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Transfermarkt spielt verrückt

Warum nicht Michael Schumacher?

Alonso & Räikkönen - GP Australien 2013 Foto: Wilhelm 93 Bilder

Der Transfermarkt treibt manchmal seltsame Blüten: Fernando Alonso zu Red Bull? Kimi Räikkönen zu Ferrari? Jenson Button zu Red Bull oder Ferrari? Wann kommt eigentlich Michael Schumacher zurück? Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Am Ende ist alles nur Politik, um eigene Interessen zu wahren.

31.07.2013 Michael Schmidt

Das hatten wir jetzt schon einige Jahre nicht mehr. Auf dem Transfermarkt geht es drunter und drüber. Das liegt daran, dass bei Red Bull ein Cockpit frei geworden ist. Und dass Kimi Räikkönen sich für 2014 frei entscheiden kann. Daran, dass Felipe Massas Sitz bei Ferrari wackelt haben wir uns schon gewöhnt. War das nicht jedes Jahr um diese Zeit so?

Alles begann eigentlich ganz harmlos. Mark Webber kündigte beim GP England seinen Abschied aus der Formel 1 an. Danach schien klar: Um den Arbeitsplatz des Australiers streiten sich Kimi Räikkönen und Daniel Ricciardo. Wenn man Red Bull-Quellen glauben darf, mit einer 60:40 Chance für Ricciardo.

Doch selbst das ist Kaffeesatzleserei. Die Entscheidung über den Sitz neben Sebastian Vettel trifft weder Christian Horner, noch Adrian Newey oder Helmut Marko. Die fällt ganz einsam im Salzburger Land. Dietrich Mateschitz ist der Boss. Punkt.

Montezemolo tappt in die Red Bull-Falle

Pünktlich vor der Sommerpause nahm der Transfermarkt Fahrt auf. Plötzlich spielen Personen eine Rolle, die dort gar nicht hingehören. Fernando Alonsos Manager Luis Garcia wurde bei Red Bull gesehen. Das allzeit präsente Internet hatte schon die Schlagzeile parat: Alonso will zu Red Bull.

Das passte einigen Herren ganz gut in den Kram. Zum Beispiel Red Bull. Alonsos angebliches Interesse destabilisiert WM-Gegner Ferrari. Also diktierten Helmut Marko und Christian Horner Fragestellern die vieldeutige Antwort in den Block: "Red Bull ist in der glücklichen Lage, dass sich jeder Fahrer für dieses Cockpit interessiert."

Wer die Geschichte weiterspinnen will, kann es so lesen, dass dazu auch Alonso gehört. Auch der Alonso-Clan goss Öl ins Feuer. Als der Spanier gefragt wurde, was er sich zum Geburtstag wünsche, antwortete er spöttisch: "Ein gleich gutes Auto wie meine WM-Gegner." Es kam, was kommen musste. Nach mehrmaligem Übersetzen und Weitersagen las sich das Zitat am Ende so: "Ein Auto wie der Red Bull."

Für Red Bull hat sich das Werfen der Nebelkerzen voll gelohnt. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo fiel voll darauf herein. "Er erinnerte Alonso daran, dass er ein Ferrari-Angestellter sei und dass sich Kritik am Auto verbiete." Mission erfüllt.

Alonso wollte 2009 zu Red Bull

Manchmal hilft ein bisschen Logik. Alonso ist bis 2016 an Ferrari gekettet. Ferrari würde ihn ohne gleichwertigen Ersatz nie ziehen lassen. Auch wenn es Ausstiegsklauseln geben sollte, dann kann sie Alonso kaum ziehen. Er kämpft mit Vettel, Räikkönen und Hamilton um den WM-Titel. Was will er mehr?

