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Trainingsanalyse GP Belgien 2014

Red Bull im Rennen auf Mercedes-Niveau?

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 22. August 2014 Foto: xpb 97 Bilder

Das Ergebnis der zweiten freien Trainingssitzung zum GP Belgien zeigte ein falsches Bild. Da lag Mercedes knapp vor Ferrari. Red Bull landete abgeschlagen auf Rang 8. Doch bei den Rennsimulationen sieht das Kräfteverhältnis anders aus. Mercedes liegt immer noch vorn. Allerdings knapp vor Red Bull.

22.08.2014 Michael Schmidt

Eine Runde in Spa ist lang. 7,004 Kilometer misst der Ardennenkurs. Deshalb fallen auch die Longruns kürzer aus. Toro Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne zählte mit zwölf Runden zu den Fahrern, die am längsten auf der Strecke blieben. Eigentlich waren es 13, doch für die Analyse haben wir alle Runden jenseits von 1.58 Minuten gestrichen. Da musste davon ausgegangen werden, dass der Pilot einen Fehler gemacht hat oder im Verkehr steckengeblieben ist.

Mercedes liegt in allen Disziplinen vorn. Auf eine Runde Lewis Hamilton klar vor Nico Rosberg. Beim Longrun umgekehrt. Hamilton nahm Rosberg in seiner schnellsten Runde mit 1.49,189 Minuten 0,604 Sekunden ab. Drei Zehntel gingen auf das Konto eines Fehlers von Rosberg. Er driftete in der Malmedy-Kurve bis aufs Gras.

Im Dauerlauf drehte der WM-Spitzenreiter die Reihenfolge um. Rosberg war sieben Runden am Stück unterwegs und kam im Schnitt auf eine Zeit von 1.54,878 Minuten. Hamilton drehte 10 Runden mit einer durchschnittlichen Zeit von 1.55,216 Minuten.

Ferrari besser auf einer schnellen Runde

Auch bei den Verfolgern gab es eine unterschiedliche Reihenfolge für die schnelle Runde und den Longrun. Fernando Alonso kam in beiden Trainingssitzungen den Mercedes am nächsten. Am Morgen fehlten dem Ferrari-Piloten 0,228 Sekunden auf die Bestzeit, am Nachmittag waren es 0,741 Sekunden.

Dafür lief es im Dauerlauf nicht so gut. Alonso stieg aus Rücksicht auf die Reifen mit zwei Runden oberhalb von zwei Minuten ein und drehte dann fünf schnelle Runden am Stück. Schnitt: 1.55,773 Minuten. Kimi Räikkönens Nachmittagsprogramm scheiterte an Problemen mit der Elektrik.

Red Bull hatte die Probleme mit der schnellen Runde aus dem Stand. Die Autos waren mit Monza-Abtrieb unterwegs. Also minimaler Anpressdruck. Daniel Ricciardo musste einige Male zaubern, um den RB10 auf der Fahrbahn zu halten. Mit seiner Bestzeit von 1.50,977 Minuten lag er 1,788 Sekunden über Hamiltons Bestwert. Doch im Longrun könnte der Australier durchaus zu einer Gefahr für die Mercedes werden. Er setzte sich mit durchschnittlich 1.55,142 Minuten zwischen die Silberpfeile.

Force India splittet den Longrun

Williams war noch nicht der erhoffte Mercedes-Schreck. Dazu sei gesagt, dass die weißen Autos mit dem Martini-Streifen am Freitag meistens mehr Benzin mitnehmen als die Konkurrenz. Und bei Ferrari ist es oft umgekehrt. Felipe Massa fuhr sieben Runden am Stück und kam mit 1.55,464 Minuten bis auf sechs Zehntel an Rosbergs Longrun-Rekord heran. Valtteri Bottas war schwerer unterwegs, strampelte 10 Runden ab. Die Uhr zeigte eine Rundenzeit von 1.56,381 Minuten als Schnitt.

Jean-Eric Vergne setzte mit 1.56,038 Minuten nach zwölf Runden ein Ausrufezeichen. Mit Toro Rosso ist zu rechnen. "Wir sind zufrieden", freute sich Technikchef James Key. Jenson Button kam auf eine Longrun-Zeit von 1.56,281 Minuten, was nicht ganz zu seinen schnellsten Zeiten passte. Da war der McLaren-Pilot Vierter und Fünfter und damit aussichtsreichster Mercedes-Kunde. McLaren setzt also auf Rundenzeit, was aber nicht unbedingt gut für das Rennen sein muss. Da zählen Top-Speed und Reifenabnutzung.

Force India taktiert anders herum. Sergio Perez schaffte auf dem weichen Reifen 1.56,327 Minuten. Seine Reifen blieben praktisch konstant. Nico Hülkenberg musste mit den harten Sohlen seinen Longrun antreten, weil beim weichen Reifensatz ein Problem mit dem Ventil aufgetreten war. Wie erwartet lag der Schnitt mit 1.57,105 Minuten klar über dem mit der Mischung "soft", doch Hülkenbergs Zeiten wurden am Ende seines Elf-Runden-Stints wieder schneller.

Pirelli-Reifenchef Paul Hembery urteilte: "Die harten Reifen halten ewig. Auf eine Runde verlieren sie zwei Sekunden auf die weiche Mischung, was etwas mehr ist, als wir erwartet haben." Pirelli rechnet mit einem klassischen Zweistopp-Rennen.

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