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Transportschaden bei Pirelli

54 Extra-Reifen für Melbourne

Pirelli-Reifen Foto: xpb 77 Bilder

Die viel gescholtenen Pirelli-Reifen haben ihren ersten Auftritt besser überstanden als erwartet. Die Rundenzeiten waren schnell und überraschend konstant. Alarm gab es nur durch Stein- und Transportschäden. Pirelli musste 54 Reifen extra nach Melbourne bringen.

25.03.2011 Michael Schmidt

Der erste Trainingstag in Melbourne endete mit einer Überraschung. Die Pirelli-Reifen halten länger als bei den Testfahrten und sie ermöglichen konstantere Rundenzeiten als prognostiziert. Jenson Buttons Bestzeit von 1.25,854 Minuten lag 1,9 Sekunden über der Pole Position vom Vorjahr. Das ist eine respektable Rundenzeit. Erstens ist erst Freitag, zweitens störten Regenschauer das Ende der zweiten Trainingssitzung, und drittens haben die Autos nach dem Verbot des Doppeldiffusors weniger Abtrieb. Sebastian Vettel zollte Beifall: "Ich bin positiv überrascht."

Beim genauen Vergleich schneidet Pirelli sogar besser ab als Vorgänger Bridgestone. Mark Webber war nach der ersten Trainingssitzung schneller als Robert Kubica 2010 zum gleichen Zeitpunkt. Und der Australier fuhr die Zeit auf einem Reifensatz, der bereits 20 Runden auf der Lauffläche hatte. Die meisten Runden in einer Trainingssitzung drehte Neuling Sergio Perez. Der Mexikaner fuhr 39 Runden mit drei Reifensätzen. Zwei der Marke hart, einer der Sorte soft. Der weiche Reifen ist auf eine Runde ungefähr eine Sekunde schneller. Kein Wunder: Seine Gummimischung ist auch um 145 Prozent weicher als die der harten Version.

Befürchtungen wurden nicht bestätigt

Die schnellste Zeit von 1.27,101 Minuten erzielte der Sauber-Pilot in seiner sechsten fliegenden Runde mit den weichen Reifen. Technikchef James Key relativierte: "Sergio hatte vorher nie eine freie Runde. Trotzdem haben wir das nicht für möglich gehalten. Bei den Testfahrten baute der weiche Reifen nach einer Runde so stark ab, dass an schnelle Runden nicht mehr zu denken war." Nick Heidfeld bestätigte den Eindruck: "Die weichen Reifen haben auch in der zweiten Runde noch genügend Grip geliefert. Ich konnte damit schneller fahren als in der ersten."

Überhaupt scheint Melbourne die schlimmsten Befürchtungen nicht zu bestätigen. "Mit den harten Reifen wurden die Rundenzeiten stetig schneller. Das war bei den Testfahrten anders", erinnert sich James Key. Und noch eine Erkenntnis: "Mit neuen Reifen ist der Aufwärmprozess kein Problem. Die gebrauchten Reifen brauchen aber mindestens drei Runden, bis Temperatur da ist."

Zwei- oder Dreistopprennen sind möglich

Key erwartet für den Sonntag ein Rennen mit drei Stopps, außer die Asphalttemperaturen steigen rapide an. "Das könnte den Reifen helfen. Wir werden aber auf keinen Fall ein lächerliches Rennen mit fünf Stopps oder so erleben." Adrian Sutil sieht sogar Chance für ein Zweistopprennen. Key warnt: "Heute haben die Reifen zwischen 15 und 20 Runden gehalten. Mit einem vollgetankten Auto wird es am Anfang etwas weniger sein."

Da Pirelli an den Reifenmischungen nichts geändert hat, muss es an der Strecke und den Bedingungen liegen, dass die Pirelli-Reifen im Vergleich zu den Testfahrten wie verwandelt waren. Key schiebt es auf die Asphalttemperaturen. "Wir hatten konstant 20 Grad. Das war beim Testen nur phasenweise der Fall."

Sein Kollege Sam Michael von Williams führt noch einen weiteren Grund an: "In Melbourne fehlen schnelle Kurven wie in Barcelona und Jerez. Der Reifen hat ein viel einfacheres Leben, weil die Fliehkräfte geringer sind."

Aufregung gab es im Morgentraining, als faustgroße Löcher in den Vorderreifen Sebastian Vettel und Felipe Massa an die Boxen zwangen. In beiden Fällen sollen Steine schuld gewesen sein, die sich beim Bremsen in die Lauffläche gearbeitet hatten.

Steine hauen Löcher in die Lauffläche

Pirelli hatte noch einen zweiten Schadensfall zu beklagen. Die Italiener brachten 54 Reifen zusätzlich an die Strecke, nachdem entdeckt wurde, dass bei 20 Einheiten Transportschäden aufgetreten waren. Auf der langen Seereise nach Australien sorgten kühle Temperaturen im Lagerraum für Risse in der Lauffläche.

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery zog ein positives Fahrzeug: "Auch wenn sich die Temperaturen für Australien ziemlich kühl angefühlt haben, waren es auf dem Asphalt die höchsten Temperaturen, die wir den ganzen Winter über hatten. Wir konnten heute erkennen, dass unsere Reifen bei diesen Verhältnissen deutlich besser funktionieren."

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