Außerdem gibt es zu Alonso und Red Bull eine Vorgeschichte, die das Verhältnis beider Parteien belastet. Die Story, die aus dem Red Bull-Untergrund stammt, geht so: Alonso hatte für die Saison 2009 ein Angebot. Doch der Spanier rief viel zu viel Geld auf. Argument: "Ich mache den Red Bull zum Siegerauto." Red Bull lehnte ab, was Alonso verärgert mit der Antwort quittierte: "Da habt ihr einen Fehler gemacht." So bekam Vettel den Sitz.

Als der Red Bull 2009 plötzlich auch ohne Alonso ein Siegerauto wurde, meldete sich der bei Renault frustrierte Spanier erneut. Er wäre bereit, auch mitten in der Saison zu Red Bull zu wechseln. Mit ihm im Cockpit könne man WM-Spitzenreiter Button noch einholen.

Red Bull zeigte Alonso erneut die kalte Schulter. Mit Vettel hatte man jetzt einen WM-Kandidaten aus den eigenen Reihen. Damals noch zum Discount-Preis. Irgendwann gestand Alonso Teamchef Horner im Rückblick, dass er 2008 falsch gepokert hatte.

Räikkönen braucht ein Gegengewicht zu Red Bull

Doch die Transferstory ist noch nicht vorbei. Jetzt wird Kimi Räikkönen ins Spiel gebracht. Angeblich wurde sein Manager Steve Robertson im roten Wohnmobil gesichtet. Bahnt sich da ein Super-Team Alonso und Räikkönen an? Felipe Massa hat offenbar nur noch zwei Rennen Galgenfrist.

Auch hier sind die Motive klar. Räikkönen braucht als Alternative zu Lotus neben Red Bull ein zweites Standbein. Sollte ihm Red Bull absagen, kann ihn Lotus im Preis drücken. Solange das Ferrari-Gerücht durch den Raum schwebt, muss Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez seine Brieftasche offenhalten.

Mal Hand aufs Herz: Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Räikkönen jemals zu dem Team zurückkehrt, das ihn Ende 2009 mit einem Tritt in den Allerwertesten entfernt hat, um Platz für Alonso zu schaffen? Kimi hat seine Prinzipien.

In der englischen Fachzeitschrift "F1 Racing" hatte ihn kürzlich ein Leser gefragt, wem er lieber eine aufs Maul hauen würde, Sergio Perez oder Luca di Montezemolo. Der in diesem Leser-Interview erstaunlich offenherzige Räikkönen gab sich plötzlich zugeknöpft: "Auf diese Frage antworte ich nicht." Auch da lässt sich viel hineinlesen.

Button will 2014 mit McLaren Weltmeister werden

Die Gazetta dello Sport bringt nun Jenson Button als Massa-Nachfolger ins Spiel. Doch der sagte in Spa: "2014 will ich mit McLaren Weltmeister werden. Das ist unsere Chance." Das hört sich eher nach einem Bekenntnis zu seinem jetzigen Arbeitgeber an.

Es gäbe noch andere mögliche Massa-Nachfolger. Die Namen haben wir schon 2012 gehört. Nico Hülkenberg zum Beispiel oder Paul di Resta oder Ex-Testpilot Jules Bianchi. Der Franzose macht bei Marussia eine exzellente Figur, und er hat mit seinem Manager Nicolas Todt einen Fürsprecher, der fest im Ferrari-Netzwerk sitzt.

Wo ist eigentlich Michael Schumacher?

Fernando Alonso hat es in Ungarn gesagt: "Die Sommerpause ist für Journalisten eine gefährliche Zeit. Da wachsen die Gerüchte wie die Pilze aus dem Boden." Wir werden uns also noch auf einiges gefasst machen müssen.

Die Frage ist nur: Wie lange dauert es, bis einer Michael Schumacher wieder ausgräbt? Der wäre doch etwas für Red Bull. Schumacher fuhr auf Nico Rosbergs Niveau, und der ist so schnell wie Lewis Hamilton. Vettel und Schumacher, das wäre doch ein echtes Dream-Team. Da würde Bernie Ecclestone, der Chefvermarkter der Formel 1, glatt um zehn Jahre jünger.

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