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Trainingsanalyse GP Monaco 2016

Aufpassen auf Toro Rosso

Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Monaco 2016 Foto: sutton-images.com 89 Bilder

Daniel Ricciardo war der Mann des ersten Trainingstages. Der Australier verwies die Mercedes-Piloten mit seiner Bestzeit klar in die Schranken. In den Longruns dagegen machten die Ferrari und besonders die Toro Rosso die stärkste Figur.

26.05.2016 Michael Schmidt

Entwickelt sich Red Bull zum großen Mercedes-Schreck? Wenn die Bestzeit von Daniel Ricciardo ein Maßstab ist, dann muss diese Behauptung so stehenbleiben. Der Australier erzielte mit 1.14,607 Minuten eine überlegene Tagesbestzeit. Er war damit um 0,606 Sekunden schneller als Lewis Hamilton und um 0,899 Sekunden als Nico Rosberg. Mehr noch: Ricciardos 4 schnellsten Runden (1.14,607 - 1.14,785 - 1.15,015 - 1.15,123) lagen unter dem besten Wert der Mercedes-Piloten.

Doch Ricciardo war in diesen Runden auch mit voller Motor-Power unterwegs. Um auf der Strecke zu bestätigen, was das Renault-Upgrade anhand der Daten bringen soll. Ricciardo lobte: "Ein bisschen kam vom Motor, ein bisschen vom Auto. Ich habe viel Vertrauen und das ist die halbe Miete auf dieser Strecke." Mercedes drehte wie immer in den freien Trainingssitzungen die Leistung weit zurück.

Das erklärt einen Teil des Rückstandes. Die Mercedes-Ingenieure glaubten vor dem Training, dass eine Zeit von 1.14,1 Minuten für die Pole Position möglich ist. Wenn die Strecke weiter so an Grip gewinnt, werden sie diese Meinung revidieren müssen. Dann ist auch Sebastian Vettels Pole-Rekord von 1.13,556 Minuten aus dem Jahr 2011 in Gefahr.

Red Bull-Berater Helmut Marko sieht seine Fahrer noch nicht auf der Pole Position: "Mal schauen, was Mercedes am Samstag noch an Leistung auspacken kann. Das Ziel ist es aber, ein Auto in die erste Startreihe zu bringen."

Ultrasoft-Reifen am meisten im Einsatz

Nirgendwo ist der Startplatz und die Position auf der Strecke so wichtig wie in Monte Carlo. Deshalb rücken die Longruns auch im Programm der Teams im Vergleich zu anderen Strecken in den Hintergrund. Die Hälfte des zweiten Trainings wurde damit verbracht, die Autos im Qualifikationstrim zu checken. Erst dann kamen die Dauerläufe an die Reihe. Hauptsächlich um herauszufinden, wie lange die einzelnen Reifen halten.

Ricciardo fuhr mit 21 Runden den längsten Stint auf den Ultrasoft-Reifen. Es gehen aber auch locker noch 10 Runden mehr. Dem Supersoft-Reifen trauen die Ingenieure bis zu 50 Runden zu, auch wenn im zweiten Training keiner länger als 17 Runden am Stück damit gefahren ist.

Die härteste Mischung hält ewig. "Ob am Ende der Soft oder der Supersoft als zweiter Reifen nach dem Boxenstopp zum Einsatz kommt, hängt von der Balance des Autos ab", erklärt Force India-Technikchef Andy Green. Der Force India fühlte sich auf der Soft-Mischung wohler. Nico Hülkenberg lag damit im Bereich der Ferrari und Toro Rosso.

Der beliebteste Reifen des ersten Trainingstages war aber der Ultrasoft-Gummi. Insgesamt 2.273 Kilometer spulten die Fahrer mit der weichsten Option im Pirelli-Angebot ab. Die schnellste Zeit auf dem Ultrasoft lag 8 Zehntel unter der Supersoft-Bestzeit (Hamilton, 1.15,489 min) und 1,9 Sekunden unter dem schnellsten Mann auf Soft-Reifen (Kvyat, 1.16,529 min).

Sainz führte Supersoft-Rangliste an

Die Analyse von Dauerläufen ist in Monte Carlo eine mühsame Angelegenheit. Weil die Piloten immer wieder in den Verkehr geraten, weil drei Mal eine virtuelle Safety-Car-Phase ausgerufen wurde und weil viele Fahrer Abkühlrunden in ihre Longruns mit einbauten.

