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Trainingsanalyse GP England 2016

Red Bull vor Ferrari

Max Verstappen - Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 8.7.2016 Foto: sutton-images.com 103 Bilder

Die Mercedes-Piloten werden das Rennen unter sich ausmachen. Mit Respektabstand dahinter hat Red Bull im Kampf um Platz 2 Ferrari fest im Griff. Das Bild im Verfolgerpool ist noch nicht ganz klar. Williams, Force India, Toro Rosso, McLaren und HaasF1 tummeln sich auf engstem Raum.

08.07.2016 Michael Schmidt

Nur Regen kann die Silberpfeile stoppen. Sonst wird der GP England das, was der Engländer ein „Two horse race“ nennt. Am Freitag beschränkte sich die Vorbereitung von Mercedes auf das Rennen auf ein Auto. Nico Rosberg verbrachte die zweite Trainingssitzung in der Box. Es begann mit Fehlzündungen und setzte sich mit einem Wasserleck fort. Um keinen weiteren Motor zu riskieren, machten sich die Mechaniker lieber daran, das Heck des Mercedes zu zerlegen und nach der Schwachstelle zu suchen.

Mercedes ist in Silverstone eine Klasse für sich. „Aerodynamik und Motorleistung passen perfekt zu dieser Strecke. Dazu kommt unser Aero-Upgrade“, erklärt Teamchef Toto Wolff. Lewis Hamilton lag mit seiner schnellsten Runde 0,391 Sekunden vor Red Bull und 0,910 Sekunden vor Ferrari. Die Überraschung lieferte Fernando Alonso. Er machte McLaren-Honda zur viertbesten Kraft. Honda hatte 2 Token in eine Modifikation am Verbrennungsmotor investiert. „Ein spürbarer Fortschritt“, lobte Teamchef Eric Boullier.

Was packt Ferrari am Samstag noch aus?

Mercedes verbrachte viel Zeit damit, seine Autos für die windigen Bedingungen auszubalancieren. Am Freitag blies die Brise den Fahrern auf der Hangar-Geraden voll ins Gesicht. Und damit auch in der Highspeed-Kurvenkombination Maggotts, Becketts und Chapel. „Die wunderbarste Achterbahn der Welt. Ich habe vor Freude in meinen Helm geschrien“, freute sich Hamilton.

Die schnellen Kurven von Silverstone sind das ideale Terrain für Red Bull. Daniel Ricciardo und Max Verstappen ließen die Ferrari klar hinter sich. Sowohl auf eine Runde als auch im Longrun. Doch aufgepasst. Ferrari fährt am Freitag immer mit Motoren einer älteren Spezifikation. Da ist noch Luft nach oben. Sebastian Vettels starker Dauerlauf auf den weichen Reifen deutet an, dass der Ferrari schonender als die Red Bull mit seinen Sohlen umgeht. Allerdings drehte Vettel mit der Mischung Soft nur 8 Runden am Stück.

In den Rennsimulationen lag Red Bull sogar im Dunstkreis von Hamilton. „Wir sind die klare Nummer 2 hinter den Mercedes“, resümierte Teamberater Helmut Marko zufrieden. Doch Ricciardo traut dem Braten noch nicht ganz. „Wir mischen im Longrun zwar mit Mercedes mit, doch ich fürchte, die haben noch etwas in der Hinterhand.“ Das bestätigen auch die Mercedes-Ingenieure. Nach dem Ausfall von Rosberg musste Hamilton das Programm allein abspulen. Das verlangt Kompromisse. Dazu Technikdirektor Paddy Lowe: „Lewis ist abwechselnd mit mehr und weniger Benzin gefahren.“ Das größte Problem: Körnen auf den Vorderreifen.

Hat McLaren den Speed für Platz 4?

Hinter den drei Topteams überraschte Jenson Button mit dem schnellsten Dauerlauf auf den Soft-Reifen. Obwohl der Engländer 40 Minuten verlor, weil die Sensoren im Antriebsbereich Alarm schlugen, erzielte er im Schnitt über 11 Runden eine Zeit von 1.35,627 Minuten. Diese Zeit fiel genauso aus dem Rahmen wie die 1.39,128 Minuten von Teamkollege Fernando Alonso über die gleiche Distanz. Man darf davon ausgehen, dass der eine leicht und der andere schwer unterwegs war und die Wahrheit in der Mitte liegt. Motorenchef Yusuke Hasegawa traute sich zu sagen: „Ich glaube, wir bewegen uns in die richtige Richtung.“

