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Umbau Hungaroring

Geteilte Meinungen

Die Betreiber des Hungarorings haben die Rennstrecke in der Nähe von Budapest an zwei wichtigen Stellen modifiziert. Damit sollen die Chancen für mehr spektakuläre Überholmanöver in der Formel 1 verbessert werden. Was sagen die Piloten dazu?

23.08.2003

Der Hungaroring wartet für den Formel 1-GP von Ungarn mit zwei Modifikationen auf: Die Start-Ziel-Gerade wurde um 250 Meter verlängert, die erste Rechtskurve verläuft nun deutlich spitzer und enger als früher. Auch kurz vor dem Ende einer Runde auf dem Hungaroring wartet auf die Piloten eine Neuerung: Die Gerade nach Kurve 11 wurde verlängert und mündet nun ebenfalls in eine enge Rechtskurve. Der neue Verlauf an dieser Stelle macht die berüchtigte Rechts-Links-Kombination überflüssig, bei der sich in der Vergangenheit einige Formel 1-Piloten durch das harte Räubern über die Curbs ihre Autos beschädigten. Die nun 4,381 Kilometer lange Piste soll durch die Änderungen deutlich mehr Überholmanöver ermöglichen.

Was sagen die Piloten zum Streckenumbau? Die Meinungen sind eher geteilt. David Coulthard sieht in der Tat deutlich mehr Chancen zum Überholen: "In der ersten Rechtskurve sind Überholmanöver nun zumindest wahrscheinlich als früher, auch weil die neue Streckenführung die Autos in den Kurven signifikant verlangsamt. Außerdem eröffnet sich nun auch im Anschluss vor der zweiten Kurve eine Möglichkeit, den Konkurrenten auszubremsen. Das Problem dabei: Neben der Ideallinie liegt sehr viel Dreck und Schmutz auf der Bahn. Um jemanden erfolgreich auszubremsen, musst du die Ideallinie verlassen und bringst dich so unter Umständen selber mehr in Bedrängnis als deinen direkten Gegner."

Nick Heidfeld: "Klare Verbesserung"

Sauber-Pilot Nick Heidfeld sieht vor allem im Umbau des rückwärtigen Teils der Rennstrecke eine klare Verbesserung: "Es ist gut dass die Schikane im hinteren Streckenteil wegfällt, denn dort habe ich mir in der Vergangenheit bereits mehrfach das Auto beschädigt. Wenn man dort schnell sein wollte, musste man brutal über die Curbs brettern und das hat den Autos stark zugesetzt. In mehreren Fällen sollen dort sogar schon Risse im Monocoque von Formel 1-Wagen aufgetreten sein", so der Mönchengladbacher in Sauber-Diensten.

Für Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher halten sich die Vor- und Nachteile des Streckenumbaus die Waage: "Das neue Streckenlayout ist für mein Empfinden recht gut gelungen, auch wenn ich die alten Kurven als etwas anspruchsvoller in Erinnerung habe. Dafür weist der neue Belag an den besagten Stellen nun deutlich weniger Bodenwellen auf, was positiv zu bewerten ist. Dafür kommt mir die Auslaufzone am Ende der Start- und Zielgeraden etwas knapp bemessen vor", moniert der Kerpener.

Mark Webber: "Immer noch eng und winkelig"

Jaguar-Pilot Mark Webber mag den Kurs in der Nähe von Budapest auch nach dem Umbau nicht besonders: "Die Modifikationen haben nichts an der Tatsache geändert, dass der Kurs sehr eng und winklig ist. Aus diesem Grund fühle ich mich hier nicht besonders wohl. Mir persönlich kommen die schnellen Kurse mit den Mutkurven mehr entgegen."

Auch BAR-Honda-Pilot Jacques Villeneuve fällt ein eher zwiespältiges Urteil: "Der letzte Abschnitt kurz vor Ende der Runde ist nun zwar deutlich besser geworden, allerdings hat mir die alte Streckenführung in Kurve eins viel besser gefallen."

Eine alte Spezialität des Hungarorings wurde mit dem Streckenumbau allerdings nicht getilgt: Die Strecke ist immer extrem staubig und rutschig, weil der stets kräftige und heiße Wind viel Puzsta-Sand auf die Bahn weht. Nach wie vor bietet keine andere GP-Rennstrecke im Formel 1-Kalender ein so niedriges Grip-Niveau wie der Hungaroring östlich von Budapest.

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