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Turbomotoren zu schwach

So langsam wird die Formel 1 2014

McLaren Verbremser GP Malaysia 2013 Foto: Daniel Reinhard 28 Bilder

Schon jetzt kann man sich ausrechnen, dass die Formel 1-Autos mit den Turbo-Motoren 2014 deutlich langsamer werden. Bis zu fünf Sekunden. Bernie Ecclestone macht sich Sorgen - sowohl um den Sound als auch und das Image der Königsklasse. Der F1-Boss forderte deshalb eine Anhebung des Spritlimits, damit die Motoren 15.000/min drehen können.

18.04.2013 Michael Schmidt

Die Skepsis vor der neuen Formel 1 ist groß. FIA-Präsident Jean Todt und die drei Hersteller Mercedes, Ferrari und Renault preisen sie an wie Sauerbier. Bernie Ecclestone, die Teams und die Fans haben Zweifel, ob die neue Sparformel auch eine Erfolgsformel wird. Sie ist teuer, kompliziert und unter Umständen noch nicht einmal das Prädikat Königsklasse wert.

Die 1,6 Liter-V6-Turbomotoren kommen zwar bei vollem Elektroschub auf 750 PS, doch wie oft kann diese Leistung abgerufen werden? Ab 2014 darf zwar die zehnfache Menge an elektrischer Energie eingespeist werden, doch können die Autos jede Runde überhaupt so viel speichern? Und wird die Energie dann immer für zusätzliche PS abgerufen? Ein beträchtlicher Teil davon wird wohl abgezweigt, um das Turboloch zu füllen und um den Verbrennungsmotor zu entlasten, damit er mit 135 Liter Sprit über die Renndistanz kommt.

Formel 1 ab 2014 fünf Sekunden langsamer

Das Reglement erlaubt zwar Drehzahlen bis 15.000/min, doch die werden nur selten abgerufen. Wegen des limitierten Tankinhalts und der Beschränkung der Durchflussmenge auf 100 Kilogramm pro Stunde ab 10.500/min laufen die Motoren vermutlich meistens in einem Bereich von 12.000/min.

Dazu kommt, dass die geplanten Aerodynamikbeschränkungen massiv Abtrieb kosten werden. Experten rechnen damit, dass die Rundenzeiten dann um bis zu fünf Sekunden steigen werden. Die FIA musste im Bereich des Frontflügels und der Leitbleche schon zurückrudern, sonst hätte ein Anstieg der Rundenzeiten bis zu sieben Sekunden gedroht. Da ist die Formel 1 dann nicht mehr weit weg von der GP2 oder der Renault-Weltserie.

War das im Sinne des Erfinders? Bernie Ecclestone glaubt nicht. Bei Drehzahlen von nur 12.000/min macht er sich wieder Sorgen um den Sound. Und er hat Angst, dass die Autos zu langsam werden. Dabei ginge viel von der Faszination Formel 1 verloren. Deshalb forderte er intern eine Anhebung der Verbrauchsgrenze. Damit die Fahrer ohne Sorge um den Spritverbrauch mehr Gas geben können.

Durchflussbegrenzung stoppt Eccletones Wunsch

Ecclestones Wunsch kann nicht erfüllt werden. Die drei Hersteller sind in ihrer Entwicklungsphase viel zu weit fortgeschritten. Sie haben ihre Turbomotoren auf die Durchflussmenge von 100 Kilogramm pro Stunde optimiert.

Selbst wenn man den Tankinhalt von 135 auf 160 Liter anheben würde, hätte das keine Auswirkung. Es wird nicht mehr Kraftstoff über die Düsen der Direkteinspritzung in die Brennräume geführt, als das Durchflussventil zulässt. Die Hersteller lehnen jede große Änderung am Reglement ab. Die Entwicklung der Motoren hat sie jetzt schon einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet.
 
Da rollt das nächste Problem auf die Formel 1 zu. Antrieb wird je nach Anbieter und Vertragsdauer am Anfang zwischen 20 und 23 Millionen Euro kosten. Das Doppelte von heute. Viele Kundenteams können sich diese Preise nicht leisten. Sauber hat Ferrari und die FIA wissen lassen, dass bei 15 Millionen die Schmerzgrenze erreicht ist.

Mercedes-Aufsichtsratchef Niki Lauda bremst: "Je länger die Vertragsdauer, umso günstiger wird es für unsere Kunden. Am Ende kosten die Motoren nicht mehr als heute." Force India hat deshalb für fünf Jahre gezeichnet. Die Frage ist nur, ob der indische Rennstall die teuren ersten Jahre überlebt.

Honda mit einem oder zwei Teams ab 2015?

McLaren muss den vollen Preis bezahlen, weil man bei Mercedes bislang nur für 2014 unterschrieben hat. Bis Ende April muss McLaren Mercedes Bescheid geben, ob die Reise ab 2015 mit Honda oder Mercedes weitergeht. Renault wird seinen Kunden Red Bull, Williams und Toro Rosso anfangs rund 20 Millionen Euro abknöpfen. Vielleicht auch Caterham.

Ferrari beliefert Sauber und wahrscheinlich Marussia. Bei Sauber hält sich das Gerücht, man werde ab 2015 neben McLaren mit Honda-Power fahren. Honda hätte sich zwar am liebsten auf ein Team konzentriert, doch das kam bei der FIA nicht gut an. Jean Todt will offenbar, dass sich die Hersteller die Kunden fair untereinander aufteilen.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen das neue Mercedes-V6-Triebwerk und erklären, was sich genau ändern wird.

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