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Fällt Kimi durch den Rost?

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP Ungarn - 26. Juli 2013 Foto: xpb 93 Bilder

Red Bull hat sich für Daniel Ricciardo entschieden . Damit schrumpfen die Optionen von Kimi Räikkönen. Der Kontakt zu Ferrari hat ein Ziel bereits verfehlt. Red Bull ließ sich nicht aus der Reserve locken. Und Lotus wird auf einer Gehaltskürzung für den Finnen bestehen. Steht Räikkönen am Ende 2014 ohne Cockpit da?

19.08.2013 Michael Schmidt

Die Entscheidung im Red Bull-Hauptquartier ist gefallen. Neuer Teamkollege von Sebastian Vettel wird Daniel Ricciardo. Damit hat zum zweiten Mal nach Vettel ein Fahrer von ToroRosso den Aufstieg in das A-Team geschafft. Und damit hat sich Ricciardo-Mentor Helmut Marko mit seinen Argumenten bei Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz durchgesetzt. Der 24-jährige Australier steht vor der Chance seines Lebens. Aber auch vor der Herausforderung seiner Karriere. Wer für Red Bull fährt, muss Rennen gewinnen, wenn Vettel einmal unpässlich ist. Ricciardos beste Platzierung bislang ist ein siebter Rang beim diesjährigen GP China. Insgesamt sieben Mal landete er in den Punkterängen. Auf dem Konto stehen 41 GP-Starts und 21 WM-Punkte. Marko sagte zum Thema der Junioren immer: "Sie werden wie damals Vettel mit der Aufgabe wachsen."

Unbekannte Größe sticht Weltmeister aus

Ricciardos Gegner um das Red Bull-Cockpit war ein Mal Weltmeister, stand 186 Mal am Start eines Grand Prix, hat 20 GP-Siege und 920 WM-Punkte in seiner Statistik stehen. Und trotzdem hat Kimi Räikkönen das Rennen um die Webber-Nachfolge offenbar verloren. Sein Management bestätigte den Abbruch der Verhandlungen. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Red Bull wollte Flagge zeigen und sein Junior-Programm nicht in Frage stellen. Ein Team Vettel/Räikkönen hätte für zu viel Unruhe gesorgt. Kimi war Red Bull als Typ zu extrem. Vor drei Jahren hätte der Nonkonformist aus dem hohen Norden noch zu der Marke gepasst. Aber jetzt gibt sich Red Bull lieber einen seriösen Anstrich. Am Geld sollte es nicht gelegen haben, auch wenn man hört, dass Räikkönen mit seiner letzten Gehaltsforderung zum Zeitpunkt des GP Ungarn noch deutlich über dem lag, was Red Bull bereit war zu zahlen. Das Meisterteam hält traditionell die Basisgehälter knapp und entlohnt seine Piloten lieber mit einem großzügigen Bonussystem nach Leistung.

Räikkönen in der Defensive

Für Räikkönen ist damit eine gefährliche Situation eingetreten. Ohne Red Bull fehlt ihm ein Gegengewicht in seinen Vertragsverhandlungen mit Lotus. Deshalb war Räikkönens Manager Steve Robertson auch so scharf darauf, dass sein Klient mit Ferrari in Verbindung gebracht wird. Das sollte Red Bull und Lotus Beine machen. Der Hintergedanke: Solange Red Bull glauben musste, Kimi könnte mit Fernando Alonso zusammen bei Ferrari ein Superteam bilden, würde man sich dort die Verpflichtung des unerfahrenen Ricciardo doppelt und dreifach überlegen. Dieser Schuss ist nach hinten losgegangen. Die Ferrari-Nummer sollte aber auch Lotus signalisieren: Wir haben noch Optionen außerhalb von Red Bull. Doch jetzt wird es für den WM-Zweiten eng. In Expertenkreisen wird bereits diskutiert, dass Räikkönen ganz durch den Rost fallen könnte, sollte Lotus die Daumenschrauben anziehen. Teambesitzer Gerard Lopez will auf jeden Fall den Kostenfaktor Räikkönen reduzieren. Inclusive Prämien soll der 33-jährige Finne derzeit 17 Millionen Pfund (19,6 Millionen Euro) kassieren. Viel Geld für ein Team, das knapp bei Kasse ist und lieber in die technische Entwicklung als in Fahrer investiert.

Ricciardo-Verpflichtung gut für Massa und Hülkenberg

Ricciardos Verpflichtung bei Red Bull nimmt aber auch Ferrari den Druck, neben Alonso einen zweiten Superstar verpflichten zu müssen, um in Zukunft gegen Mercedes und Red Bull in der Konstrukteurs-WM zu bestehen. Das vergrößert die Chancen von Felipe Massa, ein neuntes Jahr bei Ferrari dranzuhängen. Wenn er in den nächsten beiden Rennen seine Leistung bringt. Oder von Nico Hülkenberg, vielleicht doch einmal den Absprung in ein großes Team zu schaffen. Hülkenberg könnte für Räikkönen zum großen Gegenspieler werden. Der Sauber-Pilot steht bei Lotus ganz oben auf der Liste für eine mögliche Räikkönen-Nachfolge. Hülkenberg ist schnell und vergleichsweise billig. Den Deutschen Gegenspieler gibt es für vier Millionen Euro. Ein Sonderangebot. Räikkönens Berater dementieren inzwischen, dass Kimi 2014 wieder Rallyes fahren muss. "Kimi bleibt zu 99,9 Prozent in der Formel 1", sagte Robertson einer finnischen Website.

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