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Trainingsanalyse GP Malaysia 2015

Ferrari näher an Mercedes dran?

Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - GP Malaysia - 28. März 2015 Foto: xpb 118 Bilder

Mercedes liegt in Führung, Ferrari ist Zweiter. Keine große News. Trotzdem verdient der erste Trainingstag zum GP Malaysia Beachtung. Der Vorsprung von Mercedes ist deutlich geschrumpft. Verdacht im Fahrerlager: Lewis Hamilton und Nico Rosberg haben mit der Konkurrenz nur gespielt.

27.03.2015 Michael Schmidt

Mercedes kann seine Überlegenheit nicht genießen. Wird sie zu groß, treten die Heckenschützen auf den Plan. Red Bull hat seinen Vorschlag für ein neues Reglement bereits schriftlich bei der FIA eingereicht. Liegt es da nicht auf der Hand, etwas Tempo rauszunehmen, um nicht schlafende Hunde zu wecken?

Die Rundenzeiten des ersten Trainingstages sprechen dafür. Ferrari lag auf eine Runde nur 0,373 Sekunden zurück. Und Kimi Räikkönen kam im Longrun auf ein Hundertstel bis an Lewis Hamilton heran. Dabei drehte er drei Runden mehr.

Red Bull-Berater Helmut Marko giftet in Richtung Silberpfeile: "Die sind doch mit angezogener Handbremse gefahren. Ziehen neue Reifen auf, und schaffen nicht mal eine Sektorbestzeit. Jetzt wird es langsam lächerlich."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestreitet diese Theorie: "Es macht keinen Sinn, mit gedrosseltem Tempo zu fahren. Dann würden wir nichts für das Rennen lernen. Beide Fahrer hatten heute Setup-Probleme. Und Nico hat keine vernünftige Runde zusammengebracht."

Leidet Mercedes unter der Hitze von Malaysia?

Hamilton bestätigte die Einschätzung seines Chefs: "Nach dem Motorproblem in der Früh haben wir die Abstimmung nicht angefasst um Zeit zu sparen. Es ist das Melbourne-Setup und wahrscheinlich nicht optimal für diese Strecke hier." Hamilton verlor nach einer Reparatur am Einlasssystem des Mercedes-Motors 38 Minuten im zweiten Training. Trotzdem setzte er mit 1.39,790 Minuten die Tagesbestzeit. Teamkollege Nico Rosberg war eine halbe Sekunde langsamer: "Ich habe die weichen Reifen nicht zum Arbeiten gebracht. Das Problem müssen wir lösen."

Der Abstand zu Ferrari schrumpfte von über einer Sekunde in Melbourne auf 0,373 Sekunden. Im Longrun lag nur ein Augenzwinkern zwischen Mercedes und Ferrari. Hamilton drehte sechs Runden am Stück mit einem Schnitt von 1.45,069 Minuten. Kimi Räikkönen war mit 1.45,079 Minuten nur eine Hunderstelsekunde langsamer. Sebastian Vettel lag mit 1.45,678 Minuten im Mittel von 12 Runden drei Zehntel hinter Rosberg, der nur 7 Runden am Stück unterwegs war und auf 1.45,313 Minuten kam. Der große Unterschied zwischen den beiden Ferrari-Piloten kam durch die Reifenmischungen zustande: Räikkönen fuhr wie in Australien seinen Longrun auf Medium-Reifen, Vettel auf der harten Mischung.

Wolff begründet die knappen Abstände mit den extremen Umständen. 33 Grad Lufttemperatur, über 60 Grad auf dem Asphalt. "Wir haben auch im Vergleich zum Vorjahr nicht das Delta wie in Melbourne. Vielleicht erklärt das die engen Zeiten."

Ferrari-Technikchef James Allison traut dem Braten nicht: "Das Tempo ist gut, die Reifenabnutzung ist gut, und trotzdem traue ich mir kein Urteil zu. Jeder fährt am Freitag ein unterschiedliches Programm. Wir werden die Freitagsprogramme erst in ein paar Rennen besser einordnen können." Williams-Chefingenieur Rob Smedley kann sich den geringen Vorsprung der Mercedes nur so erklären: "Vielleicht müssen sie in der Hitze die Verkleidung mehr aufmachen als andere und schenken so Abtrieb her."

