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Trainingsanalyse GP Malaysia 2013

Reifen machen Räikkönen wieder zum Favorit

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP Malaysia - 22. März 2013 Foto: Daniel Reinhard 70 Bilder

Die Reifen sind das große Thema am ersten Trainingstag zum GP Malaysia. Auch beim zweiten Rennen wird der Reifenverschleiß und nicht der Speed der Matchwinner sein. Kimi Räikkönen scheint erneut die besten Karten in der Hand zu halten.

22.03.2013 Michael Schmidt

Der erste Trainingstag zum GP Malaysia brachte einen Sieger. Kimi Räikkönen fuhr die schnellste Runde des Tages, und der Finne machte auch im Dauerlauf die beste Figur. Sebastian Vettel lag zwar nur um 0,019 Sekunden zurück, machte aber trotzdem ein sorgenvolles Gesicht.
 
Der ernüchternde Kommentar des Weltmeisters: "Man muss keine Genie sein, um vorherzusagen, dass am Sonntag viel über die Reifen geht. Ähnlich wie die vergangene Woche in Melbourne tun wir uns ziemlich schwer, aber ich glaube, das geht allen so. Ich hoffe, die Anzahl der Reifen, die wir verwenden dürfen, reicht aus." Die TV-Bilder gaben dem Weltmeister Recht. In Zeitlupe war schön zu beobachten, wie den Fahrern die Gummistücke um die Ohren flogen.

Pirelli prophezeit drei Stopps in Malaysia

Pirelli-Rennleiter Paul Hembery hält das für Panikmache. "Wir können von einem Dreistopprennen ausgehen. Ich rechne mit knapp über 20 Runden für die harten Reifen und 14 bis 15 für die weichen. Es gibt aber teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Teams." Soll heißen: Einige werden vielleicht vier oder fünf Stopps brauchen. Wenn es trocken bleibt.

Die Klagen der Fahrer kann Hembery schon nicht mehr hören. "Das war doch in den letzten beiden Jahren zu Saisonbeginn nicht anders. Nach sechs Rennen beruhigen sich alle wieder. Dann haben sie die Reifen verstanden."

Neben dem Verschleiß gab es aber noch ein anderes beunruhigendes Thema. Bei Max Chilton und Mark Webber riss es am Nachmittag teilweise große Gummistücke aus der Lauffläche. An ein Weiterfahren war nicht mehr zu denken.

Hembery glaubt nicht, dass man im Bezug auf die Gummimischungen einen Schritt zu weit gegangen ist: "Wenn wir dieses Gefühl hätten, würden wir etwas an den Reifen ändern. Aber darüber wären Teams wie Lotus und Ferrari sicher nicht happy. Fragen Sie einfach mal bei Kimi nach. Von dem habe ich noch keine Klagen gehört."

Hamilton mit dem längsten Stint

Da liegt der Punkt. Der Lotus und der Ferrari gehen sorgsam mit ihren Reifen um. Auch der Force India zählt dazu. Red Bull ist schnell auf eine Runde, kann aber das Tempo nicht auf die Distanz konservieren. Außer man wählt weniger aggressive Sturz- und Vorspureinstellungen. Das aber kostet Rundenzeit im Training. Deshalb spulte Sebastian Vettel am Morgen einen Longrun über 15 Runden mit den harten Reifen ab. Der war nicht einmal schlecht. Erst in den letzten vier Runden brachen die Rundenzeiten um vier Sekunden ein.

Länger war nur Lewis Hamilton unterwegs. Der Mercedes-Pilot drehte am Nachmittag 16 Runden am Stück. Er hielt seine Reifen besser in Schuss, hatte aber seinen Stint auch drei Sekunden langsamer als Vettel begonnen. Dann kam der Regen. Deshalb fielen für die meisten Teams die Dauerläufe auf weichen Reifen ins Wasser.

Viele rüsteten vor dem Regen noch schnell um, konnten die Aero-Balance aber nicht mehr anpassen. Die Ergebnisse haben deshalb nur wenig Aussagekraft. Pirelli las aus seinen Daten: Die harten Reifen bauen um 0,15 Sekunden pro Runde ab, die weichen um das doppelte.

Ferrari will mutiger mit der Strategie sein

Ferrari war mit dem ersten Trainingstag zufrieden. "Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Melbourne. Im Renntrim sind wir gut dabei", freute sich Teamchef Stefano Domenicali. Diesmal will Ferrari bei der Strategie etwas mutiger sein. "Wir hätten Alonso in Melbourne mit einer Zweistopp-Strategie losschicken können." Die Rennanalyse ergibt, dass der Spanier dann gewonnen hätte.

Felipe Massa sah allerdings auch fünf Tage nach dem Auftaktrennen für sich keine Chance auf ein Zweistopp-Rennen. "Mein Fahrstil strapaziert die Hinterreifen mehr als der von Fernando." Das wird wohl auch für Malaysia gelten. Sepang ist wie Melbourne ein Kurs, der den Hinterreifen mehr zusetzt als den Vorderreifen.

Force India hält zwei Stopps für möglich

Force India hatte seinen Reifenverschleiß in Melbourne besser eingeschätzt als Ferrari. Und man sieht auch für Malaysia nicht schwarz. Adrian Sutil traute sich zu sagen: "Wenn man gut aufpasst, könnte man sogar mit zwei Stopps über die Distanz kommen." Die Force India muss man deshalb zumindest als Außenseiter-Tipp auf der Rechnung haben.

Und die Mercedes? In der Rangliste verstecken sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton auf den Plätzen 7 und 9. Doch beide Fahrer hatten den Befehl, sich ausschließlich auf die Rennvorbereitung zu konzentrieren. Mit wenig Sprit im Tank will man es erst kurz vor dem Qualifying probieren. Die neue Taktik ist eine Reaktion auf den Saisonauftakt. Mercedes war in Melbourne das gleiche passiert wie Ferrari.

"Wir waren mit der Abstimmung aus Angst um die Hinterreifen zu vorsichtig", übte Hamilton Selbstkritik. Sportdirektor Toto Wolff gab ihm Recht: "Manchmal ist es besser an der Abstimmung des Autos zu arbeiten als seine Zeit mit der Erprobung neuer Teile zu verschwenden, die dann ein Zehntel bringen. Eine gute Rennabstimmung kann bei diesen Reifen viel mehr wert sein."

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