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Trainingsanalyse GP Österreich 2015

Massa als Favoritenschreck

Felipe Massa - Williams - GP Österreich - Formel 1 - Freitag - 19.6.2015 Foto: Wolfgang Wilhelm 97 Bilder

Mercedes und Ferrari lieferten sich auf eine Runde und in den Dauerläufen ein Kopf-an Kopf-Rennen. Doch am Red Bull-Ring könnte den Dauerkontrahenten mit Williams ein neuer Gegner erwachsen. Felipe Massa ist nach seinem Longrun der Favoritenschreck.

19.06.2015 Michael Schmidt

Der Red Bull-Ring streitet sich mit Interlagos um den Titel der kürzesten Rundenzeit. Deshalb sind auch die Abstände minimal. Im zweiten Training zum GP Österreich trennen Platz 1 von Rang 17 nur 2,076 Sekunden. Ähnlich eng geht es bei den Rennsimulationen zu. Auch da lagen die Zeitunterschiede teilweise im Tausendstelbereich.

Vettel nur mit 32 Runden am Freitag

Die schnellste Runde des Tages ging ausnahmsweise nicht an Mercedes. Sebastian Vettel fuhr sie mit 1.09,600 Minuten. Um 0,011 Sekunden schneller als Nico Rosberg. Dafür konnte Vettel bei den Longruns nicht glänzen. Der WM-Dritte blieb zwei Mal vorzeitig liegen. Mit gebrochener Antriebswelle und einem Getriebeschaden. Vettel kam insgesamt nur auf 32 Runden. Teamkollege Kimi Räikkönen fuhr mit 63 Runden ein normales Programm.

Vettels längste Ausfahrt bestand nur aus sechs Runden auf dem härteren der beiden Pirelli-Reifen. Wäre der Schnitt von 1.11,765 Minuten relevant, müsste sich Mercedes Sorgen machen. Doch bei dem relativ kurzen Stint ist davon auszugehen, dass weniger Benzin an Bord war. Ferrari setzte Mercedes auch so unter Druck. Kimi Räikkönen schaffte auf einer 11-Runden-Basis mit 1.13,035 Minuten den schnellsten Longrun. Und das auf den harten Reifen. Über 16 Runden wurde der Finne sogar noch schneller. Mit 1.12,890 Minuten im Schnitt war er nur einer von zwei Piloten, die es schafften, die 1.13er Marke zu knacken.

Williams-Upgrade zahlt sich aus

Und der andere? Ein Mercedes-Pilot? Mitnichten. Felipe Massa machte es wie Räikkönen. Der Brasilianer war im Mittel von 26 Runden schneller als im Durchschnitt von 11. Für die Rangliste ziehen wir den 11-Runden-Schnitt mit 1.13,131 Minuten heran. Nach 26 Runden blieb die Uhr bei 1.12,947 Minuten stehen. Davor zogen auch die Mercedes-Strategen den Hut: "Es sieht nach einem ganz engen Rennen zwischen Ferrari, Williams und uns aus. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Williams am Freitag immer etwas schwerer als die Konkurrenz unterwegs sind."

Valtteri Bottas musste seinen Longrun unterbrechen. Er nahm eine Setup-Änderung vor, weil die Aero-Stabilität nicht stimmte. Die beiden Teilabschnitte sahen aber ebenfalls extrem stark aus. Lotus-Einsatzleiter Alan Permane fällt bei der Analyse der Massa-Zeiten auf: "Felipe ist zwischendrin mal sechs 1.12er Zeiten am Stück gefahren. Das hat er vorher und danach nicht mehr geschafft. Das sieht mir so aus, als hätte er die Power kurzfristig hochgedreht."

Williams hatte die Szene am Red Bull-Ring schon im letzten Jahr überrascht. Da starteten Massa und Bottas aus der ersten Reihe. Doch in diesem Jahr war der Rückstand der weißen Autos auf die Spitze angewachsen. Ein großes Upgrade könnte die Wende schaffen. Technikchef Pat Symonds zählt auf, was alles neu ist: "Unterboden, Heckflügel, Motorabdeckung, hintere Bremsbelüftungen und die Leitbleche unter der Nase." Das Urgestein der Formel 1 erwartet ein Einstopp-Rennen: "Beide Reifen halten 50 Runden." Massa warnt allerdings vor zu großem Optimismus: "Um die Mercedes im Rennen zu schlagen, müssen wir einen perfekten Tag haben und die einen schlechten."

