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Trainingsanalyse GP Ungarn 2015

Red Bull hinter Mercedes, aber vor Ferrari

Hamilton - Rosberg - Mercedes - GP Ungarn 2015 - Training Foto: xpb 107 Bilder

Der Motorschaden von Daniel Ricciardo hat viele Longruns abgekürzt. Trotzdem hat sich nach dem ersten Trainingstag zum GP Ungarn eine neue Konstellation herauskristallisiert. Mercedes macht das Tempo. Red Bull ist der stärkste Verfolger. Vor Ferrari, Toro Rosso und Williams.

24.07.2015 Michael Schmidt

Das Bild nach den Freitags-Dauerläufen ist relativ klar. Und es ist anders als sonst. Mercedes fährt vorneweg, auch wenn die Rangliste der Longruns von zwei Red Bull angeführt wird. "Doch die legen am Samstag immer noch kräftig Power zu", weiß man bei Red Bull. Beim eigenen Motorpartner Renault kommt in der Qualifikation nicht mehr viel.

Red Bull hat Problem an Vorderachse gelöst

Auch, weil im Auto von Daniel Ricciardo wieder ein Motor hochgegangen ist. In der fünften Runde seines Longruns kündigte eine dicke Rauchfahne den Exitus des Renault V6-Turbo an. Der Australier hat jetzt nur noch Motor Nummer 5 aus seinem Kontingent. Und der soll bis Sochi halten. Sonst muss Ricciardo mindestens noch zwei Mal eine Motor-Strafe ausfassen.

Die Auferstehung von Red Bull hat zwei Gründe. Es gibt nur eine Gerade, dafür aber 14 Kurven, die sich alle aneinanderreihen. Damit wiegt das Renault-Handikap weniger schwer. "Und unser Auto ist deutlich besser als noch in Monte Carlo", verrät Teamberater Helmut Marko. Seit Silverstone hat Red Bull sein aerodynamisches Problem an der Vorderachse gelöst. Seitdem spüren die Fahrer beim Einlenken wieder Biss.

Vettel noch nicht zufrieden mit Setup

Auch nach Berechnungen von Mercedes ist Red Bull zweite Kraft. Vor Ferrari, Toro Rosso und Williams. Während Williams noch auf den berühmten Leistungsschub von Mercedes hofft, sucht Ferrari noch nach einer besseren Balance. Sebastian Vettels Programm wurden durch zwei Dreher unterbrochen. "Wir haben viel am Auto probiert, aber noch nicht den richtigen Weg gefunden", teilte Vettel mit.

Kimi Räikkönen musste für Ferrari die Kohlen aus dem Feuer holen. Mit 1.29,250 Minuten war der Finne nur zwei Zehntel langsamer als die Mercedes, aber dafür 0,3 Sekunden schneller als die Williams. Aber das Spiel kennen wir ja mittlerweile. Ferrari fällt am Samstag in Relation zur Konkurrenz immer noch zurück. Kleiner Hoffnungsschimmer. Räikkönen hat seinen Longrun auf den harten Reifen abgespult und war dabei besser als Felipe Massa auf den weichen Sohlen.

Mittendrin machte sich erneut ein Toro Rosso breit. Carlos Sainz platzierte sich mit 1.29,218 Minuten noch vor den Williams. Die Frage ist, ob die Toro Rosso-Piloten am Samstag das halten können, was der Freitag versprach.

Bei Mercedes war Lewis Hamilton auf eine Runde klar der schnellere Mann. Nico Rosberg entschuldigte sich für 0,719 Sekunden Rückstand mit Verkehr. Im Dauerlauf konnte dagegen der WM-Zweite punkten. Rosberg war auf den weichen Reifen im Fünfrunden-Dauerlauf um sechs Zehntel schneller. Auf den harten Sohlen lag Hamilton leicht vorne.

Pirelli rechnet mit zwei Stopps

Die Rennsimulationen waren etwas schwer zu lesen. Was aber nicht an den extrem heißen Temperaturen mit Asphalttemperarturen von 53 Grad lag, sondern an einer roten Flagge. Ausgelöst durch den Motorschaden von Ricciardo. Sie unterbrach viele Dauerläufe. Bei den Williams-Piloten war Felipe Massa der schnellere Mann. Der Brasilianer hatte den Reifenabbau besser im Griff als Valtteri Bottas.

