Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Trainingsanalyse GP Bahrain 2015

Ferrari dank Longrun-Pace auf Siegkurs

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 17. April 2015 Foto: Pirelli 106 Bilder

Auf eine Runde dominiert Mercedes. Aber mit kleinerem Vorsprung auf Ferrari als erwartet. In der Rennsimulation ist Ferrari klar schneller. Mercedes weiß woran es gelegen hat, aber ob die Gegenmaßnahmen greifen, wird man erst im Rennen wissen. Hier ist unsere Trainingsanalayse.

17.04.2015 Michael Schmidt

Das Trainingsergebnis sieht aus wie immer. Zwei Mercedes vor zwei Ferrari. Der Abstand zwischen Silber und Rot beträgt 0,527 Sekunden auf eine Runde. Nico Rosberg sagt dazu: "Das hätte mehr sein müssen." Teamchef Toto Wolff entschuldigt ihn. "Die beiden schnellsten Runden unserer Fahrer liefen nicht ohne Probleme ab."

Die Pole Position für einen Mercedes-Piloten steht außer Frage. Doch nach den Longruns ist Ferrari klarer Favorit. Sebastian Vettel gewinnt beim Durchschnitt von 7 Runden am Stück exakt sechs Zehntel auf Nico Rosberg. Auf dem gleichen Reifentyp. Spritbereinigt rechnet Mercedes mit einem Defizit von 3 Zehnteln pro Runde. Ferrari fährt in der Regel am Freitag etwas leichter.

Mercedes Reifentemperaturen zu tief

Der Grund für den großen Vorsprung von Ferrari ist diesmal nicht hoher Reifenverschleiß. Bei Rosberg brechen die weichen Reifen erst in der elften Runde ein. Nach Angaben von Pirelli sollen sie mindestens 18 Runden halten. "Wir waren einfach generell zu langsam", ließ Rosberg wissen. Dann tut er geheimnisvoll: "Aber wir kennen die Gründe dafür. Und wissen, was wir tun müssen." Niki Lauda schnauft: "Hoffentlich. Jetzt hocken die Ingenieure zusammen und zermartern sich den Kopf, was sie falsch gemacht haben."

Toto Wolff verrät: "Wir haben unsere Reifen nicht in das Arbeitsfenster gebracht." Ausnahmsweise lagen die Temperaturen nicht zu hoch, sondern zu tief. Was zeigt, wie groß der Respekt von Mercedes vor dem Longrun-Tempo der Ferrari ist. Die Ingenieure haben es mit dem Reifenschonen übertrieben.

"Wir wissen zwar, was wir für den Sonntag anders machen müssen", relativiert Wolff, "das Dumme ist aber, dass wir erst am Sonntag rausfinden werden, ob wir damit richtig liegen." Das dritte Training kann man getrost vergessen. Das findet in der Nachmittagshitze statt und ist nicht relevant. In der Qualifikation ist praktisch keine Zeit für Setup-Checks.

Vettel im Renntrim schneller als Räikkönen

Mercedes ist nach der Niederlage von Malaysia super vorsichtig geworden. Nico Rosberg und Lewis Hamilton teilten sich wieder je zwei Longruns auf. Hamilton fuhr zuerst den harten, dann den weichen Reifen. Rosberg umgekehrt. Ferrari hielt sich nicht lange mit dem harten Reifen auf. Zum ersten Mal in dieser Saison legten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ihre ernsthaften Dauerläufe nur auf der Reifenmarke "soft" zurück. Weil das der bevorzugte Rennreifen ist.

Pirelli-Sportchef Paul Hembery erklärt: "Wir gehen von einem Zweistopprennen aus. Alle werden versuchen, den harten Reifen so schnell wie möglich loszuwerden und dafür zwei Mal den weichen Reifentyp zu fahren." Der Unterschied auf eine Runde ist in den kühlen Abendstunden extrem groß. Nach Aussage von Pirelli zwei Sekunden. "Die Abnutzung spricht aber nur minimal für den harten Reifen", sagt Hembery.