Sieben Fahrer in drei Zehnteln

Die Mercedes lagen diesmal nur auf den Verfolgerplätzen. Lewis Hamilton fuhr 15 Runden mit den Supersoft-Reifen, Nico Rosberg 19 Runden mit der härteren Mischung. In der Quersumme waren beide fast gleich schnell. Der Vergleich auf die lange Distanz ging mit acht Tausendstel zugunsten von Rosberg aus.

Hinter den Top 3 klafft in den Rennsimulationen ein großes Loch. Dann folgt im Abstand von sechs Zehntel ein dicht gestaffeltes Feld aus Force India, Sauber, Lotus, Red Bull und Toro Rosso. Bei gleichem Vergleichsmaßstab liegt Nico Hülkenberg mit 1.13,743 Minuten ganz knapp vor Felipe Nasr (1.13,767 min), Daniil Kvyat (1.13,838 min), Carlos Sainz (1.13,839 min), Daniel Ricciardo (1.13,956 min), Sergio Perez (1.13,958 min) und Pastor Maldonado (1.14,018 min).

Aus dieser Gruppe waren Maldonado und Kvyat mit den Soft-Reifen unterwegs. Sie legten über die Gesamtdistanz des Dauerlaufs sogar noch zu. Kvyat auf 1.13,722 Minuten und Maldonado auf 1.13,980 Minuten. Der Unterschied zwischen den beiden Reifentypen ist im Dauerbetrieb minimal. "Schwer zu sagen, was der bessere Rennreifen ist. Bei uns körnt der Supersoft-Reifen vorne etwas, was an den kühlen Temperaturen liegt", erzählte Hülkenberg. Der Le Mans-Sieger sieht auch in Österreich gute Chancen auf WM-Punkte, warnt aber: "Es geht so eng zu, dass du mit zwei Zehnteln richtig viele Plätze verlieren kannst."

Lotus-Bremsen am Limit

Romain Grosjean rückte mit Supersoft-Reifen aus, drehte aber nur 11 Runden. Die lagen im Schnitt aber bei 1.13,470 Minuten. Was andeutet, dass mit Lotus auch in Österreich wieder zu rechnen ist. Alan Permane macht sich nur um die Bremsen Sorgen. "Die sind hier ziemlich am Limit." Anmerkung: Das waren sie in Montreal auch schon.

Erstaunlich stark präsentierte sich Sauber. Nasr fühlte sich auf Anhieb auf der Strecke wohl, auf der er im letzten Jahr das GP2-Rennen gewonnen hat. Red Bull-Berater Helmut Marko nimmt die guten Zeiten von Sauber zum Anlass, die Bedeutung des Motors auf Red Bulls Hausstrecke herauszustellen: "Die ersten zwei Geraden führen aus sehr langsamen Kurven heraus bergauf. Da wird bei uns der größte Schaden angerichtet." Die Red Bull- und ToroRosso-Piloten müssen verlorenen Boden im letzten Streckensektor wieder gutmachen. Dort sind die Kurven, die vom Auto Abtrieb verlangen. 

Ab sofort bieten wir Ihnen einen noch besseren Longrun-Service an. In der unten stehenden Tabelle vergleichen wir zwei Longruns. Den jeweils längsten, und dann aus diesem herausgelöst den Schnitt einer Minimumzahl von Runden, die jeder Fahrer zurückgelegt hat.

Am Red Bull-Ring waren das 15 Runden für den Supersoft-Reifen von Pirelli und 11 Runden für die härtere Mischung. Dieser Wert ist für den Speed des Autos unter Rennbedingungen repräsentativer, da der Abbau der Reifen sich auf die gleiche Rundenzahl bezieht. Sie finden ihn in der ersten Spalte. Dazu liefern wir Ihnen noch die bei der Rennsimulation verwendete Reifensorte.

FahrerØ bester 15 (11)-Runden LongrunØ längster LongrunRundenReifen
Räikkönen1.13,035 (11)1.12,89023soft
Hamilton1.13,0371.13,03715supersoft
Massa1.13,1311.12,94726supersoft
Rosberg1.13,200 (11)1.13,02919soft
Hülkenberg1.13,7431.13,74315supersoft
Nasr1.13,7671.13,76715supersoft
Kvyat1.13,838 (11)1.13,72216soft
Sainz1.13,8391.13,81520supersoft
Ricciardo1.13,9561.13,79125supersoft
Perez1.13,9581.13,89516supersoft
Maldonado1.14,028 (11)1.13,98020soft
Ericsson1.14,029 (11)1.14,02911soft
Verstappen1,14,0361.14,03615supersoft
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