Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Unterboden-Diskussion

Teilerfolg für Toyota, Brawn GP und Williams

Aerodynamik Unterboden Diffusor Foto: Daniel Reinhard 13 Bilder

Der Weltverband FIA hat die ins Gerede gekommenen Unterböden der Autos von Toyota, Brawn GP und Williams untersucht. FIA-Rennleiter Charlie Whiting entschied nach Konsultation mit den Teams und mit FIA-Präsident Max Mosley: "Aus unserer Sicht sind diese Diffusoren legal."

18.03.2009 Michael Schmidt

Toyota, Brawn GP und Williams haben bei der Auslegung des hinteren Teils des Unterbodens - Diffusor genannt - ein Schlupfloch genutzt. Der zentrale Teil des Diffusors kann über das erlaubte Maß von 175 Millimeter hinausgehen, wenn man einen Trick anwendet. Einen Diffusor im Diffusor. Das untere Dach entspricht der Regel, das obere expandiert über das erlaubte Maß hinaus.

Reglement wirft Fragen auf

In diesem Bereich besagt das Reglement: Von unten betrachtet darf kein Teil zu sehen sein, dass höher als 175 Millimeter ist. Da der obere Diffusor durch den unteren verdeckt ist, kann man ihn von unten nicht sehen. So weit der einfache Teil der Regel.

Doch da gibt es noch einen Haken. Wie wird die Luft in den oberen Diffusor eingespeist? Schaut man von unten auf das Auto, darf man durch Löcher der betrachteten Fläche nur den Himmel sehen (Artikel 3.12.5). Außerdem müssen alle gefederten Teile des Autos von unten zu sehen sein (Artikel 3.12.1).

Die zweite Forderung umgehen die Teams damit, dass sie die unteren Querlenker über den Eintrittslöchern anbringen, so dass der Bereich der Löcher als ungefederte Masse gilt. Artikel 3.12.5 ist verzwickter. Die Löcher sind in dem Bereich untergebracht, wo die Stufe im Unterboden in die Referenzebene übergeht. Die einen interpretieren diese Stelle als eine Fläche, die anderen als drei. Je nach Sichtweise ist die Anbringung der Eintrittslöcher für die Luft legal oder illegal.

Schlupfloch genutzt

Die FIA gibt der Interpretation von Toyota, Brawn GP und Williams Recht. "Sie haben ein Schlupfloch genutzt, das schon immer da war. Wir können aber auch verstehen, dass andere Teams anders darüber denken", erklärt Whiting. Es ist also möglich, dass in Melbourne ein Team Protest einlegt. Dann läge es an den Rennkommissaren zu entscheiden. Ihr Urteil wäre für die gesamte Saison gültig, es sei denn es käme zu einer Berufungsverhandlung. Um sich juristischen Ärger zu ersparen appelliert Whiting an alle Teams, sich vor dem GP Australien auf eine Lesart zu verständigen.

In den Konstruktionsbüros der Zweifler laufen längst Programme, diese Diffusoren nachzubauen. Williams-Technikchef Sam Michael räumt ein: "Es ist relativ einfach, diese Lösung zu kopieren. Mich wundert, dass es bis jetzt nicht noch mehr Teams gemacht haben."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden