss erst einmal die vorhandenen Ressourcen analysieren." Noch nie habe er für eine großen Konzern wie Mercedes gearbeitet. Für die große Aufgabe vor seiner Brust brauche er wohl "Baldriantropfen - und zwar intravenös", scherzte Wolff. Trotzdem sei er optimistisch.

Die dringendste Frage der Fans konnte er allerdings noch beantworten: Wann feiern die Silberpfeile endlich wieder Erfolge? "Uns ist allen bewusst, dass wir etwas tun müssen. Der Erfolg soll sich so schnell wie möglich einstellen." Spätestens mit der großen Regelreform 2014 muss Mercedes wieder vorne mitkämpfen. "Wir haben einen tollen Motor und sehr gute Fahrer. In der Vergangenheit war aber sicher nicht alles schlecht. Ich hoffe, dass ich jetzt schnell verstehe, was gut funktioniert hat und was nicht und dann an der ein oder anderen Stellschraube drehe."

Verpflichtung von Paddy Lowe "Spekulation"

Zur Personalie Paddy Lowe wollte sich Wollf nicht konkret äußern. Gerüchten zufolge steht der McLaren-Sportdirektor kurz vor dem Wechsel zu den Silberpfeilen. Wie die britische BBC berichtet, plant Mercedes sogar, Ross Brawn mittelfristig durch Lowe zu ersetzen. Von McLaren gab es noch keine konkrete Absage. Auch das Dementi von Wolff kam nur halbherzig: "Das habe ich auch gelesen. Es ist aber alles Spekulation. Da kursieren gerade viele Gerüchte", so der knappe Kommentar des Österreichers.

Auf Wolff wartet jede Menge Arbeit, das Team wieder in Schwung zu bringen. Er wird sich künftig um die kaufmännische Seite des Rennstalls kümmern. Technische Fragen gehören weiter in den Zuständigkeitsbereich von Ross Brawn. Dort will er sich nicht einmischen. Pläne Brawn zu ersetzen seien ihm nicht bekannt. Was aus Nick Fry wird, der sich bisher um die kommerzielle Seite gekümmert hatte, sei noch nicht klar.

Die neue Doppelspitze bezeichnete Wolff als moderne Teamstruktur. Man müsse sich von alten Vorstellungen eines Rennstalls mit einem starken Teamchef verabschieden. Mit Niki Lauda gibt es noch einen weiteren Häuptling, der aber nicht direkt in das Tagesgeschäft involviert ist. Wolff befürchtet nicht, dass zu viele Köche den Brei verderben. "Wenn es gute Köche sind, kann trotzdem etwas Gutes dabei herauskommen."

Interessenskonflikt mit Williams und HWA?

Dass seine Beteiligung am Williams-Team zu einem Interessenskonflikt führen kann, glaubt der neue starke Mann bei Mercedes nicht. "Ich habe meine operativen Funktionen dort abgegeben." Er wollte sich aber nicht von von heute auf morgen komplett von seinem ehemaligen Team verabschieden. Wolff deutete allerdings die Möglichkeit an, dass er seine Williams-Anteile in der Zukunft abstoßen könnte.

Auch in der DTM erwartet Wolff ein Interessenskonflikt. Als Mercedes Sportchef ist er für sportliche Budgets verantwortlich. Als Miteigentümer des HWA-Werksteams profitiert er von den Investitionen des Herstellers. "Das Thema Compliance ist sehr wichtig. Ich bin mir des möglichen Interessenskonflikts bewusst und werde versuchen ihn zu vermeiden." Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Norbert Haug will Wolff übrigens nicht zu allen DTM-Rennen gehen. "Nur zu den wichtigen Events."

Wolff will Kubica eine DTM-Chance geben

Bei der Formel 1 wird Wolff dagegen ein regelmäßiger Gast. Er wird auch hauptsächlich von England aus arbeiten. Die DTM sollte er vom Schreibtisch in Brackley aber nicht vernachlässigen. In den nächsten Wochen warten hier wichtige Entscheidungen. Wolff bestätigte Überlegungen, in der Saison 2013 nur noch sechs statt acht Autos einzusetzen. Nach Informationen von auto motor und sport ist die Entscheidung allerdings schon zugunsten einer Reduzierung gefallen.

Auch personell gibt es noch offene Fragen. Wolff bestätigte erstmals offiziell, dass Robert Kubica diese Woche in Valencia ein DTM-Auto testen darf. "Wir wollten ihm die Chance geben, einen DTM-Mercedes zu fahren. Wir werden den Test in Valencia analysieren und dann überlegen, ob wir ihn in unser Team integrieren können." Unklar ist, ob Kubica physisch fit genug ist. Für ein Comeback in einem Formel-Rennwagen wäre es momentan noch zu früh, verriet Wolff.

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