Nico Rosberg spulte in seiner Rennsimulation über 18 Runden mit dem Ultrasoft-Reifen 9 langsame Runden ab. So konnten auch nur 9 Runden zur Berechnung des Durchschnittswerts herangezogen werden. Nach dieser Kalkulation war er mit 1.19,031 Minuten eine Spur schneller als Daniel Ricciardo, der in seinen 20 Runden nur 5 Mal vom Gas ging. "Deshalb ist das schwer miteinander zu vergleichen", urteilte Marko.

Lewis Hamilton brachte überhaupt keinen Longrun zusammen. Der von Sebastian Vettel mit den Ultrasoft-Reifen zog sich inklusive Boxenstopp über 2 Etappen hin. Das erklärt die überlegene Longrun-Bestzeit mit 1.18,360 Minuten. Nicht unbedingt repräsentativ. Mehr schon Vettels 16-Runden-Stint mit den Supersoft-Sohlen. 5 Runden mussten herausgerechnet werden. Dann war Vettel mit 1.19,077 Minuten der Zweitschnellste auf diesem Reifentyp.

Der Ferrari-Pilot hatte einen ereignisreichen Nachmittag. Einmal drehte er sich in Mirabeau, einmal streifte er die Leitplanke in Ste. Dévote. "Wir haben heute einiges probiert, und nicht alles ist gelungen", meinte Vettel und tröstete sich mit der Monaco-Weisheit: "Abgerechnet wird am Samstag."

Vettel wurde nur geschlagen von dem Auto, das auf den Longruns am besten abschnitt. Carlos Sainz führte mit 1.18,686 Minuten über 10 Runden die Supersoft-Zeitenliste an, und der Spanier lag mit 1.18,807 Minuten über 11 Runden auf Platz 2 mit den Ultrasoft-Gummis.

Teamkollege Daniil Kvyat war Zweiter auf der härtesten Reifenmischung. Der 12-Runden-Turn des Russen mit 1.19,210 Minuten im Schnitt war deutlich aussagekräftiger als die 1.19,113 Minuten von Kimi Räikkönen über 7 Runden. Auch der Finne war mit 5 Abkühlrunden unterwegs, und er war weniger lang unterwegs.

McLaren muss noch zulegen

Einen starken Eindruck hinterließen auch die Force India. Williams hatte die üblichen Probleme. "Ein schlimmer Tag", urteilte Felipe Massa, der bei einem Crash in der ersten Sitzung sein Auto stark beschädigte. Auch Renault war nicht zufrieden. Beide Piloten hatten Mauerkontakt, beide klagten über starkes Übersteuern. Einziger Lichtblick. "Der neue Motor ist eine Bombe", freut sich Einsatzleiter Alan Permane.

Die McLaren-Piloten rapportierten Untersteuern. Fernando Alonso und Jenson Button sind sowohl von der schnellsten Runde als auch den Longruns noch ein Stück weit von den optimistischen Ansagen der Chefetage entfernt. Es sieht im Moment nicht nach Podium aus. "Wir haben wegen der fehlenden Power nicht die Flexibilität der anderen Teams. Bei uns muss jeder Baustein perfekt passen, wenn wir schnell sein wollen. Das ist am Samstag aber immer noch möglich", beschwichtigt Teamchef Eric Boullier.

Die besten Bilder vom Trainings-Donnerstag finden Sie in unserer Galerie.

FahrerSchnitt längster LongrunRundenReifentyp
1. Vettel1.18,3608ultrasoft
2. Sainz1.18,80711ultrasoft
3. Rosberg1.19,0319ultrasoft
4. Ricciardo1.19,07015ultrasoft
5. Massa1.19,6299ultrasoft
6. Verstappen1.19,7098ultrasoft
7. Gutierrez1.19,97711ultrasoft
8. Bottas1.19,9946ultrasoft
9. Magnussen1.20,2319ultrasoft
10. Button1.20,46511ultrasoft
11. Alonso1.20,60011ultrasoft
12. Ericsson1.20,9409ultrasoft
13. Wehrlein1.21,3347ultrasoft
14. Nasr1.21,75416ultrasoft
1. Sainz1.18,68610supersoft
2. Vettel1.19,07711supersoft
3. Button1.19,5927supersoft
4. Bottas1.19,9126supersoft
5. Wehrlein1.22,03411supersoft
1. Räikkönen1.19,1137soft
2. Kvyat1.19,21012soft
3. Hülkenberg1.19,34111soft
4. Perez1.19,89013soft
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