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Überfall auf Jenson Button

"Wir mussten uns den Weg freirammen"

Jenson Button Foto: xpb 68 Bilder

Jenson Button ist am Samstag (6.11.) in Sao Paulo nur knapp einem Überfall entkommen. Vor dem Rennen in Interlagos spricht der McLaren-Pilot über den dramatischen Zwischenfall, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde.

07.11.2010 Tobias Grüner

Was ist auf dem Heimweg genau passiert?
Jenson Button: Wir sind an eine Ampel einen Kilometer entfernt von der Strecke gekommen. Unser Fahrer hat wie immer etwas früher angehalten. Am Straßenrand haben wir sechs oder sieben Typen gesehen, die sich in einem Hauseingang versammelten. Sie sahen verdächtig aus, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Richard (Manager Richard Goddard; Anm. d. Redaktion) hat gesehen, dass einer einen Schlagstock in der Hand hatte. Ich habe dann gemerkt, dass ein anderer mit einer Pistole an seiner Hose herumnestelt. Kaum habe ich das gesagt, hat auch unser Fahrer herübergeschaut. Dann sind sie auch schon losgerannt. Der Fahrer hat das Auto herumgezogen und hat Gas gegeben. Es sah aus, als wäre nicht genug Platz zwischen den sechs Autos vor uns. Wir haben jeden einzelnen gerammt. Wir sind durchgekommen und abgehauen. Beim Zurückblicken habe ich zwei Typen mit einfachen Pistolen gesehen und einen mit einer großen Maschinenpistole. Zumindest hat es danach ausgesehen. Unser Fahrer hat da wirklich super reagiert.

Haben Sie irgendwelche körperlichen Schäden von den Kollisionen mit den Autos davongetragen?
Button: Nein. Mir geht es gut. Wir saßen in einer Mercedes B-Klasse. Das ist zwar nicht das größte Auto, aber es war gepanzert. Es ist ziemlich schwer, deshalb konnten wir damit gut durch den Verkehr vor uns kommen. Die Schäden an den anderen Autos waren nicht besonders schwer. Wir mussten uns den Weg freirammen. Aber es war die einzige Möglichkeit, um da rauszukommen.

Hatte das Auto getönte Scheiben?
Button: Ja.

Hatten Sie Teamkleidung an?
Button: Ja, ich hatte meine Teamsachen an, aber man konnte durch die Scheiben nichts sehen. Wir haben genau vor dem Hauseingang angehalten. Ich denke das war mehr Pech als alles andere.

Denken Sie, dass man in einem Mercedes nicht ein größeres Ziel darstellt als in einem weniger teuren Auto?
Button: Ich glaube, dass eine S-Klasse deutlich mehr auffällt. Eine B-Klasse ist viel kleiner. Es ist eines der kleinsten Autos, das es von Mercedes gibt. Deshalb setzen wir es hier ja auch ein. Man sieht hier viel teurere Autos auf den Straßen.

Es gab einige Zwischenfälle an diesem Wochenende, die die Austragung des GP Brasilien in der Zukunft gefährden könnten. Wie denken Sie darüber?
Button: Man hört das über die Jahre immer wieder. Aber erst wenn man selbst betroffen ist, weiß man, wie sich das anfühlt. Es ist eine ziemlich erschreckende Situation, weil man es im ersten Moment nicht wahrhaben will. Ich glaube, wir waren auch nicht die einzigen, denen so etwas gestern passiert ist. Ich habe gehört, dass auch Sauber-Mechaniker angehalten wurden und alles herausrücken mussten. Das war sicher schrecklich. Das tut mir leid für sie.

Wie geht es Ihnen am Tag danach?
Button: Ich habe gut geschlafen. Das war eine erschreckende Situation. Jetzt fühle ich mich aber gut. Es erzeugt natürlich jede Menge Aufmerksamkeit, weil zum ersten Mal ein Fahrer angehalten wurde, aber hoffentlich erinnert das alle an die Gefahren und lässt uns wachsamer werden. Ich habe gehört, dass die meisten Fahrer den Weg zur Strecke mit Polizei-Eskorten zurücklegen. Dazu gepanzerte Autos und Polizisten als Fahrer. Das ist kein angenehmes Gefühl, aber jetzt sind wir ja hier, um ein gutes Rennen zu fahren. Das ist das Wichtigste.

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