Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Transfermarkt

Wer hat das meiste Geld für 2010?

Formel 1 2009 Foto: dpa 86 Bilder

Die Nennliste, die der Weltverband FIA nach seiner Weltratsitzung am Freitag (11.12.) in Monte Carlo veröffentlichen wird, enthält 13 Teams, aber die Wirklichkeit ist weniger rosig. Hinter fünf Teams und neun Cockpits stehen Fragezeichen. Die Mitgift könnte entscheiden, wer wo fährt.

11.12.2009 Michael Schmidt

Die Nennliste der Formel 1-WM 2010 ist so umfangreich wie schon lange nicht mehr. 13 Teams und 26 Cockpits, das gab es zuletzt 1995. Doch ob in Bahrain am 14. März 2010 tatsächlich 26 Autos am Start stehen, dafür will keiner die Hand ins Feuer legen. Alle vier neuen Teams kämpfen mit Budgetproblemen.

 "Die leben von der Hand in den Mund", wissen Fahrermanager, die mit USF1, Campos Meta, VirginF1 und Lotus verhandeln. Bestes Indiz dafür ist, dass die Teams einen Teil der Mitgift als Sofortkasse verlangen. Damit der Betrieb weiterläuft. Mit Zoran Stefanovich steht ein 14. Anwärter vor der Tür. Der Serbe, der den Toyota-Nachlass übernehmen will, hat offenbar ein Budget von 50 Millionen Euro in der Tasche, und damit zählt er im neuen Armenhaus der Formel 1 schon zu den Begüterten. Doch Stefanovich hat keinen Startplatz. Den kann er nur bekommen, wenn eines der 13 Teams aussteigt. Frank Williams weigert sich weiter standhaft, mehr als 13 Bewerber aufzunehmen.
 
Bernie Ecclestone rät Stefanovich zum Durchhalten. Offenbar fürchtet der Formel 1-Boss, dass ein oder zwei der Neueinsteigern die Luft vor dem Saisonstart ausgeht. Die Frage ist: Wie lange kann Stefanovich warten? Wenn er im Januar den Zuschlag erhält, wird er bis zum Saisonstart nicht fertig. Auch wenn er sofort auf die ganzen Toyota-Zeichnungen, einen Teil der Mannschaft und die Fabrik zurückgreifen könnte.

Für Renault gibt es vier Interessenten
 
Auch hinter Renault steht noch ein Fragezeichen. Es gibt vier Interessenten für den Rennstall in Enstone. Prodrive-Chef David Richards, der russische Mobilfunkanbieter Megafon und der Luxemburger Investment-Spezialist Gerard Lopez sind die bekannten Namen. Über die Nummer vier wird spekuliert. Die Engländer wollen gehört haben, Lewis Hamiltons Vater Anthony habe Recherchen zum Thema Renault angestellt. Andere sprechen von Ex-BAR-Chef Craig Pollock. Die besten Karten hat eindeutig Lopez. Der Vizechef von Mangrove Capital Partners ist ein Freund von Bernie Ecclestone, er hat die nötigen Finanzen und er ist mit seiner Firma Gravity Sports Management im Motorsport bereits tätig.
 
Lopez unterstützt junge Fahrer. Die Tatsache, dass Renault letzte Woche in Jerez den Lopez-Schützling Ho-Pin Tung aus China testen ließ und exakt soviele Runden einsetzte, dass es zu einer Superlizenz reicht, mag ein Hinweis sein, dass Lopez mehr als einen Fuß in der Renault-Tür hat. Tung käme allerdings nur als Ersatzfahrer in Frage. Neben Kubica hat offenbar Altmeister Jacques Villeneuve die besten Chancen. Der Kanadier spielt noch die Karte Lotus. Er weiß, dass er bei Renault nur eine Chance hat, wenn Lopez den Zuschlag bekommt. David Richards und Ex-Manager Craig Pollock wünschen den Weltmeister von 1997 zum Teufel. Villeneuve hat bei der Suche nach einem Cockpit nur seinen Namen in die Waagschale zu werfen. Die anderen Kandidaten müssen Geld bringen.

Pedro de la Rosa soll gute Chancen bei Sauber haben
 
Der Argentinier José Maria Lopez bewirbt sich bei USF1 mit acht Millionen Dollar, steht aber noch nicht in der Nennliste. Bruno Senna brachte dank seinem Sponsor Embratel ungefähr die gleiche Summe zu Campos Meta. Nicht genug, um dem spanischen Team das Überleben zu sichern. Als Formel 2-Sieger Andy Soucek mit fünf Millionen bei den Spaniern anklopfte, teilte man ihm mit, dass dies nicht ausreiche. Angeblich hat selbst der langjährige McLaren-Testpilot Pedro de la Rosa fünf Millionen Sponsorgeld aufgetrieben.
 
Die will er aber nicht zu Campos, sondern zu Sauber tragen. Der Spanier soll dort ganz gute Chancen haben, den Platz neben dem Russen Vitaly Petrov zu bekommen. Der soll rund 5 Millionen im Gepäck haben, dazu die Aussicht, auf dem russischen Sponsorenmarkt Fuß zu fassen. Nach der Qadbak-Pleite muss Sauber kleinere Brötchen backen. Es gab Gespräche mit Nick Heidfeld, Jarno Trulli und Giancarlo Fisichella, doch alle drei haben noch andere Optionen. Trulli bei Lotus, Heidfeld bei MercedesGP und Fisichella bei Ferrari, falls dort ein Ersatzmann benötigt wird.

Jaime Alguersuari muss noch zittern
 
Bei VirginF1 hat dem jüngsten Kenntnisstand nach der Brasilianer Lucas di Grassi das Rennen gemacht. Von ihm werden mehr als fünf Millionen Dollar Mitgift erwartet. Adam Carroll war die Sache zu heiß. Wenn ein Teil der Sponsorgelder bereits jetzt verbraten wird, könnte man dumm dastehen, sollte das Projekt kurz vor Torschluss doch noch scheitern. Jaime Alguersuari muss um sein ToroRosso-Cockpit zittern. Die versprochene Unterstützung von Repsol fällt aus, weil der spanische Mineralölkonzern im Motorsport ein Jahr Denkpause einlegen will.
 
Auch bei ToroRosso ist zusätzliches Geld in der Kasse willkommen. Der Rennstall aus Faenza muss zum ersten Mal ein Auto selbst bauen. Das erhöht die Kosten. Nelson Piquet hat maximal eine Million Dollar als Zugabe anzubieten, schleppt aber immer noch den Singapur-Makel mit sich herum. Bernie Ecclestone vermittelte ihm den Kontakt zu StefanGP, das Projekt des Serben Stefanovich. Der hat auch Kamui Kobayashi im Visier. Der Japaner ist mit Geld von Panasonic ausgestattet, aber mehr als drei Millionen sind aus der Quelle nicht zu erwarten, behaupten japanische Quellen. Kobayashi hatte auch der Sauber-Fabrik bereits einen Besuch abgestattet. Gegen Petrov stehen die Chanchen eher schlecht.
 
Ein Name taucht nirgendwo auf. Heikki Kovalainen wird augenblicklich noch mit keinem Team in Verbindung gebracht. Vielleicht tut sich eine Lücke auf, sollte Robert Kubica Renault Richtung Mercedes verlassen. Der ehemalige McLaren-Fahrer muss mit einem großen Problem leben: Er hat weder Geld noch eine Lobby.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden