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Umstrittene Funksprüche in Singapur

Premiere der Wischiwaschi-Funkregeln

Red Bull-Kommandostand - GP Singapur 2014 Foto: ams 63 Bilder

Viel wurde vor dem Grand Prix von Singapur über die neuen Kommunikationsregeln in der Formel 1 diskutiert. Doch dann wurde es plötzlich still um die Funkstille. Strafen gab es keine, obwohl einige verdächtige Funksprüche versendet wurden.

23.09.2014 Tobias Grüner

Haben Sie beim GP Singapur auch etwas genau hingehört als sonst, wenn Funksprüche der Fahrer eingespielt wurden? An den Kommandoständen der Teams wurde ebenfalls eifrig mitgelauscht. "Wir sind jetzt mehr beschäftigt, um bei den anderen mitzuhören - damit sie nicht sowas machen wie Red Bull 2 Mal mit Ricciardo", erklärte McLaren-Teamchef Eric Boullier nach dem Rennen.

Streitpunkt war die Anweisung an den Australier, die Kerbs nicht zu überfahren. Das war in der Verbotsliste der FIA explizit angeführt worden. Boullier wollte seine Andeutungen allerdings nicht weiter ausführen. "Ich denke, das war ein Code, den die FIA überprüfen muss. Aber ich kann dazu nichts sagen. Es war einfach eine seltsame Mitteilung. Einmal wäre noch okay gewesen, aber 2 oder 3 Mal war etwas komisch."

Red Bull verteidigt Funkspruch an Ricciardo

Red Bull-Teamchef Christian Horner konnte den Vorwurf entkräften. Bei der Anweisung zum Meiden der Kerbs habe es sich nicht um eine unerlaubte Fahrhilfe gehandelt, sondern um eine Maßnahme zur Sicherung der Zuverlässigkeit. Um Missverständnisse zu vermeiden, habe man sogar die extra die Erlaubnis der Rennleitung eingeholt.

"Wir haben mit Charlie (Whiting) gesprochen und ihm gesagt, dass wir bei Daniel einige Bedenken wegen der Zuverlässigkeit haben. Er sollte nicht auf die Kerbs fahren, weil das einen Schaden der Batterien verursachte." Rennleiter Whiting erlaubte den Funkspruch. "Das war vernünftig", so Horner. "Wir müssen bei den neuen Funkregeln eine Balance finden."

Auch der Funkspruch an Ricciardo, er solle nicht im Windschatten von Alonso fahren, um seine Bremsen nicht zu Überhitzen, sorgte bei den Experten für Stirnrunzeln. War das nicht auch schon verboten? Ein Regelkenner im Fahrerlager erklärt: "Solange man ihm nicht sagt, er solle an einer bestimmten Stelle nicht im Windschatten fahren, ist es erlaubt."

Bei den wenigen längeren Geraden war allerdings klar, wo Ricciardo aus dem Windschatten von Alonso ausscheren soll. Von der FIA wurde im ganzen Rennen nicht einmal eine Untersuchung in diese Richtung eingeleitet. "Alles Wischiwaschi", so das Urteil der meisten Teams. Ärger dürfte es wohl erst geben, wenn die FIA mal hart durchgreift. In dieser Saison werden die Schiedsrichter aber wohl noch Milde walten lassen.

Mercedes-Probleme bei 2015er Regeln ein "Alptraum"

2015 könnte das aber anders aussehen. Dann soll das Funkverbot bekanntlich deutlich ausgeweitet werden. Mercedes-Teamchef Toto Wolff mochte sich nach dem Singapur-Rennen gar nicht ausmalen, wie es mit den angekündigten Verschärfungen bei den Lenkrad-Problemen von Nico Rosberg ausgesehen hätte.

"Das wäre ein Alptraum gewesen, wenn man gar keine Nachricht an den Fahrer weitergeben kann. Auch aus Sicherheitsgründen ist es bedenklich, wenn man nicht mit einem Fahrer kommunizieren kann, dessen Lenkrad nicht mehr funktioniert. Vielleicht sollten die Erfahrungen aus dem Rennen in Singapur in künftige Entscheidungen in Sachen Funkregeln einfließen", schlug Wolff vor.

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