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Trainingsanalyse GP Spanien

Lotus macht sich zum Favoriten

Romain Grosjean Lotus GP Spanien 2012 Foto: xpb 88 Bilder

Nach dem Studium der Dauerläufe gibt es einen klaren Favoriten für den GP Spanien, und der heißt Lotus. Kimi Räikkönen machte großen Eindruck auf den kritischen weichen Reifen. Wenn da nur nicht die Qualifikation wäre. Selbst bei über 40 Grad auf dem Asphalt braucht der Lotus zwei Runden Anlauf.

11.05.2012 Michael Schmidt

Am Freitagnachmittag ist Datenstudium angesagt. Alle brüten über den Zahlenkolonnen der so genannten Longruns. Sie sind die harte Währung für die mögliche Leistung im Rennen. Der erste Trainingstag zum GP Spanien hat zwei Dinge gezeigt. Erstens: Es wird unheimlich eng. Zweitens: Lotus könnte hier seinen ersten Grand Prix gewinnen. Es wäre der fünfte Sieger im fünften Rennen.

Wie lange halten die weichen Reifen?

Pirelli hat zum ersten Mal zwei Stufen zwischen die beiden Reifenmischungen gelegt. Der weiche Reifen ist je nach Auto zwischen einer und eineinhalb Sekunden schneller. Auf eine Runde. Er hält auf den meisten Autos aber auch nur zehn Runden. Der harte deutlich länger. Damit ist klar, welcher Reifen am Samstag in der Qualifikation gefahren wird. Doch mit diesem Reifen müssen die Top Ten auch das Rennen beginnen. Ausgerechnet dann, wenn 150 Kilogramm Benzin im Tank sind.

Die große Frage lautet, wie lange die weichen Sohlen durchhalten würden, wann der Gripabbau beginnt, und wie stark er sein wird. "Nach neun, zehn Runden solltest du spätestens die Reifen loswerden", rät Nico Hülkenberg. Unter dem Aspekt sind die 17 Runden, die Kimi Räikkönen mit einem Satz weicher Reifen gefahren ist, eine Sensation.

Lotus, Sauber und Williams vor Red Bull?

Sechs Runden lang lieferte der Reifensatz konstante Rundenzeiten. Dann brach er ein, allerdings viel dezenter als auf allen anderen Autos. Die 15. Runde war nur 1,5 Sekunden langsamer als die erste. Bei Hülkenberg lag die zehnte Runde nach ebenfalls sechs konstanten Runden bereits vier Sekunden über der Startrunde. Ein McLaren-Ingenieur prophezeiht: "Unser größter Gegner am Sonntag wird Lotus und nicht Red Bull."

Über die harten Reifen konnte Räikkönen nichts sagen. "Ich bin keinen Longrun mit ihnen gefahren. Wir müssen erst die Daten mit Grosjean abgleichen." Auf den harten Gummis wirkte McLaren am schnellsten. Gefolgt von Sauber, Red Bull, Ferrari und Williams. 

Richtig gehört. Sebastian Vettel und Mark Webber legten zwar schneller los als Sauber-Pilot Kamui Kobayashi, rutschten dann aber ab der zehnten Runde hinter die Sauber. Teammanager Beat Zehnder rechnete nach: "Über 15 Runden waren wir besser als die Red Bull." Auch Jenson Button urteilte: "Die Lotus, Sauber und Williams sehen in den Dauerläufen sehr stark aus."

Fragezeichen bei Mercedes und Ferrari

Mercedes und Ferrari sind schwer einzuschätzen. Da die Silberpfeile von der Startrunde an konstant eine bis 1,5 Sekunden langsamer als die Konkurrenz waren, muss man annehmen, dass sie die Rennsimulation mit mehr Benzin im Tank gefahren sind. Die Rundenzeiten von Fernando Alonso gingen auf und ab, waren aber durchaus bei der Musik, wenn man die langsamen Runden dazwischen ausfiltert.

Was Ferrari noch fehlt, ist der große Zeitsprung mit den weichen Reifen. Alonso gewann lediglich ein paar Zehntel, entschuldigte sich aber: "Ich bin in meinen zwei Runden auf den weichen Reifen in den Verkehr geraten. Es stimmt aber, dass ich mich auf den harten Reifen etwas wohler fühle."

Lotus mit Problemen im Qualifying

Die extrem unterschiedlichen Reifen laden zu taktischen Spielchen ein. Würde Räikkönen wieder Startplätze für frische Reifen opfern? "Dazu müsste ich die harten Reifen besser kennen", weicht der Finne aus. Wahrscheinlich ist in Barcelona eine gute Startposition wichtiger. Das Überholen dürfte nicht so einfach sein wie in China und Bahrain.

Die schnelle Runde am Samstag wird wieder die große Hürde für Räikkönen und Grosjean. "Meine zweite Runde war die schnellste auf den weichen Reifen", bestätigte Kimi. Trotz 42 Grad auf dem Asphalt, trotz schneller Kurven, in denen der Reifen sich aufheizen kann.

Damit stand der Ex-Champion nicht ganz allein da. Auch Lewis Hamilton fuhr in der zweiten Runde schneller als in der ersten. Allerdings mit einer Abkühlrunde dazwischen. "Red Bull gewinnt mit frischen weichen Reifen eineinhalb Sekunden, wir nur eine. Dafür sind unsere Dauerläufe besser."

Dreht sich da das Bild von den ersten Rennen komplett um? Da schienen die McLaren die Reifen schneller ins Arbeitsfenster zu bekommen als die Red Bull. Dafür machten die Titelverteidiger am Renntag den stärkeren Eindruck.

Die große Unbekannte ist das Wetter. McLaren-Sportchef Sam Michael verrät: "Laut Wetterbericht soll das Thermometer am Sonntag um neun Grad fallen. Das muss man beim Setup antizipieren, einerseits um die Reifen bei kühleren Bedingungen in ihr Arbeitsfenster zu bekommen, andererseits um nicht allzu viel in der Qualifikation aufzugeben."

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