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Toto Wolff glaubt an Hamilton

"Chancen liegen zu 90 % bei Lewis"

Toto Wolff - Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 20. November 2014 Foto: ams 115 Bilder

Der Zweikampf im Mercedes-Lager ist das große Thema beim GP Abu Dhabi. Teamchef Toto Wolff gibt beiden Fahrern die Freiheit, Psychospielchen zu spielen. Die Bosse versuchen im Moment der Entscheidung auch den Verlierer zu würdigen.

20.11.2014 Tobias Grüner

Toto Wolff gibt zu, dass er sich momentan in einer Luxusposition befindet. Beide WM-Titel sind eingetütet. Es ist nur noch die Frage offen, welcher Mercedes-Fahrer am Ende ganz vorne in der Tabelle steht. "Die Wahrscheinlichkeit sagt, dass die Chancen zu 90 Prozent bei Lewis liegen. Das habe ich Nico aber genauso schon im Sommer gesagt, da waren es 74 Prozent auf seiner Seite. Das ist Motorsport. Da hilft die Mathematik nicht immer weiter", gibt der Österreicher zu bedenken.

Wolff erwartet hartes Duell zwischen Rosberg und Hamilton

Die Ausgangslage ist klar: "Nico muss gewinnen. Lewis will beweisen, dass er ein würdiger Weltmeister ist. Ich glaube, es wird ein hartes Rennen. Aber es wird nicht so weit gehen, dass sich beide gegenseitig ins Auto fahren. Dafür haben beide zu viel zu verlieren", prophezeit Wolff. Die Anspannung im Team sei bereits jetzt zu spüren: "Man merkt, dass es um etwas geht. Es ist intensiver. Beide versuchen die Geräusche um sie herum abzuhalten. Kommunikation wird nur noch mit denen geführt, die für das Rennwochenende absolut notwendig sind."

Rosberg gehe nicht chancenlos in das Finale. Der Weg zum Titel ist allerdings nicht leicht. "Es müsste schon eine Kollision geben, aus der er besser herauskommt als Lewis", analysiert Wolff die Situation. "Aber es ist unmöglich so etwas in einem Formel 1-Auto zu steuern. Auch für die besten Fahrer der Welt ist das nicht planbar."

Der Teamchef rät seinem deutschen Schützling eher, den Druck auf den britischen Kollegen zu verstärken: "Sie müssen natürlich alles an Psychospielen auspacken. Du musst Dir einen Vorteil verschaffen und den anderen unter Druck setzen. Ich würde mir alles anschauen, was ihn in der Vergangenheit in Fehler getrieben hat."

Mercedes lässt Psychospielchen zu

Einmischen will sich die Teamführung nicht in den Kampf: "Wir lassen ihnen weitestgehend freie Hand. Das ist auch leicht zu sagen, denn beides sind gute Jungs. Keiner der beiden ist hinterhältig. Die Transparenz werden wir auch dieses Wochenende beibehalten. Solange die Regeln eingehalten werden, haben wir kein Problem damit, wenn der ein oder andere versucht, sich einen psychologischen Vorteil zu verschaffen. Das gehört ja in der Formel 1 dazu."

Schon in der ganzen Saison tobt das Silberpfeil-Duell auf Hochtouren. Wolff erinnert sich an ein aufregendes Jahr: "Wir haben die Regeln zum Jahresbeginn diskutiert. Dann kam unsere unglückliche Kommunikation in Ungarn, die nicht klar und eindeutig war. Davor ist Lewis das Auto in der Sachskurve von Hockenheim geradeaus gefahren, weil wir den Bremsdefekt hatten. Dann hat es sich zugespitzt. Spa war dann der Höhepunkt."

Nach dem Belgien-Wochenende haben sich alle Beteiligten zusammengesetzt und erneut über das Verhältnis diskutiert. "Das war für uns aber ein ganz essentieller Moment, noch einmal daran zu erinnern, was wir uns am Jahresanfang versprochen haben. Nach Spa haben wir alle Rennen gewonnen. Die Erinnerungsauffrischung hat also funktioniert."

Mercedes will sich neutral verhalten

Am Rennsonntag steht Wolff die letzte große Aufgabe bevor. Er muss den Verlierer trösten: "Lewis hat mal gesagt: Es wird für den einen der beste Tag und für den anderen der schlimmste Tag des Lebens. Das wissen wir. Daran können wir nicht viel ändern. Es wird große Ausschläge an Emotionen geben. Wir werden versuchen uns neutral zu verhalten."

"Wir werden nicht himmelhochjauchzend durch die Gegend hüpfen, weil wir Respekt vor dem anderen haben. Wir werden aber auch nicht in Depressionen verfallen, weil er es nicht geschafft hat. Wir werden den Weltmeister der Öffentlichkeit präsentieren, aber wir können den anderen nicht vergessen. Da müssen wir die richtige Balance finden, um Respekt vor der Leistung von beiden zu zeigen."

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