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Twitter-Fauxpas

Button enttäuscht von Hamilton

Lewis Hamilton Telemetrie 2012 Foto: McLaren 73 Bilder

Lewis Hamilton hat am Rennsonntag von Spa geheime Telemetrie-Daten aus dem Qualifying getwittert, um seine Trainingsniederlage gegen Jenson Button zu erklären. Button zeigte sich "überrascht und enttäuscht" von der Herausgabe der sensiblen Informationen.

04.09.2012 Tobias Grüner

Lewis Hamilton hat sich mit seinen Twitter-Aktivitäten in Spa keine Freunde bei McLaren gemacht. Über den Kurznachrichtendienst ließ der Weltmeister von 2008 seinem Frust über das verlorene Quali-Duell gegen Jenson Button in 140 Zeichen freien Lauf.

Am Samstag schimpfte Hamilton zunächst öffentlich über die falsche Heckflügelwahl, die ihm seiner Meinung nach aller Chancen auf ein gutes Ergebnis beraubt hatte: "Verdammt nochmal. Jenson hat den neuen Heckflügel drauf. Ich habe den alten. Wir haben uns zum Wechsel entschieden, aber das hat nicht funktioniert. Ich habe alleine auf der Gerade vier Zehntel verloren. Da konnte ich nichts machen."

Wenige Minuten nach der Veröffentlichung war die Twitter-Meldung aber auch schon wieder verschwunden. Das Team dementierte, das Löschen des Tweets befohlen zu haben. "Ich habe etwas umformuliert", erklärte Hamilton anschließend etwas zögerlich.

Hamilton twittert Telemetrie-Ausdruck

Am Sonntag legte der McLaren-Pilot dann aber noch einmal nach. Am Vormittag ging eine Kurznachricht auf Sendung, an die Hamilton ein Bild der Telemetrie angehängt hatte. Zu sehen war ein direkter Vergleich der Quali-Runden der beiden McLaren-Piloten - viele verschiedene Daten im sogenannten "Overlay". "Hier seht ihr, was ich Euch gestern erklären wollte", fügte der Absender der Nachricht an.

Zufällig hatte McLaren den Fans wenige Tage zuvor auf seiner Webseite erklärt, wie Telemetriedaten gelesen und interpretiert werden und welche Werte sich hinter den verschiedenen Linien verstecken. Die Ingenieure der Konkurrenz brauchten diese Nachhilfe freilich nicht und freuten sich in den unerwarteten Informationsaustausch.

Telemetrie-Daten für Konkurrenz sehr wertvoll

Als die McLaren-Teamleitung Wind von der Veröffentlichung der geheimen Daten bekam, wurde Hamilton sofort angewiesen, die 140 Zeichen-Nachricht und das angehängte Bild zu löschen. Doch da war es schon zu spät. Fans hatten sich die Datei längst runtergeladen und weiterverbreitet.

Entsprechend sauer reagierte die Teamleitung anschließend über den peinlichen Fehler. "Ich denke, er war sich der Folgen nicht richtig bewusst. Deshalb haben wir ihn gebeten, den Tweet zu löschen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. "Er hat seinen Fehler eingesehen." Weitere Konsequenzen soll der Fauxpas für den Piloten nicht haben.

Doch wie interessant sind die Daten wirklich für die Konkurrenz? Red Bull-Teamchef Christian Horner glaubt, dass sie nützlich sein könnten: "Ich habe es nicht im Detail gesehen. Aber so wie ich es verstehe, handelt es sich dabei um Daten über das Auto. Wenn das so ist, dann ist das sehr wertvoll. Ich bin sicher, dass sich das jeder Ingenieur genauer anschauen wird. Bei unseren Fahrern wäre so etwas unvorstellbar. Das wäre ein Vertrauensbruch."

Button "überrascht und enttäuscht"

Wie der britische "Guardian" am Dienstag (4.9.) schrieb, soll auch Jenson Button sauer über das Verhalten seines Teamkollegen gewesen sein. "Wir arbeiten so hart daran, das Auto zu verbessern und solche Dinge geheim zu halten. So etwas will ich nicht auf Twitter sehen. Das war die gesamte Telemetrie vom Qualifying. Nicht nur der Heckflügel. Ich war sehr überrascht und enttäuscht", zitierte das Blatt den Spa-Sieger.

Button weiter: "Der Teil zu den Zeiten auf den Geraden ist nicht das Entscheidende für mich. Er sollte die verlorene Zeit eigentlich in den Kurven wieder gutmachen weil er mehr Abtrieb hat. Und ich war trotzdem acht Zehntel schneller." Aus dem Team war zu hören, dass Hamilton auch mit dem "falschen" Flügel hätte näher an Button dran sein müssen. Offenbar wollte der Pilot das aber nicht einsehen.

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