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Unfall von Jules Bianchi

Rechtsstreit mit FIA und Marussia

Bianchi-Banner - GP Japan 2015 Foto: xpb 21 Bilder

Gut anderthalb Jahre nach dem Unfall von Jules Bianchi in Suzuka will die Familie des mittlerweile verstorbenen Formel 1-Piloten herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Per Gerichtsverfahren soll geklärt werden, ob die FIA, der Rennstall Marussia und die F1-Rechteinhaber eine Mitschuld tragen.

26.05.2016 Tobias Grüner

Der Unfall von Jules Bianchi am 5. Oktober 2014 in Suzuka wird neu aufgerollt. Der französische Rennfahrer war damals bei widrigen Wetterbedingungen in einen Bergekran gekracht und hatte sich schwere Hirnverletzungen zugezogen. Bianchi fiel danach in ein Koma, aus dem er nie wieder aufwachte. Am 17. Juli 2015 starb der Mann aus Nizza schließlich.

Bianchi-Familie holt offizielle Stellungnahmen ein

Die Familie hat den Schicksalsschlag immer noch nicht überwunden. Fast ein Jahr nach dem Tod starteten die Angehörigen eine Initiative mit dem Titel "Justice for Jules" (Gerechtigkeit für Jules). Das Ziel: Es soll geklärt werden, wie es zu dem tödlichen Unfall beim GP Japan 2014 kommen konnte. Die Familie will nicht akzeptieren, dass dem Piloten die Hauptschuld gegeben wird.

In einem Statement teilten die Angehörigen mit, dass man die Kanzlei "Stewarts Law" damit beauftragt habe, offizielle Stellungnahmen vom Weltverband FIA, von den F1-Rechteinhabern (FOM) und von Bianchis ehemaligem Rennstall Marussia einzuholen. Entsprechende Anträge seien bereits schriftlich an die genannten Parteien gesendet worden.

Vater Philippe Bianchi erklärt, warum man nun den Rechtsweg sucht: "Wir wollen Gerechtigkeit für Jules. Die Wahrheit über die Entscheidungen, die zum Crash unseres Sohnes beim Grand Prix von Japan 2014 geführt haben, soll endlich ans Licht kommen. Als Familie haben wir noch viele unbeantwortete Fragen. Wir haben das Gefühl, dass Jules' Unfall und Tod vermeidbar gewesen wären, wenn es nicht zu einer Serie von Fehlern gekommen wäre."

FIA-Experten geben Jules Bianchi Schuld

Anwalt Julian Chamberlayne, der die Bianchi-Familie in diesem Fall vertritt, erklärt die Hintergründe: "Der Tod von Jules Bianchi war vermeidbar. Der FIA Untersuchungsbericht hat zahlreiche Empfehlungen abgegeben, um die Sicherheit in der Formel 1 zu verbessern. Aber sie sind dabei gescheitert, die Fehler zu identifizieren, die zum Tod von Jules geführt haben. Es war überraschend und schmerzhaft zugleich, dass die FIA-Experten zwar eine Reihe von Begleitfaktoren erkannt, die Schuld am Ende aber Jules gegeben haben."

"Die Bianchi-Familie will erreichen, dass die involvierten Parteien in diesem Rechtsverfahren Rechenschaft ablegen und die Verantwortung für gemachte Fehler übernehmen. Das ist wichtig für alle aktiven und künftigen Rennfahrer, die darauf vertrauen müssen, dass die Sicherheit an erster Stelle steht. Wenn das schon damals in Suzuka der Fall gewesen wäre, wäre Jules Bianchi wahrscheinlich noch am Leben und jetzt weiter im Rennsport dabei, den er so geliebt hat."

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