Ist McLaren-Honda in Silverstone ein ernsthafter Punktekandidat? Der Motor spielt auf dem englischen Traditionskurs eine geringere Rolle als zuletzt in Montreal, Baku und Spielberg. Alonso probierte neue Aerodynamik-Komponenten, die bis Samstag auch auf das Button-Auto gebaut werden. McLaren könnte sich deshalb zusammen mit Force India, Williams, Toro Rosso und HaasF1 in das große Verfolgerfeld mischen. Doch Button ist vorsichtig: „Unser Auto ist gut, wenn wir in Kurven hineinbremsen müssen. Davon gibt es in Silverstone nicht so viele. Ich rechne damit, dass Force India noch nach vorne kommt. Ein Platz in den Top Ten wird schwer.“

Williams und Force India hinken mit ihren Freitagszeiten traditionell hinterher. Sie drehen am Freitag die Motorleistung herunter, um mit vier Antriebseinheiten durch die Saison zu kommen. Force India verzichtete am Nachmittag auf die weichen Reifen, was die Plätze 15 und 16 erklärt. Vorrang hatte der Test des neuen Frontflügels, der modifizierten Leitbleche und der Rückkehr zur alten Hinterradaufhängung. „Sie sollte uns auf Randsteinen eine bessere Traktion geben“, hofft Technikchef Andy Green.

Der Toro Rosso STR11 profitiert in den schnellen Kurven von Silverstone von seiner exzellenten Aerodynamik. Carlos Sainz lag mit 1.38,100 Minuten über 15 Runden auf den weichen Reifen nur eine halbe Sekunde hinter Hamilton und Räikkönen. Bei HaasF1 machte sich der Wechsel auf die aktuelle Motorenspezifikation von Ferrari bemerkbar. Mit der achtschnellsten Runde im Zweiten Training war Romain Grosjean bei der Musik.

Sauber vor Renault und Manor

Auch Sauber spürte den Schub des Ferrari-Updates. „Ein echter Fortschritt“, freute sich Felipe Nasr. „Wir stehen besser da als bei den letzten Rennen. Ich bin auch mit der Balance des Autos zufrieden.“ Das zeigen auch die Rennsimulationen. Nasr war auf den weichen Reifen schneller als die Williams, HaasF1, Renault und Manor. Teammanager Beat Zehnder bleibt realistisch: „Wir sind vielleicht etwas näher am Mittelfeld dran. Für uns aber ist es wichtig, dass wir vor Renault und Manor liegen. Danach sieht es im Moment aus.“

Die Reifen haben auf der 5,891 Kilometer langen Strecke einen großen Einfluss auf die Rundenzeit. Zwischen der harten und der mittleren Mischung liegen in der ersten Runde 1,1 Sekunde. Der weichste Reifentyp im Angebot ist noch einmal 1,2 Sekunden schneller. Auf der Mischung Soft sind 12, auf Medium 20 und auf Hart mehr als die halbe Renndistanz möglich. Experten erwarten ein Zweistopp-Rennen. Wer nur einmal Reifen wechseln will, muss den harten Reifen einsetzen. Doch die haben nur vier Fahrer ernsthaft probiert: Kimi Räikkönen, Nico Hülkenberg, Romain Grosjean und Sergio Perez.

FahrerØ schnellster LongrunRundenReifentyp
1. Button1.35,62711soft
2. Vettel1.36,3328soft
3. Verstappen1.37,09811soft
4. Ricciardo1.37,24115soft
5. Räikkönen1.37,42116soft
6. Hamilton1.37,46215soft
7. Sainz1.38,10015soft
8. Nasr1.38,7957soft
9. Massa1.38,83513soft
10. Wehrlein1.39,03614soft
11. Bottas1.39,0587soft
12. Alonso1.39,12811soft
13. Grosjean1.39,44112soft
14. Magnussen1.40,72911soft
1. Hamilton1.35,4629medium
2. Ricciardo1.36,6297medium
3. Verstappen1.36,90016medium
4. Massa1.38,1486medium
5. Vettel1.38,36718medium
6. Kvyat1.38,61214medium
7. Hülkenberg1.38,72611medium
8. Bottas1.38,73615medium
9. Perez1.38,92110medium
10. Gutierrez1.39,59017medium
11. Magnussen1.39,74114medium
12. Eriksson1.39,76620medium
13. Palmer1.40,03425medium
14. Wehrlein1.41,03119medium
1. Räikkönen1.38,2728hart
2. Hülkenberg1.38,69013hart
3. Grosjean1.38,7397hart
4. Perez1.38,92014hart
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