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Unklarheit über Druckmessung

Pirelli hält die Drücke hoch

Mercedes - GP Singapur - Formel 1 - 16. September 2015 Foto: ams 23 Bilder

Seit dem GP Italien hat die Formel 1 ein neues Frage- und Antwortspiel: Wie hoch setzt Pirelli die Reifendrücke an, um sich gegen Reifenplatzer zu schützen? In Singapur sind es 18 PSI vorne und 17 PSI hinten. Damit deutlich höher als im letzten Jahr. Unklar ist immer noch, wann die Drücke gemessen werden.

17.09.2015 Michael Schmidt

Pirelli bleibt weiter streng. Um sich vor Reifenschäden zu schützen, werden die Startdrücke für die Reifen weiterhin hoch angesetzt. In Singapur will Pirelli im Stand mindestens 18 PSI an der Vorderachse sehen und 17 PSI hinten. Im letzen Jahr galten auf dem Stadtkurs in der asiatischen Handelsmetropole rundherum 16 PSI als Minimalwert. Mit dem Radsturz verfuhr Pirelli ähnlich. Um auf der sicheren Seite zu bleiben wurde vorne der Sturz gegenüber Vorjahr von 4,5 auf 3,75 Grad reduziert. Hinten von 3,0 auf 2,5 Grad.

Pirelli setzt höhere Druck-Limits für Singapur und Suzuka

Auch für das anschließende Rennen in Suzuka gelten neue Werte. Mit 21,5 PSI vorne und 20,5 PSI hinten liegen sie so hoch wie noch nie. Suzuka ist neben Spa die Strecke, die den Reifen am meisten zusetzt. In den S-Kurven und der 130R-Kurve wird die Konstruktion der Reifen stark belastet. Verschleiß und Gripabbau sind in der Regel sehr hoch. Deshalb wird in Suzuka auch mit den beiden härtesten Mischungen gefahren.

Nach dem Reifendruck-Drama um Lewis Hamilton in Monza fordert die FIA von Pirelli eine klare Ansage, zu welchem Zeitpunkt vor dem Start die Reifendrücke verbindlich sein sollen. In Monza kam es zu Differenzen, weil die Messung von Mercedes 3 Minuten vor der Stichprobe durch die FIA stattfand. Da die Heizdecken in der Zwischenzeit von der Stromquelle genommen wurden, sanken die Drücke der Hinterreifen bei beiden Mercedes unter das geforderte Minimum von 19,5 PSI.

Wusste Mercedes vom niedrigen Startdruck in Monza?

Wie inzwischen bekannt wurde, haben Mercedes und Pirelli doch schon vor dem Rennen von dem Fehlstand gewusst, die Offiziellen aber darauf hingewiesen, dass bei der eigenen Messung im Beisein von Pirelli-Leuten die Drücke noch im grünen Bereich lagen. Hardliner sehen dies als klaren Regelverstoß.

Mercedes habe dafür zu sorgen, dass der Reifendruck bei jeder Messung den Vorgaben entspricht, egal wann gemessen wird. Notfalls müssten sie die Heizdecken eben länger am Strom lassen oder von vornherein den Druck erhöhen. Auch für das Aufwärmen gibt es klare Grenzwerte. Die Teams dürfen ihre Reifen maximal 3 Stunden lang bei 80 Grad aufwärmen oder sie eine Stunde lang bei 110 Grad kochen.

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