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Trubel in Bahrain

Foto: Bahrain Circuit

Knapp eine Woche vor dem ersten Rennen zur Formel 1-WM in Bahrain sickerte durch, dass die Veranstalter erst kürzlich bei Formel 1-Boss Bernie Ecclestone um eine Verschiebung des Rennens baten.

26.03.2004

Ecclestone, der erst im September 2002 den Vertrag mit den Bahrainis geschlossen hatte, lehnte das Ansinnen rundweg ab. “Das Rennen wird stattfinden”, versicherte der Chef des Bahrain International Circuit, Philippe Gurdjian , dem britischen Magazin “autosport”. Vor zwei Wochen habe man noch gedacht, es sei unmöglich die Arbeiten zeitgerecht abschließen zu können. “Aber wir haben jetzt noch mehr Arbeiter eingesetzt. Dennoch wir die Strecke nicht zu 100 Prozent fertig sein.”

Mit dem Bau des 150 Millionen Dollar teueren Projekts war erst vor 16 Monaten begonnen worden. Eine positive Nachricht gibt es auch von vor der Küste Saudi Arabiens gelegenen Inselstaat: Die Karten für den Oasis Complex sind ausverkauft und auch der Vorverkauf für die weiteren Ticketkategorien verläuft angeblich recht rasant.

Sicherheitmaßnahmen verstärkt

"Alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen”, versichert ein Sprecher der Regierung Bahrains. “Die Formel 1 ist das größte Sportereignis, das je im Mittleren Osten stattfand.” Die Planspiele der Regierung hätten sich auch mit dem internationalen Terrorismus befasst. Die Nationalgarde und einige Einheiten des Militärs seien in Bereitschaft versetzt worden, führte der Sprecher weiter aus.

Die Sicherheitsmaßnahmen während des Grand Prix-Wochenendes umfassen zum Beispiel eine Vervierfachung der Polizeistreifen sowie die Bildung von schnellen Eingreiftrupps. Wichtige Gebäude werden von der Nationalgarde des als liberal geltenden 660.000-Einwohnerstaats speziell überwacht. Für die Miliz wurde die höchste Alarmzustand angeordnet. “Das Königreich Bahrain hat der nationalen Sicherheit oberste Priorität eingeräumt”, versicherte der Regierungssprecher. “Wir versichern unseren Gästen, dass wir uns um ihr Wohlbefinden kümmern. Wir wollen, dass sie ihren Aufenthalt genießen und die Sicherheitsmaßnahmen werden so unaufdringlich wie möglich durchgeführt.”

Nach dem israelischen Luftangriff auf den Gaza-Streifen, bei dem Scheich Jassin, der Führer der Palästinenser-Organisation Hamas Anfang der Woche "gezielt getötet wurde” (offizielle israelische Sprachregelung), kam es am Dienstag (23.3.) auch in Bahrain zu Protestkundgebung. In Manama demonstrierten 400 Studenten vor der US-Botschaft. Die Polizei setzte Tränengas ein. Ein Polizist wurde durch einen Steinwurf leicht verletzt. Das US-Konsulat der Vereinten Arabischen Emirate im benachbarten Dubai wurde gestern als geschlossen.

Angeblich wurden in Manama auch Touristen, die in einem Restaurant friedlich Bier tranken, vom Pöbel mit Steinen beworfen. Die Formel 1-Veranstalter bemühen sich indes sehr um ihre Rolle als perfekte Gastgeber. So stellen die örtliche Tageszeitungen in vielen Geschichten immer wieder den märchenhaften Komfort heraus, der den Formel 1-Tross in Bahrain erwartet. So soll zum Beispiel in vielen Herbergen ein 24-Stunden-Butler-Service selbstverständlich sein.

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