Pirelli Sportchef Paul Hembery warnt, zu viel in die Longruns hineinzuinterpretieren. "Wir haben heute noch kein klares Bild gesehen. Der weichere Reifen ist in der ersten Runde um zwei Sekunden schneller. Und er ist auch der bessere Rennreifen." Mercedes-Teammager Ron Meadows präzisiert: "Im Longrun braucht der Medium-Reifen ein paar Runden länger, bis er die gleichen oder bessere Rundenzeiten produziert." Pirelli rechnet trotz der Hitze mit zwei Boxenstopps. Lotus-Pilot Pastor Maldonado jammerte: "Der harte Reifen ist wieder zu hart."

Auch im Mittelfeld deuten sich Verschiebungen an. Lotus haderte mit der Balance seiner Autos. Felipe Nasr im Sauber war praktisch gleich schnell wie der höher eingeschätzte Lotus-Mercedes von Romain Grosjean. McLaren-Honda profitiert wie Red Bull vom Streckenlayout. Honda hat allerdings auch mehr Leistung im Angebot. Die Japaner haben ihren V6-Turbo neu abgestimmt. Zum ersten Mal dürfen die Piloten die volle Elektro-Power abrufen. Fernando Alonso lag mit 1.30,385 Minuten im Mittel von 9 Runden im Bereich von Lotus und Sauber. Auf vier Runden war der Spanier langsamer. Weil seine Medium-Gummis erst ab Runde 6 wieder schnellere Zeiten erlaubten.

Force India bleibt an der Box

Force India taucht in unserer Tabelle nicht auf. Die beiden Autos von Nico Hülkenberg und Sergio Perez blieben an der Box. Noch immer ist nicht geklärt, was den Unfall von Perez im Morgentraining auslöste. Ein Mitarbeiter flog mit den im Verdacht stehenden Aufhängungsteilen zurück nach England. Um 20.30 Uhr englischer Zeit sollen sie in der Fabrik auf dem Seziertisch liegen. Dann werden die Karbonlenker auf eventuelle Schäden durchleuchtet und einem Stresstest unterzogen. Wird der bestanden, dürfen Hülkenberg und Perez am dritten Training wieder teilnehmen.

Seit diesem Jahr bieten wir Ihnen einen noch besseren Longrun-Service an. In der unten stehenden Tabelle vergleichen wir zwei Longruns. Den jeweils längsten, und dann aus diesem herausgelöst den Schnitt einer Minimumzahl von Runden, die jeder Fahrer zurückgelegt hat.

Am Hungaroring waren das 4 Runden für den Medium-Reifen und 5 für die Soft-Garnitur. Dieser Wert ist für den Speed des Autos unter Rennbedingungen repräsentativer, da der Abbau der Reifen sich auf die gleiche Rundenzahl bezieht. Sie finden ihn in der ersten Spalte. Dazu liefern wir Ihnen noch die bei der Rennsimulation verwendete Reifensorte.

FahrerØ bester 4 Runden LongrunØ längster LongrunRundenReifen
Ricciardo1.28,2611.28,2614medium
Kvyat1.28,649 (5)1.28,6495soft
Rosberg1.28,825 (5)1.29,0936soft
Hamilton1.28,9921.29,9586medium
Räikkönen1.29,0661.29,2507medium
Rosberg1.29,1251.29,1254medium
Sainz1.29,185 (5)1.29,2188soft
Massa1.29,354 (5)1.29,4616soft
Kvyat1.29,4061.29,2088medium
Hamilton1.29,4061.29,3906soft
Sainz1.29,6221.29,8589medium
Bottas1.29,663 (5)1.29,6367soft
Massa1.29,7491.29,7599medium
Vettel1.29,9911.29,9526medium
Grosjean1.30,114 (5)1.30,2778soft
Nasr1.30,340 (5)1.30,3448soft
Bottas1.30,3971.30,1066medium
Button1.30,607 (5)1.30,5656soft
Alonso1.30,7191.30,3859medium
Grosjean1.30,7491.30,6585medium
Maldonado1.30,923 (5)1.31,0256soft
Nasr1.30,9931.31,1079medium
Maldonado1.31,4551.31,5159medium
Button1.31,4761.31,0266medium
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