Bottas verliert Teile der Bremsbelüftung

Williams lag sowohl auf eine Runde als auch in der Rennsimulation deutlich hinter Mercedes und Ferrari. Relevant ist der Longrun von Felipe Massa, der in neun Runden eine durchschnittliche Zeit von 1.46,020 Minuten auf die Bahn legte. Mit einem deutlichen Reifenabbau am Ende.

Valtteri Bottas fuhr gehandikapt. Während seines Dauerlaufs verabschiedeten sich Teile der Bremsbelüftungen vom Auto. Smedley macht sich keine Sorgen: "Jeder weiß, dass wir am Freitag schwerer fahren als alle anderen. Unser Auto ist von der Kühlung her effizienter als andere. Das könnte ein Joker werden."

Bei Red Bull ging wieder viel schief. Daniel Ricciardo strandete mit einem Schaden an der MGU-K. Bei Daniil Kvyat lieferte ein Getriebesensor falsche Impulse. Trotzdem erzielte der Russe in seinem kurzen Longrun von 5 Runden einen Mittelwert von 1.46,119 Minuten. Marko verteilte Streicheleinheiten an Motorenpartner Renault: "Die Software ist jetzt wieder auf dem Stand der Testfahrten. Und wir können jetzt die PS abrufen, die man uns verspricht." Kleiner Wermutstropfen: Der Reifenverschleiß ist höher als erwartet.

McLaren-Honda schafft 88 Runden

Hinter den großen Vier hinterließ Pastor Maldonado mit 1.46,302 Minuten den besten Eindruck. Marcus Ericsson folgt ihm mit 1.46,597 Minuten. Sein Teamkollege Felipe Nasr rapportierte Bremsprobleme. Ericsson kommt das bekannt vor. Er hatte sie bereits in Melbourne. Trotzdem ist Sauber wieder ein Punktekandidat. Ericsson schaffte es im Klassement mit 1,471 Sekunden Rückstand auf Hamilton in die Top Ten.

Die Toro Rosso-Piloten wurden unter Wert geschlagen. Sie drehten mehr Runden am Stück als die Konkurrenz. Verstappen war 13 Runden lang unterwegs. Weil die Reifen ab dem achten Umlauf zu leiden beginnen, zieht sie das in der Durchschnittszeit herunter. Die 1.46,913 Minuten von Carlos Sainz und die 1.47,352 Minuten von Max Verstappen sind deshalb besser als es den Anschein hat.

Nico Hülkenberg lag mit 1.47,443 Minuten im Bereich von Verstappen. Trotzdem litten die Force India unter dem fehlenden Abtrieb. Kollege Sergio Perez war ständig neben der Strecke.

Abgeschlagen dagegen die beiden McLaren-Honda. Auf eine Runde schlug Heimkehrer Fernando Alonso Teamkollege Jenson Button um 0,131 Sekunden. Auf die Spitze fehlten 2,716 Sekunden. Honda gab auf eine Runde mehr Power frei, und McLaren war mit einem stark modifizierten MP4-30 angetreten.

Im Longrun sah es schlechter für McLaren aus. Button war mit 1.48,067 Minuten der Schnellere. Alonso hatte die härteren Reifen aufgezogen, was seine Longrun-Zeit von 1.48,647 Minuten erklärt. Einzig positiver Aspekt: Die McLaren-Piloten drehten 88 Runden.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen die Highlights des ersten Trainingstags von Malaysia.

FahrerTeamZeit / RückstandRunden
1. Lewis HamiltonMercedes1:39.790 Minuten16
2. Kimi RäikkönenFerrari+ 0.373 Sek.29
3. Nico RosbergMercedes+ 0.42826
4. Daniil KvyatRed Bull+ 0.55617
5. Valtteri BottasWilliams+ 0.66031
6. Felipe MassaWilliams+ 0.77027
7. Sebastian VettelFerrari+ 0.86229
8. Max VerstappenToro Rosso+ 1.43030
9. Marcus EricssonSauber+ 1.47130
10. Daniel RicciardoRed Bull+ 2.0098
11. Pastor MaldonadoLotus+ 2.08715
12. Felipe NasrSauber+ 2.19830
13. Sergio PerezForce India+ 2.45224
14. Carlos SainzToro Rosso+ 2.50131
15. Nico HülkenbergForce India+ 2.54028
16. Fernando AlonsoMcLaren-Honda+ 2.71625
17. Jenson ButtonMcLaren-Honda+ 2.84724
18. Romain GrosjeanLotus+ 3.1587
19. Will StevensManor F1+ 5.91412
20. Roberto MerhiManor F1+ 7.4396
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