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Trainingsanalyse GP Kanada 2014

Massa schnellster im Renntrim

Felipe Massa - Williams - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 6. Juni 2014 Foto: xpb 119 Bilder

Im Training zum GP Kanada dominierten auf eine schnelle Runde wie erwartet die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Sie lagen eine halbe Sekunde vor stark verbesserten Ferrari, die mit Red Bull gleich gezogen haben. Schnellster im Renntrim war Felipe Massa im Williams. Wir sagen warum.

07.06.2014 Michael Schmidt

Mercedes wird auch den GP Kanada gewinnen. Es sei denn, die Silberpfeile werden vom Defektteufel dahingerafft. In beiden Mercedes sind noch die Motoren eingebaut, deren Spezifikation eine Schwachstelle hat. Den Antrieb der MGU-K. Er wurde nach dem Motorschaden von Valtteri Bottas in Monte Carlo bei allen neuen Motoren getauscht. Williams bekam sie schon. Und auch Sergio Perez, den es mit dem gleichen Defekt im ersten freien Training in Montreal erwischte.

Lewis Hamilton und Nico Rosberg hielten das Feld mit einer knappen halben Sekunde auf Distanz. Der Unterschied zwischen Hamilton und Rosberg betrug 0,175 Sekunden. Wobei Rosberg seine Bestzeit erst in der vierten fliegenden Runde schaffte, Hamilton bereits in der ersten. Das Duell ist also wieder ziemlich ausgeglichen. Das bestätigten auch die Dauerläufe. Hamiltons Durchschnittszeit nach 14 Runden betrug 1:20.619 Minuten. Rosberg lag trotz eines unterschiedlichen Programms mit 1:20.668 Minuten nach 13 Runden nur einen Wimpernschlag dahinter.

Ferrari macht beim Motor Schritt nach vorn

Hinter den Mercedes herrscht Bewegung im Feld. Das Upgrade von Ferrari zeigte Wirkung, auch wenn die Stimmung im roten Lager nicht vollständig glücklich war. Immerhin hat Ferrari Red Bull wieder eingeholt. Sebastian Vettel lag mit der drittschnellsten Zeit zwar ein Zehntel vor den roten Autos, aber der Weltmeister fuhr seine Zeit 18 Minuten nach Kimi Räikkönen und 23 Minuten nach Fernando Alonso. Also auf einer besseren Strecke.

Ferrari brachte eine neue Motorabdeckung und Modifikationen an den Flügeln und am Unterboden mit nach Montreal. Die flachere Motorverkleidung mit den weiter hinten mündenden Luftauslässen ist definitiv ein Fortschritt, doch ob sie im auch Rennen gefahren wird, muss noch entschieden werden. Es soll heiß werden am Renntag. Möglicherweise geht Ferrari mit dem Kühlpaket auf Nummer sicher - das heißt die alte Variante.

Einen Schritt nach vorne meldete auch die Motorfraktion. In beiden Ferrari wurden neue V6, neue Turbolader, eine neue MGU-H und neue Batterien eingebaut. Alle mit Verbesserungen im Bereich Zuverlässigkeit. Das erlaubt es Ferrari mit dem Motor näher ans Limit zu gehen. Also mehr Power aus der Elektro-Reserve und ein besseres Ansprechverhalten. Red Bull-Technikchef Adrian Newey grummelte: "Ferrari hat beim Motor größere Fortschritte gemacht als wir."

Bei den Longruns splittete Ferrari die Arbeit. Kimi Räikkönen rückte auf den härteren Reifen aus, die über eine längere Distanz konstanter und schneller sind. Deshalb lag seine Durchschnittszeit von 1:20.528 Minuten knapp unter den Mercedes-Werten. Fernando Alonso fuhr seine Rennsimulation mit den extraweichen Reifen und kam auf einen Mittelwert von 1:21.232 Minuten. Das wären sechs Zehntel pro Runde langsamer als Mercedes.

