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Trainingsanalyse

Alonso ist happy, Vettel ratlos

Motor Racing - Formula One World Championship - Italian Grand Prix - Practice Day - Monza, Italy Foto: xpb.cc 59 Bilder

Die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button führen die Rangliste nach dem ersten Trainingstag von Monza an. Fernando Alonso ist trotz zwei Defekten zufrieden. Sebastian Vettel sucht noch den Speed. Und Mercedes könnte zum Störenfried im Spitzenpulk werden.

07.09.2012 Michael Schmidt

McLaren hat einen Lauf. Schon wieder liegt das Siegerteam der letzten beiden Rennen vorn. Diesmal gleich im Doppelpack. Lewis Hamilton vor Jenson Button. Allerdings mit hauchdünnem Vorsprung auf die Konkurrenz. Fernando Alonso liegt nur 0,058 Sekunden zurück. Und auch Nico Rosberg hat mit 0,156 Sekunden Rückstand noch Blickkontakt zur Spitze. Anders sieht es für Sebastian Vettel aus. Dem Weltmeister fehlen 1,104 Sekunden. Damit kann er seinen Vorjahrestrick vergessen.

McLaren als Favorit

Der Weg zum Sieg führt über die McLaren-Piloten. Das glaubt auch Fernando Alonso. Der Spanier musste beide Trainingssitzungen vorzeitig abbrechen. Am Morgen streikte der Motor, am Nachmittag das Getriebe. Beides bleibt ohne Folgen für die Startaufstellung. "Ich mache mir deshalb keine Sorgen. Wir sind mit beiden Komponenten an das Limit der Laufzeit gegangen, um daraus zu lernen. Damit sollten wir unser Kontingent an Problemen ausgefasst haben. Am Samstag und Sonntag passiert uns das nicht mehr."

Die Rundenzeiten machen Alonso Mut. "Um McLaren zu schlagen, müssen wir noch etwas zulegen. Aber prinzipiell stimmt die Richtung. Das Auto braucht nur noch Feintuning." Bei Ferrari herrschte am Freitag notgedrungen Arbeitsteilung. Felipe Massa übernahm die Dauerläufe für seinen Teamkapitän. Dem Brasilianer fehlten in seiner Bestzeit nut 0,082 Sekunden auf den Stallrivalen, und er fuhr eine Rennsimulation im Bereich der McLaren. Gute Nachrichten für Alonso.

Sein Hauptkonkurrent im WM-Kampf ist jetzt Vettel. "Ich richte mein Rennen immer nach meinem direkten Verfolger aus. Der Plan muss heißen, vor Vettel ins Ziel zu kommen. Ich habe dabei den Luxus, dass ich mir noch einen Ausfall leisten kann. Wenn meine Gegner jetzt ein oder zwei Mal stehenbleiben, dann bye, bye."

Trick von 2011 funktioniert nicht mehr

Für Sebastian Vettel begann das Monza-Wochenende mit einer Enttäuschung. Der 13.Platz zeigt, dass der Red Bull RB8 nicht in Form war. "Wir sind heute ziemlich dünn unterwegs gewesen. Mir fehlt einfach Grip, und die Balance war auch nicht toll. Da müssen wir uns noch einmal in die Daten hängen." Es ist ein schwacher Trost, dass es Teamkollege Mark Webber etwas besser ging. Der Australier ist drei Zehntel schneller, hinkt aber 0,814 Sekunden den McLaren hinterher.

Den Trick, der ihn letztes Jahr zu einem überlegenen Sieger machte, kann Vettel diesmal abschreiben. 2011 hatte er seinen Red Bull extrem kurz übersetzen lassen und freiwillig Topspeed hergeschenkt. Gut für einen Runde, problematisch für das Rennen, wenn man ins Feld zurückfällt. "Für eine kurze Übersetzung sind wir diesmal zu langsam", bedauert Vettel. Die Ingenieure müssen sich bereits am Freitagabend auf die Übersetzung für das Rennen festlegen.

Trotzdem muss man im Red Bull-Lager die Hoffnung nicht aufgeben. In der Regel finden die Ingenieure noch eine Antwort auf einen schwachen Freitag. Die Autos werden überproportional schneller je mehr Gummi auf die Bahn kommt. "Wir leiden mehr unter einer grünen Strecke als andere, wissen aber nicht wieso", bestätigt Technikchef Adrian Newey.

Mercedes als Geheimtipp?

Die WM-Kandidaten müssen diesmal die Mercedes mit in ihre Rechnung einbeziehen. Nico Rosberg verfehlte Hamiltons Bestzeit nur um 0,156 Sekunden. Wenn man es schafft, dass die Hinterreifen halten, kann Mercedes zu einem ernsthaften Gegner werden. Zumal beide Piloten die Medium-Reifen nicht nutzen konnte. Umso höher ist ihre Leistung zu bewerten. Schumi kämpfte mit einem defekten DRS, weil es sich um einen komplett neuen Flügel handelte und der DRS-Mechanismus auf dieser Strecke nicht getestet werden konnte. Rosberg zog sich einen Bremsplatten zu und verschenkte so seinen Satz Medium-Reifen. Michael Schumacher bestätigt den guten Eindruck: "Das neue Aero-Paket für Monza scheint gut zu funktionieren. Wir sehen besser aus als in den letzten Rennen."

Am Wetter wird es diesmal nicht liegen. Es bleibt drei Tage schön. Damit können die Ingenieure genügend verlässliche Informationen sammeln, um die Reifen konstant in ihr Arbeitsfenster zu bringen.
 

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