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Trainingsanalyse GP Italien

Red Bull dank 2011er Trick überlegen

Sebastian Vettel GP Italien 2013 Foto: xpb 108 Bilder

Sebastian Vettel hat das zweite Freitagstraining haushoch dominiert. Der Vorsprung mit 0,623 Sekunden war erschreckend. Auch wenn ein Teil davon durch eine geringere Spritladung erklärbar ist, liegt das Geheimnis von Vettels Speed anderswo: Wie 2011 trimmt Red Bull seine Autos auf Rundenzeit und nicht auf Top-Speed.

06.09.2013 Michael Schmidt

Die Konkurrenz war konsterniert. Sebastian Vettel zertrümmerte die Konkurrenz. Seine schnellste Runde von 1.24,453 Minuten war um 0,623 Sekunden schneller als der Rest. In seiner Rennsimulation lag Vettel im Schnitt eine Sekunde vor Nico Rosberg und 1,5 Sekunden vor Fernando Alonso. "Kann mir einer sagen, warum der Vettel so schnell ist?", schüttelte Niki Lauda den Kopf.

Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali meinte: "Wir gehen davon aus, dass er wie üblich am Freitag weniger Sprit an Bord hat. Wenn nicht, können alle anderen einpacken." Romain Grosjean, Vierter mit 0,663 Sekunden Rückstand, sieht Parallelen zu Spa: "Die Red Bull fahren ihr eigenes Setup. Die holen den Abtrieb anderswo als alle anderen. Trotz ihres Mini-Flügels im Heck produziert das Auto unglaublich viel Abtrieb. Der muss vom Diffusor her kommen."

Vettel mit weniger Benzin

Eine Erklärung für die Vettel-Show ist der Tankinhalt. Der Weltmeister fährt seit geraumer Zeit am Freitag mit weniger Benzin an Bord als die Konkurrenz. Dafür lässt er dann am Samstagvormittag meistens volltanken. Die Dauerläufe sind ein Indiz für diese These. Der Red Bull ist im Durchschnitt nicht 1,5 Sekunden schneller als der Ferrari.

Das wäre ein Armutszeugnis für die Roten. Und im ersten freien Training am Freitagmorgen lagen die Rundenzeiten deutlich enger zusammen. Noch ein Hinweis: Vettel holte aus der weicheren Mischung gegenüber der härteren auch mehr Rundenzeit raus als seine Rivalen.

Rundenzeit wichtiger als Top-Speed

Doch das ist nur die halbe Erklärung für Vettels Überlegenheit. Die Wahrheit liegt wie zuletzt in Spa in der Fahrzeugabstimmung und der Getriebeübersetzung. Vettel fährt mit seinem Trick von 2011. Damals hatte er sein Auto konsequent auf Rundenzeit abgestimmt. Eine Spur mehr Abtrieb, relativ kurz übersetzt. Das bringt Zeit in den Kurven. Auf den Topspeed kann er verzichten.

Die Speed-Messungen am Freitag bestätigen. Vettel und Webber sind mit 329,1 und 328,9 km/h die langsamsten am Ende der Zielgeraden. Dafür kommt Vettel mit 314,2 km/h als Schnellster über den Zielstrich. Und der liegt in Monza nur 300 Meter hinter der Parabolica. Mit anderen Worten: Die Red Bull erreichen in den vier Beschleunigungsphasen ihren Top-Speed viel früher als der Rest. Da stört es auch nicht, dass am Ende 10 km/h fehlen.

Maximal zwei Übersetzungen für Monza

Die Getriebeübersetzung ist in Monza ein ganz entscheidender Faktor. Den Teams stehen über das gesamte Jahr nur 30 Übersetzungen zur Verfügung. "Da kannst du dir maximal zwei für Monza reservieren", sagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Grosjean verrät: "Wir hatten letztes Jahr nur eine Monza-Übersetzung und lagen komplett daneben. In diesem Jahr sind wir besser sortiert." Der siebte Gang war zu lang.
 
Doch Top-Speed ist schon lange nicht mehr die halbe Miete in Monza. Vermutlich hat Technikfuchs Adrian Newey sich schon im Vorfeld die optimale Übersetzung für das Autodrom reserviert.
 
Der Red Bull-Plan ist genial und riskant zugleich. Vettel muss in die erste Startreihe fahren, den Start gewinnen, oder es muss ihm wie 2011 ein Überraschungsangriff gleich zu Beginn des Rennens gelingen. Fällt er ins Feld zurück, steckt er mit seiner Abstimmung im Dilemma. Im Verkehr ist er verwundbar und hat ein Überholproblem. Doch Red Bull weiß, dass man sich auf den Weltmeister verlassen kann. Mit ihm im Cockpit funktioniert jeder Abstimmungspoker.

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