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Trainingsanalyse GP Kanada 2016

Red Bull sucht mehr Grip

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Kanada - Montreal - Freitag - 10.6.2016 Foto: sutton-images.com 115 Bilder

Mercedes dominierte den ersten Trainingstag in Montreal mit zwei Bestzeiten und den schnellsten Longruns auf den harten Reifen. Ferrari konnte bis auf zwei Zehntel aufschließen. Red Bull dagegen ist noch im Niemandsland. Die Reifen bauen viel zu stark ab.

10.06.2016 Michael Schmidt

Auf der ersten Power-Strecke des Jahres hat Mercedes das Zepter wieder in die Hand genommen. Lewis Hamilton führte in beiden Trainingssitzungen die Rangliste an. Mit seiner Zeit von 1.14,212 Minuten am Nachmittag lag der Engländer bereits unter seiner Trainingsbestzeit (1.14,393 min) aus dem Vorjahr.

Mercedes beherrschte auch die Rennsimulationen. Auch wenn Kimi Räikkönen mit 1.18,432 Minuten die Rangliste der Ultrasoft-Longruns knapp vor Lewis Hamilton anführte. Und obwohl Sergio Perez mit den Supersoft-Gummis mit einem Mittel von 1.19,041 Minuten über insgesamt 17 Runden am schnellsten war. Der Mexikaner fuhr den Dauerlauf allerdings in zwei Portionen. Was eine Beurteilung schwierig macht.

Auf den Soft-Reifen führte kein Weg an den Silberpfeilen vorbei. Nico Rosberg war mit 1.17,598 Minuten über 9 Runden eine halbe Sekunde schneller als Teamkollege Hamilton. Und der hängte Räikkönen um eine weitere halbe Sekunde ab. Allerdings war der Finne 24 Runden am Stück unterwegs, während die Mercedes-Piloten sich mit 8 respektive 9 Runden begnügten.

Ferrari hat sich gesteigert

Ferrari hat einen Schritt nach vorne gemacht. Ob es am neuen Turbolader liegt oder den Modifikationen an der Hinterachse und der Motorabdeckung ist schwer zu beurteilen. GPS-Messungen lassen nicht erkennen, dass der Ferrari V6-Turbo dramatisch an Power zugelegt hätte. Doch vielleicht ließ es Ferrari nach Software-Problemen an Morgen auch ruhig angehen. Sebastian Vettel fuhr in der zweiten Sitzung mit 1.14,469 Minuten eine Rundenzeit, die immerhin hoffen lässt. Sie lag nur 0,257 Sekunden über dem Bestwert von Hamilton.

Red Bull konnte die Vorschusslorbeeren noch nicht bestätigen. Am Morgen sah es mit der viertschnellsten Runde von Max Verstappen auf Soft-Reifen noch vielversprechend aus, doch als sich der Asphalt am Nachmittag auf 46 Grad aufheizte, kämpften beide Red Bull-Piloten mit großen Balanceproblemen und hohem Reifenverschleiß. Bei den Dauerläufen fehlte auf Mercedes und Ferrari über eine Sekunde. Teamberater Helmut Marko versprach: „So schlecht wie heute werden wir am Samstag nicht aussehen.“ Red Bull vertraut darauf, dass die Temperaturen zum Wochenende hin wieder fallen werden. Und für den Renntag ist Regen nicht ausgeschlossen.

Supersoft-Reifen war keine populäre Wahl

Bei den Reifen ergibt sich noch kein klares Bild. Mercedes spulte mit einem Satz Ultrasoft-Reifen bis zu 30 Runden ab. Das spricht für ein Einstopprennen, weil der Soft-Reifen locker die Restdistanz schaffen kann. Die größten Probleme gab es mit der Supersoft-Mischung. Die Teams haben ohnehin wenig Garnituren davon bestellt und sind diese in den meisten Fällen am ersten Trainingstag schon wieder losgeworden.

Nach Angaben von Pirelli sind sowohl der Ultrasoft- als auch der Supersoft-Reifen für kühlere Bedingungen geeignet. Sie arbeiten in einem Arbeitsfenster von 85 bis 115 Grad optimal. Die Mischung Soft fühlt sich dagegen bei Hitze am wohlsten. Der Arbeitsbereich ist mit 100 bis 125 Grad angegeben. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigte sich, dass es zwischen Ultrasoft und Supersoft sehr wohl Unterschiede gibt. Für die kühlen Bedingungen am Renntag von Monte Carlo war der Supersoft-Reifen die bessere Wahl. Die Mercedes-Ingenieure rechnen damit, dass es in Montreal wieder so eintreffen könnte. Für eine schnelle Trainingsrunde ist der Ultrasoft Pflicht. Er ist etwa vier Zehntel schneller als die nächsthärtere Mischung.

Williams führt das Verfolgerfeld an

Im Verfolgerfeld machte Williams die stärkste Figur vor Force India und Toro Rosso. Valtteri Bottas und Felipe Massa waren auf den Ultrasoft-Sohlen im Schnitt rund acht Zehntel langsamer als die Spitze. Auf den Soft-Reifen schoben sich die Toro Rosso und der McLaren-Honda von Fernando Alonso vor die Williams.

Trotz der großen Bedeutung der Motorleistung machte McLaren eine passable Figur. Die neuen Turbolader von Honda haben sich bewährt. So kann jetzt über einen längeren Zeitraum volle elektrische Leistung abgerufen werden. Der nächste Schritt ist bereits geplant. In Österreich, spätestens in England, bringt Honda eine weitere Ausbaustufe. Dann betrifft es den Motor.

FahrerØ längster LongrunRundenReifentyp
1. Räikkönen1.18,432 Min.9ultrasoft
2. Hamilton1.18,48014ultrasoft
3. Rosberg1.18,64520ultrasoft
4. Vettel1.18,69617ultrasoft
5. Bottas1.19,26714ultrasoft
6. Massa1.19,26910ultrasoft
7. Button1.19,4698ultrasoft
8. Ricciardo1.19,60113ultrasoft
9. Perez1.19,80217ultrasoft
10. Hülkenberg1.19,81216ultrasoft
11. Sainz1.20,01115ultrasoft
12. Alonso1.20,10414ultrasoft
13. Grosjean1.20,40323ultrasoft
14. Ericsson1.20,46217ultrasoft
15. Magnussen1.20,51917ultrasoft
1. Perez1.18,8309supersoft
2. Hülkenberg1.19,42720supersoft
3. Bottas1.19,46715supersoft
4. Kvyat1.19,6107supersoft
5. Verstappen1.19,66217supersoft
6. Button1.19,83211supersoft
7. Ricciardo1.19,84313supersoft
8. Ericsson1.21,79816supersoft
1. Rosberg1.17,5989soft
2. Hamilton1.18,0528soft
3. Räikkönen1.18,57624soft
4. Sainz1.18,62111soft
5. Kvyat1.18,87022soft
6. Alonso1.18,8779soft
7. Massa1.18,91921soft
8. Vettel1.18,9666soft
9. Gutierrez1.19,52012soft
10. Magnussen1.20,16017soft
11. Wehrlein1.20,72523soft
12. Palmer1.20,98131soft
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