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Trainingsanalyse GP Italien 2014

Williams fordert Mercedes heraus

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP Italien - 5. September 2014 Foto: xpb 116 Bilder

Der Star des ersten Trainings war nicht der Schnellste Nico Rosberg. Die Mercedes konnten nur auf eine Runde überzeugen. Wenn es um den Favoriten für das Rennen geht, dann würden die meisten ihr Wettgeld auf Valtteri Bottas setzen. Der Finne fuhr die meisten Runden am Stück, und er war im Longrun mit großen Abstand Schnellster.

05.09.2014 Michael Schmidt

Wollen Sie Ihr Geld auf einen Außenseiter setzen? Noch bekommen Sie für Valtteri Bottas gute Wettquoten. Der Williams-Pilot erzielte am ersten Trainingstag in Monza zwar nur die fünftschnellste Zeit, doch der Finne war mit großen Abstand der Schnellste im Dauerlauf. Keiner fuhr so viele Runden am Stück und mit so geringer Reifenabnutzung. Nach 20 Runden kam Bottas auf eine durchschnittliche Zeit von 1.29,543 Minuten.

Teamkollege Felipe Massa konnte da nicht mithalten. Der Brasilianer schaffte nur 1.30,090 Minuten. Die Spritmenge dürfte keine große Rolle gespielt haben. Wenn Bottas 20 Runden fährt, dann ist das fast die halbe Renndistanz.

Sebastian Vettel und Nico Rosberg erklärten den WM-Fünften nach Durchsicht der Rundenzeiten zum Favoriten für den GP Italien. Die Red Bull-Piloten mit Kimi Räikkönen im Sandwich kamen Bottas am nächsten. Daniel Ricciardo erzielte in einem 12-Runden-Stint mit 1.29,819 Minuten die zweitschnellste Zeit. Dabei war der Australier mit seinem Auto noch nicht hundertprozentig zufrieden und reklamierte Balanceprobleme. Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel waren mit 1.29,833 Minuten und 1.29,876 Minuten nur Sekundenbruchteile langsamer. Vettel notierte zufrieden: "Der erste Freitag, an dem ich mein Programm komplett durchgebracht habe."

Red Bull will Mercedes wieder nervös machen

Red Bull-Teamchef Christian Horner sieht auch für Monza eine Chance, Mercedes unter Druck zu setzen: "Wenn wir unsere Autos in die zweite Startreihe bringen, können wir Mercedes wieder unter Druck setzen. Wir müssen aber auf den verdammt schnellen Williams aufpassen. Die werden hier ein härterer Gegner als in Spa, weil wir nicht wie in Belgien von unserer Abstimmung mit wenig Abtrieb profitieren können. Hier fehlt jeder mit minimalen Flügel."

Die Zeiten von Ferrari haben überrascht. Vor Monza hatten die Hausherren die größte Angst. Dann aber lagen die Ferrari F14T sowohl auf eine Runde als auch im Longrun in den Top 3. Auch der Topspeed konnte sich sehen lassen. Fernando Alonso kam auf 345 km/h. Nicht weit weg vom Rekordhalter Nico Hülkenberg, der mit 348,8 km/h gemessen wurde.

Alonso zeigte ähnliche Ansätze wie Räikkönen, musste seine Rennsimulation aber unterbrechen. Zuerst gab es Verständigungsschwierigkeiten am Funk, dann berichtete der Spanier von einem komischen Gefühl auf der Bremse. Ferrari beorderte ihn zurück an die Box. Der Funk wurde repariert. Das Bremsproblem erwies sich als Seifenblase.

Hülkenberg wählte das falsche Setup

Auch auf die Force India wird man aufpassen müssen. Sergio Perez erzielte im Dauerlauf einen Schnitt von 1.29,936 Minuten, drehte allerdings nur neun Runden am Stück. Nico Hülkenberg war mit 1.30,581 Minuten durchschnittlich eine halbe Sekunde langsamer. Doch der Deutsche wusste warum: "Wir haben uns mit dem Setup vertan und sind auf zu wenig Abtrieb und zu viel Bodenfreiheit gegangen. Wenn ich Sergios Zeiten sehe, bin ich aber trotzdem zuversichtlich." Auch, weil die McLaren über die Distanz langsamer waren. Jenson Button kam nur auf einen Mittelwert von 1.30,544 Minuten. Dafür platzierte sich der Engländer mit 1.26,762 Minuten auf Rang 6 in der Bestenliste des Tages. Er lag damit nur 0,537 Sekunden hinter der Bestzeit von Nico Rosberg, der mit 1.26,225 Minuten die Tabelle anführte. Wie immer in Monza sind die Abstände sehr eng. Die ersten 13 lagen innerhalb einer Sekunde.

Wo war eigentlich Mercedes?

Was automatisch zu der Frage führt: Wo waren eigentlich die Mercedes? Auf eine Runde dort, wo sie in diesem Jahr meistens lagen. Auf den Plätzen 1 und 2. Lewis Hamilton trotz eines Problems, das ihn eine Stunde zum Stillstand zwang. Der Motor wollte nicht anspringen. Deshalb führte zu einem Tausch der Steuereinheit. So blieb es Rosberg vorenthalten, den Longrun zu fahren. Die Zeit von 1.30,176 Minuten über 15 Runden lässt vermuten, dass der Tag für Mercedes nicht ohne Probleme verlief.

Rosberg gab zu: "Die Balance passt noch nicht. Ich habe Übersteuern in den langsamen Ecken und Untersteuern in den mittelschnellen Kurven. Da kommt noch ein bisschen Arbeit auf uns zu." Teamchef Toto Wolff nimmt die Herausforderung von Williams durchaus ernst: "Auf eine Runde ist alles beim Alten, aber in den Longruns war Williams klar besser. Die Zeiten von Bottas beunruhigen uns, weil wir nicht damit gerechnet haben, dass sie so schnell sind."

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