Neue Red Bull-Nase nur für schnelle Strecken

Bei Red Bull hörte man unterschiedliche Einschätzungen zum Kräfteverhältnis. Die Ankündigung von Renault, dass man ab sofort 100 Prozent des Potenzials abrufen könne, weckte große Erwartungen. Die aber wurden nicht erfüllt. Sebastian Vettel fuhr auf eine Runde im Bereich der Ferrari. Die hatte man zuletzt locker im Griff. Sein Acht-Runden-Longrun auf den extraweichen Sohlen mit 1:20.619 Minuten zeigt, dass der Red Bull RB10 weiterhin ein Reifenflüsterer ist. Daniel Ricciardo kam nur auf 1:21.319 Minuten.

Teamberater Helmut Marko lobte den Fortschritt von Renault und gab sich hoffnungsfroh für den Heim-Grand Prix in zwei Wochen in Österreich: "Da bringt Total noch einmal neues Benzin. Wenn die Werte stimmen, die man uns verspricht, sollten wir in der Lage sein, die Mercedes unter Druck zu setzen."

Technikchef Newey ist weniger optimistisch: "Wir verlieren immer noch zu viel Zeit auf der Geraden. Ich zweifle, ob der Sprit von Total ausreichen wird, die Lücke zu schließen." Newey brachte eine neue Nase und einen Heckflügel für mittleren Abtrieb nach Kanada. "Die Nase ist nur für die schnellen Strecken gedacht", präzisierte er. "In Österreich fahren wir wieder die alte."

Williams profitiert vom Streckenlayout

Williams führt die Liga der Mercedes-Kunden an. "Das liegt an der Strecke. Am Auto haben wir nichts geändert", erklärte Felipe Massa, die die sechstschnellste Tageszeit auf die Bahn legte. Im Longrun war der Brasilianer mit 1:19.886 Minuten in einem 16-Runden-Stint der schnellste im Feld. Seine Begründung: "Ich bin im Gegensatz zu den meisten anderen mit den härteren Reifen gefahren. Die sind auf die Distanz schneller." Es war wohl auch etwas weniger Benzin an Bord. "Hoffentlich", grinste Mercedes-Technikchef Paddy Lowe. "Sonst müssten wir uns warm anziehen."

Force India konzentrierte sich voll auf das Rennen. Deshalb verschwanden Nico Hülkenberg und Sergio Perez im Mittelfeld. "Eine tiefe 1:17er Zeit schaffe ich auch. Aber für die Williams hätte es nicht gereicht", meinte Hülkenberg. Mit einer durchschnittlichen Rennzeit von 1:21.026 Minuten lag der WM-Fünfte ungefähr auf dem Niveau der McLaren. Jenson Button kam auf 1:20.902 Minuten.

Die besten Bilder vom Trainingsfreitag in Montreal finden Sie in unserer Fotogalerie.

FahrerTeamZeit/RückstandRunden
1. Lewis HamiltonMercedes1:16.118 Min.42
2. Nico RosbergMercedes+ 0.17539
3. Sebastian VettelRed Bull+ 0.45526
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0.53031
5. Fernando AlonsoFerrari+ 0.58327
6. Felipe MassaWilliams+ 0.65637
7. Valtteri BottasWilliams+ 0.77537
8. Kevin MagnussenMcLaren+ 0.93442
9. Jenson ButtonMcLaren+ 0.94138
10. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 1.06240
11. Romain GrosjeanLotus+ 1.50828
12. Daniel RicciardoRed Bull+ 1.52636
13. Nico HülkenbergForce India+ 1.59435
14. Sergio PerezForce India+ 1.70133
15. Pastor MaldonadoLotus+ 1.75027
16. Adrian SutilSauber+ 1.84647
17. Esteban GutierrezSauber+ 2.22243
18. Max ChiltonMarussia+ 2.57534
19. Daniil KvyatToro Rosso+ 2.6149
20. Kamui KobayashiCaterham+ 4.12638
21. Marcus EricssonCaterham+ 6.30013
22. Jules BianchiMarussia+ 16.0093
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