Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Die Freitags-Trainingsanalyse

Top-Teams müssen auf Ferrari aufpassen

Fernando Alonso - Ferrari - GP Europa - Valencia - Formel 1 - 22. Juni 2012 Foto: xpb 89 Bilder

Es war windig. Und es war für Valencia-Verhältnisse relativ kühl. An den nächsten zwei Tagen sollen die Temperatur steigen. Wie aussagekräftig sind deshalb die Freitagszeiten und die Dauerläufe? Es lässt sich zumindest ein Trend erkennen. Und der sollte Red Bull, McLaren und Mercedes eine Warnung sein. Passt auf Ferrari auf.

22.06.2012 Michael Schmidt

Die Aufgaben an einem Freitag sind klar verteilt. Das erste Training ist eigentlich ein Test für neue Teile. Wenn man überhaupt welche im Angebot hat. Red Bull, Ferrari, McLaren, Mercedes und Williams hatten. Am Nachmittag spulen die Teams ihre Dauerläufe auf den beiden Reifenmischungen ab.

Wechselhafte Wetterbedingungen

Normalerweise sollte die zweite Sitzung ein Indikator für das Rennen sein. Diesmal ist ein Unsicherheitsfaktor dabei. Am Nachmittag lag die Außentemperatur bei 25 Grad und die Asphalttemperatur bei 35 Grad. Am Samstag und Sonntag werden über 30 Grad in der Luft und 40 Grad auf dem Asphalt erwartet. Da können sich die Kräfteverhältnisse noch einmal verschieben. Je nachdem, wer die Verhältnisse im Rennen am besten antizipiert.
 
Sebastian Vettel hat mit dem umgebauten Red Bull RB8 die Bestzeit erzielt. Auch der Dauerlauf konnte sich sehen lassen. Im Schnitt fuhr Vettel mittlere 1.45er Zeiten. Mark Webber war eine Spur langsamer. "Aber Valencia zählte noch nie zu Marks Lieblingsstrecken. So wie Bahrain", merkte Red Bull-Berater Helmut Marko mit einem Lächeln an. Die Ingenieure sind mit dem neuen Technikpaket zufrieden. Es erlaubt konstante Rundenzeiten und erfreut die Fahrer mit einem stabilen Fahrverhalten.

Neue Hinterachse bei McLaren

Da konnten die McLaren-Zeiten nicht heranreichen. Jenson Button war im Schnitt drei bis vier Zehntel langsamer als die Red Bull-Piloten. Und er war am Freitag der stärkere der beiden McLaren-Fahrer. "Aus Hamiltons Programm wurden wir nicht schlau", schüttelte Marko den Kopf. Button fuhr mit der Montreal-Hinterachse. Lewis Hamilton hatte die brandneue Hinterradaufhängung an Bord. Das zweite Exemplar soll morgen rechtzeitig zum dritten Training in Valencia eintreffen.
 
Während sich Red Bull und McLaren wie üblich gegenseitig belauern, robbt sich Ferrari immer näher an die Spitze heran. Intern hört man, dass Fernando Alonso und Felipe Massa mit mehr Sprit als üblich unterwegs waren. Massa bewegte sich zwischen hohen 1.44er und tiefen 1.45er Zeiten. Alonso fuhr auf Vettel-Niveau. Massa schnellste Runde war nur für Platz 15 gut, weil sich der Brasilianer mit dem frischen Reifensatz der weichen Mischung einen Bremsplatten eingefahren hatte.

Ferrari fährt zweigleisig

Die beiden Ferrari-Piloten waren mit unterschiedlichen Autos unterwegs. Alonso probierte den neuen Frontflügel, Massa den neuen Unterboden. Dazu noch einige Entwicklungsteile für Silverstone, die wieder ausgebaut werden. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob man Frontflügel und Unterboden miteinander verheiraten kann. Marko gibt zu: "Ferrari sieht stark aus."
 
Alonso bremst. Er will aus der Aufholjagd der Roten nicht ableiten, dass Ferraris Entwicklungstempo viel höher ist als das der Konkurrenz. "Red Bull ist in den letzten vier Rennen zwei Mal auf der Pole Position gestanden. Sie sind vielleicht nicht mehr so überlegen wie letztes Jahr, aber immer noch sehr gut."

Auch Mercedes macht sich Hoffnungen. "Nico Rosberg hätte Bestzeit fahren können", beharrt Norbert Haug. "Er musste nach dem Unfall von de la Rosa im letzten Sektor vom Gas. Die ersten zwei Sektoren hatte Nico Bestzeit." In den Dauerläufen waren die Mercedes knapp langsamer als die Red Bull.

Es könnte aber auch wieder ein Rennen der Außenseiter werden. Die Rennsimulationen der Lotus-Fahrer waren auf 1.44er Niveau. Da heißt es jedoch aufpassen. Lotus fährt am Freitag meistens ein anderes Programm als die Konkurrenz.

Williams mit neuen Teilen

Pastor Maldonado machte nicht nur durch die Bestzeit im Morgentraining auf sich aufmerksam. Der Williams-Pilot war im Renntrimm so schnell wie die Red Bull. Das Team erwartet noch eine Lieferung heute Abend. Es soll neue Teile für den Diffusor geben.
 
Erfreulich gut lief es auch für Nico Hülkenberg. Der Force India-Pilot fuhr die zweitschnellste Zeit, und er war im Dauerlauf nur unwesentlich langsamer als die Red Bull. "Es gibt keine logische Erklärung dafür", wunderte sich Hülkenberg. "Wir haben Auto nichts gemacht. Ich habe mich von der ersten Runde an mit dem Setup wohl gefühlt. Morgen sollte eine Top Ten-Platzierung drin sein. Vielleicht sogar mehr."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden