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Unter Vorbehalt

Red Bull darf starten

Foto: dpa

Das grüne Licht kam am Samstag (22.3.) um 10.51 Uhr, neun Minuten vor dem Start zum dritten freien Training zum GP Malaysia. Die drei Rennkommissare erklärten, dass kein Grund vorliege, warum Red Bull nicht starten sollte.

22.03.2008 Michael Schmidt

Sie sagten aber auch, dass man das Auto für den Rest des Wochenendes unter Beobachtung halten werde. Für die Red Bull-Ingenieure, Mechaniker und Anwälte war es eine lange Nacht. In einem zehnseitigen Schreiben versuchten sie zu beweisen, dass der Red Bull RB4 kein gefährliches Fahrzeug ist und dass die in der Kritik stehenden Aufhängungen allen Sicherheitsstandards entsprechen.

Zeichnungen, Berechnungen, Prüfstandstests und Simulation lieferten laut Teamchef Christian Horner den klaren Beleg, dass die Aufhängungskomponenten den im Rennbetrieb auftretenden Belastungen standhalten. "Wir haben außerdem 10.000 Testkilometer auf Strecken mit teilweise sehr hohen Randsteinen ohne ein Problem abgespult. Nie ist etwas passiert."

Prüfstand und Realität

Warum dann bei David Coulthards RB4 in Melbourne und im Freitagstraining von Sepang die Druckstreben an exakt der gleichen Stelle einknickten, was das Abbrechen der Räder zur Folge hatte, erklärte Horner so. "In Melbourne ist das Auto gesprungen und schräg von oben in der Wiese eingeschlagen. Das hält kein Auto aus. In Sepang ist David nach einem Bruch der Spurstange mit 230 km/h und nach außenstehenden Rädern von der falschen Seite gegen einen sechs Zentimeter hohen Randstein gerutscht. Auch das ist eine Belastung, die im Fahrbetrieb nie auftritt."

Diese Aussage überzeugte die Sicherheitsexperten nicht ganz. Beide Brüche traten bei einer Last von exakt 25.000 Newton auf. Laut den Red Bull-Simulationen sollten die Querlenker aber 31.000 Newton vertragen. "Ganz offensichtlich gibt es da eine Diskrepanz zwischen Realität und Prüfstand", hieß es von berufener Stelle.

Design ist kritisch

Den Verdacht, dass bei den Aufhängungskomponenten hochmodulare Fasern verwendet würden, wies Red Bull von sich. Seit diesem Jahr setze man elastischere Varianten ein. Da es dafür keine Prüfmethoden gibt, kann man das glauben oder auch nicht. Tatsache jedoch ist, dass das Design der Druckstreben kritisch ist. Sie verlaufen üblicherweise vom Radträger aus gesehen zuerst breit und verjüngen sich kurz vor dem Anlenkpunkt am Chassis.

Der Einstellring sitzt bei Red Bull im Gegensatz zu allen anderen Autos an der dünnen Stelle, ist deshalb auch nicht so stabil. Genau dort kollabierte in allen Fällen die Druckstrebe. Um die FIA-Kommissare zu beruhigen, änderte Red Bull über Nacht das Design des Einstellrings - von C-förmig auf rund. "Wir sind von Aluminium auf Stahl übergegangen", verriet Teamchef Horner.

Die Ursache des Unfalls, die gebrochene Lenkstange, war bei der FIA kein Thema. "Kann passieren. Wir hatten es auch schon in anderen Fällen, dass die Klebstelle zwischen Karbon und Titan gerissen ist", sagten die Kommissare. Horner gibt sich damit nicht zufrieden: "Das Teil hält normalerweise 7.000 Kilometer."

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