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Trainingsanalyse GP Abu Dhabi

Entscheiden die Reifen den WM-Poker?

Lewis Hamilton - GP Abu Dhabi Foto: McLaren 25 Bilder

Der erste Trainingstag zum GP Abu Dhabi brachte mit Sieger Lewis Hamilton eine faustdicke Überraschung. Während die Konkurrenz noch rätselt, wie stark der McLaren wirklich ist, deutet sich ein Reifendrama an. Der weiche Reifen ist fast so schlimm wie in Montreal.

13.11.2010 Michael Schmidt

Was haben wir vom ersten Trainingstag des WM-Finales gelernt? Gibt die Reihenfolge am Freitag schon Aufschluss über das, was am Sonntag passieren könnte? Die größte Überraschung lieferte der Mann ab, der die geringsten Chancen hat Weltmeister zu werden. Lewis Hamilton markierte die Bestzeit mit einem Respektabstand von 0,257 Sekunden auf Sebastian Vettel.

Bei Red Bull hofft man auf eine Showzeit des Engländers, doch das ist eher unwahrscheinlich. Hamiltons beste Runde von 1.40,888 Minuten war die sechste eines Siebenrunden-Turns. Im Verlauf dieses Abschnitts fuhr der letztjährige Trainingsschnellste noch zwei weitere 1.41er Zeiten.

Setup-Experimente bei McLaren

McLaren experimentierte mit zwei komplett unterschiedlichen Abstimmungen, wobei sich die von Hamilton als die eindeutig bessere erwies. Jenson Button war mit seinem Alternativ-Setup um 1,244 Sekunden langsamer. Red Bull wunderte sich vor allem über Hamiltons starke Zwischenzeit in Sektor 3. Das ist eigentlich der Streckenabschnitt, der den Red Bull gehören sollte. Hamiltons starke Form in dem kurvenreichen Abschnitt deutet darauf hin, dass der WM-Vierte mit viel Abtrieb unterwegs war.

Sebastian Vettel und Mark Webber dagegen waren mit flach eingestellten Flügeln unterwegs, um auf den zwei langen Geraden nicht zuviel Zeit zu verlieren. Red Bull wird im dritten Training deshalb den Anpressdruck erhöhen. Außerdem sind ab Samstag die Rennmotoren im Einsatz. Vettels Freitagsmotor hatte vor Beginn der Trainingssitzungen schon 2.300 Kilometer auf der Uhr. Webber musste zwischen den Trainingssitzungen sogar sein Triebwerk tauschen lassen, weil man dem Motor vom Morgentraining den Einsatz am Nachmittag nicht mehr zutraute.

Hamilton-Sieg würde Alonso helfen

Ein Sieger Hamilton würde die WM-Chancen von Vettel und Webber deutlich verringern. Die Punktabstände ab Platz zwei sind so knapp, dass sich Fernando Alonso gegenüber Webber einen fünften Platz und gegenüber Vettel einen achten Rang leisten könnte. Alonso ließ die Bestzeit von Hamilton kalt, obwohl ihm ein Sieg des McLaren-Piloten Recht sein könnte. Hamilton wäre allerdings auch einer, der dem Spanier Punkte wegnehmen könnte, sollten die Red Bull-Piloten im Abschlusstraining dann doch wie üblich vorne stehen.

"Lewis interessiert mich nicht", gab Alonso zu Protokoll. "Wir haben uns auf unsere Arbeit konzentriert und viele Setup-Optionen durchgespielt. Es war ein guter Freitag, weil ich trotz des relativ alten Motors viele Runden abspulen konnte. Alonso landete mit 0,169 Sekunden Abstand zu Vettel auf Rang drei. Für den Ferrari-Piloten bleiben die Red Bull trotz Hamiltons Warnschuss Favorit: "Ich fürchte, die haben am Freitag nicht 100 Prozent gezeigt."

Reifen so kritisch wie beim GP Kanada

Die größte Unbekannte könnten die Reifen werden. Alle klagten über starkes Körnen, besonders mit den weichen Sohlen. Ross Brawn urteilte nach dem ersten Trainingstag: "Sie sind fast so kritisch wie in Montreal." Dort wurde das Rennen zum Strategiepoker. Der Ausgang des Rennens war auch dadurch bestimmt, wer wann seine beiden Reifenwechsel getimt hatte.

Alonso hofft, dass mehr Gummi auf der Strecke das Reifenproblem bis zum Renntag verringert: "Es stimmt, dass der Abbau der Mischung superstoft dramatisch war. Dieser Reifen ist um eine Stufe weicher als der "softe" aus dem Vorjahr. Wenn es nicht noch einmal regnet glaube ich, dass sich die Strecke in eine Richtung entwickelt, dass auch der superweiche Reifen ein guter Rennreifen sein wird."

Ferrari besonders reifenschonend?

Der starke Gripverlust der Reifen machte es schwer, aus den Dauerläufen etwas herauszulesen. Immer wieder wurden die sogenannten Longruns durch langsame Runden unterbrochen, um den Reifen eine Verschnaufpause zu gönnen. Nur Vettel hatte einen Versuch, bei dem er nach zwei langsamen Aufwärmrunden zwei 1.42er und zwei 1,41er Runden am Stück schaffte.

Auf der anderen Seite legte Alonso eine beeindruckende Serie mit vollen Tanks hin. Der Spanier fuhr zum Schluss des Trainings eine Serie von 1.47 min, 1.48 min, 1.48 min, 1.49 min und 1.49 min. Das spricht dafür, dass der Ferrari ein reifenschonendes Fahrzeug ist. Und das könnte am Sonntag ein Joker sein. Vom McLaren ist nämlich eher das Gegenteil bekannt.

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