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Trainingsanalyse GP England 2014

Red Bull wieder zweite Kraft

Sebastian Vettel - GP England 2014 Foto: xpb 110 Bilder

Mercedes hat den ersten Trainingstag in Silverstone dominiert. Doch nicht so deutlich, wie es die Bestzeiten vermuten lassen. In den Dauerläufen fiel der Vorsprung geringer aus. Dazu sorgte ein Motorschaden bei Lewis Hamilton für Alarm. In unserer Trainingsanalyse untersuchen wir, wer der härteste Gegner wird.

04.07.2014 Michael Schmidt

Auf den ersten Blick zeigt der erste Trainingstag zum GP England das gewohnte Ergebnis. Zwei Mercedes führen vor einem Ferrari und zwei Red Bull. Dann erst folgt Williams. Doch der erste Eindruck täuscht. Der Auftakt in Silverstone verlief für die WM-Spitzenreiter nicht ganz so reibungslos, wie es das Resultat vermuten lässt.

Lewis Hamilton liegt zwar 0,736 Sekunden vor Fernando Alonso und 1,003 Sekunden vor Daniel Ricciardo, aber Ricciardo erzielte seine Zeit mit den harten Reifen. "Auf den weichen habe ich keine Balance gefunden", entschuldigte sich der Australier und fügte hinzu: "Sie sollten zwischen sechs Zehntel und einer halben Sekunde bringen." Dann wäre Red Bull auf Augenhöhe mit Mercedes.

Teamchef Christian Horner hält diesen Jubel für verfrüht. "Wenn wir alles mit einrechnen, kommen wir auf eine Runde vielleicht auf zwei Zehntel an die Mercedes heran." Und warum läuft es so viel besser als zuletzt in Österreich? "Weil es in Silverstone viel mehr schnelle Kurven gibt. Wir holen in Copse, Becketts, Stowe und Abbey auf die Mercedes auf." Zufrieden notierte Horner: "Vettels Longrun war auf Mercedes-Niveau." Ricciardo musste wegen eines Getriebeproblems seinen Dauerlauf schon nach vier Runden abbrechen.

Lauda sieht sieben Zehntel Vorsprung

Niki Lauda unterschreibt Horners Einschätzung für die Zeitenjagd im Training, nicht aber für den Dauerlauf. "Auf eine Runde liegen wir zwei bis drei Zehntel vorne. In der Rennsimulation sind es nach unseren Hochrechnungen sieben Zehntel." Der Zeitenvergleich unterstützt eher Horners Theorie. Vettel fuhr in 13 Runden einen Schnitt von 1.40,292 Minuten. Bei Nico Rosberg waren es 1.40,123 Minuten.

Doch aufgepasst. Rosberg hatte in seinem 14-Runden-Stint drei Runden jenseits der 1.41er Marke. Da steckte er im Verkehr. Bei Vettel fiel nur eine Runde mit 1.42,852 Minuten aus dem Rahmen. Zieht man diese Runden im Verkehr ab, steht es 1.39,510 zu 1.40,078 für Rosberg.

Der WM-Führende musste am Freitag nur ein Mal zittern. Als die FIA eine Untersuchung gegen ihn einleitete, weil er im Morgentraining unter roter Flagge überholt hatte. Doch Rosberg wurde freigesprochen. Er hatte Daniil Kvyats Toro Rosso passiert, der mit 38 km/h dahinzuckelte. Kurz danach bremste Rosberg auf 39 km/h ab.

Lewis Hamilton blieb nur die schnellste Runde des Tages. In seinem 15. Umlauf rollte der Lokalheld auf der Strecke aus. Nach einer Öldruckwarnung stellte der Motor ab. Zu spät. Das Triebwerk hauchte sein Leben aus. "Es war alt, aber nicht so alt, dass es hätte passieren dürfen", gab Lauda zu. Es wird Hamiltons Fünfer-Kontingent nicht gefährden. Trotzdem fordert Lauda: "Wir müssen schnell herausfinden, was da war. Zum Glück liegt Brixworth direkt um die Ecke."

Ferrari nur mit einem Auto schnell

Ferrari setzte seinen leichten Aufwärtstrend der letzten Rennen fort. Aber nur mit einem Auto. Fernando Alonso erzielte mit 1.35,244 Minuten die drittschnellste Zeit, und der Spanier legte auch mit einer durchschnittlichen Zeit von 1.40,423 Minuten einen passablen 14-Runden-Stint hin. Auf zwei der Runden verlor Alonso Zeit hinter langsameren Fahrzeugen.

Kimi Räikkönen kam wie zuletzt auf keinen grünen Zweig. Ferrari verzichtete bei dem Finnen auf einen Longrun. Stattdessen wurde an der Abstimmung herumgedoktert, um die Traktionsprobleme zu lösen.

Williams war nach einem Tag voller Probleme nur vierte Kraft. Ein Motorschaden, ein Unfall und eine Motorabdeckung, die ohne Vorwarnung davonflog, verkürzten das Trainingsprogramm auf 73 Runden. Zum Vergleich: Die beiden Ferrari-Fahrer legten 107 Runden zurück. Dafür war der sechste Platz von Valtteri Bottas beachtlich. Den schnelleren Longrun fuhr Felipe Massa. Der Brasilianer kam in einem 7-Runden-Turn auf 1.40,563 Minuten.

Das war immer noch deutlich besser als die beiden anderen Mercedes-Kunden. Jenson Button belegte mit seiner schnellsten Runde Rang 7. Im Longrun fehlten dem Engländer mit 1.41,002 Minuten eine halbe Sekunde auf den Williams. Noch schlimmer erwischte es Force India. Sergio Perez konnte mit 1.41,281 Minuten nicht überzeugen. Teamkollege Nico Hülkenberg brachte die Probleme auf den Punkt. "Der böige Rücken- und Seitenwind hat das Fahrverhalten stark beeinträchtigt. Das Auto war unberechenbar. Wir scheinen davon stärker betroffen zu sein als der Rest." Teammanager Andy Stevenson beruhigte: "Ab Samstag soll der Wind nachlassen."

In unserer Galerie haben wir die besten Fotos vom Freitagstraining.

FahrerTeamZeit/RückstandRunden
1. Lewis HamiltonMercedes1:34.508 Min.14
2. Nico RosbergMercedes+ 0.22835
3. Fernando AlonsoFerrari+ 0.73632
4. Daniel RicciardoRed Bull+ 1.00311
5. Sebastian VettelRed Bull+ 1.11927
6. Valtteri BottasWilliams+ 1.50833
7. Jenson ButtonMcLaren+ 1.72034
8. Kevin MagnussenMcLaren+ 1.79135
9. Kimi RäikkönenFerrari+ 2.04629
10. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 2.07526
11. Felipe MassaWilliams+ 2.16329
12. Daniil KvyatToro Rosso+ 2.27031
13. Esteban GutierrezSauber+ 2.44335
14. Pastor MaldonadoLotus+ 2.55635
15. Romain GrosjeanLotus+ 2.58933
16. Sergio PerezForce India+ 2.72837
17. Nico HülkenbergForce India+ 2.94127
18. Adrian SutilSauber+ 3.01225
19. Jules BianchiMarussia+ 4.15011
20. Kamui KobayashiCaterham+ 4.56031
21. Max ChiltonMarussia+ 4.71628
22. Marcus EricssonCaterham+ 5.25421
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