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Überholtrick von Hamilton

"So habe ich mir Nico zurechtgelegt"

Hamilton vs. Rosberg - GP USA 2014 Foto: xpb 42 Bilder

Lewis Hamilton war rundherum zufrieden. Zehnter Saisonsieg, der fünfte in Folge. Dazu noch die WM-Führung auf 24 Punkte aufgebaut. Das alles entscheidende Manöver spielte sich in der 24. Runde ab. Hamilton erzählt, wie er Nico Rosberg ausgetrickst hat.

03.11.2014 Michael Schmidt

Vom reinen Speed her sind die Mercedes-Piloten gleichwertig. Zuletzt war Nico Rosberg auf eine Runde sogar schneller als sein Teamkollege. Doch er konnte es weder in Suzuka noch in Austin umsetzen. Beide Male hielt er die Führung bis knapp vor Rennhälfte. Doch dann schlug Lewis Hamilton mit seinem Killerinstinkt zu. Im direkten Zweikampf ist er der kompromisslosere und abgezocktere Fahrer.

Hamilton ist vielleicht der beste Überholer im Feld. Der Engländer überlässt in seinen Rad-an-Radkämpfen nichts dem Zufall. Auch diesmal nicht. Nachdem er Rosbergs Vorsprung von 2,4 Sekunden aufgeschnupft hatte, schaute sich der WM-Spitzenreiter seinen Gegner zwei Runden lang an. Und legte sich einen Plan zurecht. Wichtig war, vor der langen Geraden in die DRS-Zone zu kommen.

Hamilton überholt Rosberg wie Vettel

Vor zwei Jahren zog Hamilton ein ähnliches Manöver mit Sebastian Vettel durch. "Die Strecke von Austin zeichnet aus, dass du in den schnellen Kurven relativ gut am Vordermann dranbleiben kannst. Damals bei Vettel hatte mir noch ein Hinterbänkler geholfen. Wichtig aber ist, dass du am Ende des Geschlängels den Ausgang aus Kurve 9 gut erwischst, damit du vor Kurve 11 in den DRS-Bereich kommst."

Teil zwei der "Aktion Rosberg" spielte sich in der Haarnadel vor der langen Geraden ab. "Ich habe mich voll darauf konzentriert, so nah wie möglich an Nico zu bleiben. Ganz habe ich es nicht geschafft. Bei Vettel vor zwei Jahren war ich näher dran. Deshalb konnte ich schon Mitte der Gerade mit dem DRS-Effekt längsseits ziehen. Bei Nico kam ich erst am Ende der Geraden auf gleiche Höhe."

Hamilton ändert Risikoschwelle nicht

Diesmal lauerte Hamilton so lange wie möglich im Windschatten des anderen Mercedes und scherte dann plötzlich aus. Rosberg konnte den Overboost nicht schnell genug aktivieren. Hamilton sah das Überholmanöver so: "Auf der langen Geraden hatten wir Gegenwind. Das gab mir das Vertrauen, so spät wie möglich zu bremsen. Ich wollte auf keinen Fall, dass ein Vorderrad blockiert und ich zu tief in die Kurve rutsche. Dann hätte mich Nico am Ausgang wieder ausgekontert."

Hamilton wunderte sich, dass Rosberg so wenig Gegenwehr bot: "Vielleicht hat er meinen Angriff nicht mehr erwartet. Ich hätte an seiner Stelle früher gebremst, um mich am Kurvenausgang hinten herum zu überholen." Davon, dass sein Teamkollege die Extra-Elektropower mit dem falschen Hebel anforderte, wusste Hamilton nichts.

Von erhöhtem Risiko wollte der große WM-Favorit ebenfalls nichts wissen: "Ich fahre schon das ganze Jahr mit der gleichen Risikoschwelle. Auch bei diesem Überholmanöver blieb ich auf der sicheren Seite. Daran werde ich auch in den letzten beiden Rennen nichts ändern."

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