Im Vergleich der Ferrari-Piloten war Vettel im Longrun der klar schnellere Fahrer. Er gewann den Vergleich mit 1.39,499 zu 1.39,699 Minuten im Mittel von jeweils sieben Runden. Nur auf eine Runde hatte Räikkönen die Nase vorn. Weil Vettel in der Zielkurve einen Fehler machte. Bei Mercedes waren die Dauerläufe nicht vergleichbar. Rosberg fuhr seinen 13-Runden-Stint auf weichen Reifen, Hamilton seinen 10-Runden-Turn auf der harten Reifenmischung.

Red Bull auf Williams-Niveau

Hinter Ferrari und Mercedes platzierte sich einmal mehr Williams. Vatteri Bottas war mit 1.40,378 Minuten um 0,15 Sekunden schneller als Felipe Massa. Auf weichen Reifen. "Ich bin nicht zufrieden mit meinem Auto. Valtteri war klar besser", ärgerte sich Massa. Diesmal könnte Red Bull zum Problem für Williams werden. Daniel Ricciardo fuhr mit 1.40,576 Minuten auf dem Niveau von Massa. Teamberater Helmut Marko atmete auf: "Es war der erste Trainingstag des Jahres, der völlig ohne technische Probleme ablief."

"Best of the Rest" ist wie in China Lotus. Pastor Maldonado fehlten im Longrun-Schnitt vier Zehntel auf Williams und Red Bull. Der Venezolaner lag aber nur knapp vor dem schnelleren der beiden Sauber. Die Eidgenossen zählen mit dem 1.41,098 Minuten-Longrun von Felipe Nasr wieder zu den Punktekandidaten. Marcus Ericsson war 3 Zehntel langsamer unterwegs.

Eine kleine Enttäuschung waren die Toro Rosso. Carlos Sainz und Max Verstappen drehten insgesamt 58 Runden, doch Red Bulls B-Team konnte auch im Vergleich der besten 7 Runden nicht mit seinen direkten Gegnern mithalten. Sainz war mit 1.41,349 Minuten der schnellere der beiden Toro Rosso-Youngster. Er musste sich sogar Nico Hülkenberg geschlagen geben.

Es sieht so aus, als wäre Force India in Bahrain besser gerüstet als China. "Mit den Toro Rosso sehe ich mich im Kampf. Aber ich erwarte keine große Steigerung zu bisher. Und wenn der Wind kommt, sind wir sowieso verloren", baut Hülkenberg vor.

Wenigstens McLaren-Honda hat Force India klar im Griff. Fernando Alonso deutete zwar mit Platz 12 und einem Rückstand von 1,544 Sekunden auf die Bestzeit eine weitere Steigerung auf eine Runde an, muss aber mit einem Lonrun-Schnitt von 1.41,744 Minuten Federn lassen. Auf längere Distanzen schraubt Honda die Motorpower zurück.

Die Bilder vom Trainingstag in Bahrain finden Sie in unserer Galerie.

Ab sofort bieten wir Ihnen einen noch besseren Longrun-Service. In der unten stehenden Tabelle vergleichen wir 2 Longruns. Den jeweils längsten, und dann aus diesem herausgelöst den Schnitt einer Minimumzahl von Runden, die jeder Fahrer zurückgelegt hat. In Bahrain waren das sieben Runden. Dieser Wert ist für den Speed des Autos unter Rennbedingungen repräsentativer, da der Abbau der Reifen sich auf die gleiche Rundenzahl bezieht. Sie finden ihn in der ersten Spalte. Dazu liefern wir ihnen noch die bei der Rennsimulation verwendete Reifensorte.

FahrerØ bester 7-Rd-LongrunØ längster LongrunRundenReifen
Vettel1:39.4991:39.4998soft
Räikkönen1:39.6691:39.7368soft
Rosberg1:40.0991:40.44513soft
Bottas1:40.3781:40.5098soft
Massa1:40.5271:40.8579soft
Ricciardo1:40.5761:40.7779soft
Hamilton1:40.7631:40.99910medium
Maldonado1:40.9671:41.36712soft
Nasr1:41.0981:41.0987soft
Hülkenberg1:41.2001:41.4769soft
Sainz1:41.3491:41.61114soft
Ericsson1:41.3491:41.59710soft
Alonso1:41.7441:41.8389soft
Perez1:41.9521:42.0168medium
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden