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Trainingsanalyse GP China 2015

Mercedes mit vierfachem Longrun

Mercedes vs. Ferrari - GP China 2015 Foto: Wilhelm 97 Bilder

Nach der Niederlage von Malaysia geht Mercedes auf Nummer sicher. Lewis Hamilton und Nico Rosberg spulten gleich 4 Dauerläufe auf beiden Reifentypen ab. In Shanghai haben die Silberpfeile wieder die Vorherrschaft. Ferrari liegt 4 Zehntel zurück. Doch Vorsicht vor Red Bull.

10.04.2015 Michael Schmidt

Die Lektion von Malaysia zeigte Wirkung. Mercedes stellte wie von Teamchef Toto Wolff angekündigt sein Freitagsprogramm um. Statt wie in Melbourne und Sepang mit Kilometern zu geizen, legten Lewis Hamilton und Nico Rosberg in der zweiten Trainingssitzung zusammen 67 Runden zurück. Zwei mehr als Ferrari. Schon am Morgen waren die Mercedes-Piloten fleißig. Der Aero-Vergleichstest ging zugunsten der neuen Flügel aus.

Mercedes teilte sich nach Ferrari-Vorbild die Arbeit auf. Rosberg begann mit einem Longrun über 13 Runden auf harten Reifen und schob am Ende noch einmal 6 Runden auf den weichen Sohlen nach. Hamilton fuhr antizyklisch zum Teamkollegen zuerst 14 Runden auf dem weicheren Reifentyp und zum Schluss 4 auf dem harten Gummi.

Wir betrachten für unsere Trainingsanalyse nur die beiden längeren Dauerläufe. Hamilton kam mit dem Soft-Reifen auf einen Schnitt von 1.43,027 Minuten, Rosberg mit der Medium-Garnitur auf einen von 1.43,541 Minuten.

Wer kann soft-soft-medium fahren?

Wolff fasst die Erkenntnis der Rennsimulationen zusammen. "Der weiche Reifen ist 9 Runden lang schneller als der harte. Dann schlägt das Pendel um. Der harte Reifen hält gute 25 Runden lang." Also ewig. Laut Pirelli beträgt der Unterschied der beiden Reifentypen in der ersten Runde 1,7 Sekunden zugunsten von "Soft".

Sportdirektor Paul Hembery erkennt darin eine interessante Konsteallation: "Wer es bei einer Zweistopp-Strategie schafft, zwei Mal den weichen Reifen über eine längere Distanz zu bringen, könnte einen Vorteil haben." Das heißt, dass man mindestens 15 - 20 Runden auf den weichen Reifen aushalten müsste und dabei am Ende nicht zu viel Tempo verliert.

Darin liegt vielleicht die kleine Chance von Ferrari. Im Gegensatz zu Malaysia wurde Sebastian Vettel mit den weichen Gummis auf die Longrun-Reise geschickt. Der Heppenheimer drehte 15 Runden, musste dabei aber 4 Mal vom Gas. Der Schnitt der verbleibenden 11 Umläufe betrug 1.43,420 Minuten. 4 Zehntel langsamer als Hamilton.

"Es ist hier für alle einfacher die Reifen über die Runden zu bringen", urteilte Vettel. Das würde für Mercedes sprechen. Interessant ist, dass Vettel im elften Umlauf drei Zehntel schneller fahren kann als Hamilton. Auf die Distanz scheint Ferrari doch wieder einen kleinen Vorteil gegenüber den Silberpfeilen zu haben. Aber reicht der aus?

Knapper ist der Abstand zwischen Mercedes und Ferrari bei den harten Reifen. Kimi Räikkönen lag mit einem Mittelwert von 1.43,687 Minuten bei 19 Runden am Stück nur eine Zehntelsekunde über Rosbergs Wert. Mercedes glaubt aber, dass Räikkönen etwas leichter unterwegs war. Weil er auf eine Runde 7 Zehntel schneller als Vettel fuhr. Kimis Rundenzeiten waren stärkeren Schwankungen ausgesetzt als die von Rosberg, der das Kunststück fertig brachte, alle 13 Runden innerhalb von 1.43 Minuten zu absolvieren.

Red Bull so stark wie Ferrari

Im Rennen könnte sich möglicherweise auch noch ein Red Bull einmischen. Daniel Ricciardo lag mit seiner Zeit von 1.38,311 Minuten nicht nur auf eine Runde im Bereich von Vettel. Auch der Dauerlauf mit 1.43,569 Minuten konnte sich sehen lassen. "Das ist Ferrari-Niveau", lobte Teamberater Helmut Marko. Ricciardo ließ es aber bei 8 Runden am Stück bewenden. Red Bull schob die Steigerung auf ein besseres Setup. "Unser Aero-Upgrade kommt erst in Barcelona", verrät Marko.

Teamkollege Daniil Kvyat stellte seinen Red Bull mit einem Bremsdefekt ab. Zwischen Hauptzylinder und Bremssattel hatte sich ein Schlauch gelöst. Bremsflüssigkeit lief aus, bis irgendwann das Pedal in den Keller fiel. "Der Defekt hatte nichts mit unseren Bremsproblemen von Malaysia zu tun", wiegelte Teamchef Christian Horner ab.

Dort waren die Bremsen im Pulk zu heiß geworden. Red Bull ist daraufhin wieder komplett auf Brembo umgestiegen. Vorher war man mit einem Mix aus verschiedenen Herstellern unterwegs.

Williams machte am Freitag noch nicht den Eindruck, als könnte man im Kampf um die Podiumsplätze ein Wort mitreden. Aber die weißen Autos sind am Freitag in der Regel schwerer unterwegs als die Konkurrenz. Felipe Massas Training endete nach nur sieben Runden in der Mauer der Bremszone am Ende der langen Geraden. Valtteri Bottas war mit 1.44,139 Minuten bei 10 Runden Best of the Rest.

Toro Rosso im Longrun gut unterwegs

Von dem tat sich wieder Toro Rosso positiv hervor. Carlos Sainz bestätigte mit einem Longrun von 1.44,315 Minuten die gute Form der ersten Rennen. Nico Hülkenberg lag mit 1.44,334 Minuten auf den weichen Reifen zwar in einem ähnlichen Bereich, doch der Force India-Pilot drehte nur halb so viele Runden am Stück wie Sainz. Der Longrun auf harten Reifen war im Schnitt 2 Sekunden pro Runde langsamer.

Lotus und Sauber liegen ungefähr auf gleichem Niveau. Romain Grosjean brachte es auf 1.44,709 Minuten, Marcus Ericsson auf 1.44,920 Minuten. Die McLaren-Piloten konnten mit 1.45,452 Minuten (Jenson Button) und 1.45,521 Minuten (Fernando Alonso) die 105-Sekunden-Hürde nicht knacken. Auf eine Runde allerdings machte McLaren den größten Sprung im Feld. Button fehlten nur 2,056 Sekunden auf Hamiltons Bestzeit. Das könnte zum ersten Mal für einen Sprung ins Q2 reichen.

Die besten Bilder vom Training haben wir in unserer Galerie für Sie gesammelt.

FahrerTeamZeit / RückstandRunden
1. Lewis HamiltonMercedes1:37.219 Min.32
2. Kimi RäikkönenFerrari+ 0.44335
3. Daniel RicciardoRed Bull+ 1.09224
4. Sebastian VettelFerrari+ 1.12030
5. Nico RosbergMercedes+ 1.18035
6. Daniil KvyatRed Bull+ 1.51810
7. Valtteri BottasWilliams+ 1.63127
8. Felipe NasrSauber+ 1.81326
9. Romain GrosjeanLotus+ 1.92332
10. Jenson ButtonMcLaren-Honda+ 2.05629
11. Pastor MaldonadoLotus+ 2.22530
12. Fernando AlonsoMcLaren-Honda+ 2.52427
13. Marcus EricssonSauber+ 2.53233
14. Max VerstappenToro Rosso+ 2.67532
15. Carlos SainzToro Rosso+ 2.75228
16. Nico HülkenbergForce India+ 2.93228
17. Felipe MassaWilliams+ 3.2047
18. Sergio PerezForce India+ 3.64924
19. Roberto MerhiManor F1+ 5.75427
20. Will StevensManor F1+ 7.3458
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