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Update-Festival in Shanghai

Neue Technik für den China-Kracher

Toro Rosso Box GP Malaysia 2013 Foto: Red Bull 25 Bilder

Für das dritte Saisonrennen in Shanghai haben fast alle Teams neue Teile angekündigt. Wir sagen Ihnen im Detail, woran die Ingenieure in den Wochen zwischen Malaysia und China gearbeitet haben. Einige Teams wollen die Karten jedoch nicht zu früh aufdecken.

09.04.2013 Tobias Grüner

Es sind erst 2 Rennen beendet, aber der Entwicklungswettlauf der Ingenieure befindet sich bereits in seiner heißen Phase. Durch die große Regel-Reform in der Saison 2014 bleibt dieses Jahr nur wenig Zeit, das 2013er Auto weiterzuentwickeln. Wer jetzt noch Rückstand hat, muss sich beeilen. Lange lohnt es sich nicht mehr, an der alten Technik zu arbeiten.

Große Technik-Updates in Shanghai

Shanghai, Barcelona, Silverstone - so lautet bei den meisten Teams der Entwicklungsfahrplan mit größeren Updates für die erste Saisonhälfte. Da muss jeder Schuss sitzen. Wer bis zur Sommerpause nicht dort ist, wo er hin will, hat danach kaum noch eine Chance aufzuholen. Wegen der Komplexität des Projekts 2014 werden nach und nach immer mehr Ingenieure vom aktuellen Auto abgezogen.

In den knapp 3 freien Wochen vor dem Grand Prix von China bot sich für die Techniker die erste Gelegenheit des Jahres nachzubessern. Größere Lücken bieten sich bekanntlich nicht viele im engen Kalender. Und da Stillstand in der Formel 1 Rückschritt bedeutet, erwarten wir jede Menge neuer Teile in Shanghai. Wir haben uns vor Shanghai schon einmal erkundigt, woran die Teams genau gearbeitet haben.

Red Bull:

Beim Weltmeisterteam muss man sich gar keine Mühe machen. Auf Fragen nach technischen Updates reagiert die Mannschaft um Stardesigner Adrian Newey gewohnt wortkarg. Wer etwas über neue Teile wissen will, muss sie schon selbst entdecken. Bei dem gewohnten Entwicklungstempo in Milton Keynes wäre es allerdings eine Überraschung, wenn die Ingenieure den RB9 nicht noch einmal sichtbar aufgerüstet hätten.

Ferrari:

Bei Ferrari geht man mit Updates etwas offensiver um. Schon während der Testfahrten vor der Saison verriet man einige Details des Entwicklungsfahrplans für die Saison 2013. Danach sollte zum 3. Rennen in China das erste größere Technik-Paket eintreffen. Besonders im Fokus: Frontflügel, Auspuff und Bremsbelüftungen. Da sich der hauseigene Windkanal in Maranello immer noch im Umbau befindet, wurden die neuen Teile für Shanghai bei Toyota in Köln entwickelt. Das Update könnte allerdings etwas kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Der Ferrari lief in den ersten Rennen schon besser als erwartet.

Lotus:

Nachdem in Malaysia nur Kimi Räikkönen mit dem neuen Auspuff-Paket unterwegs war, wird in Shanghai auch das 2. Auto von Romain Grosjean nachgerüstet: "Ein Vorteil des Pakets ist ein verbesserter Abtrieb auf der Hinterachse. Vor allem in Kurven, in denen das Verhältnis der Abgas-Power zur Auto-Geschwindigkeit besonders hoch ist - also hauptsächlich in langsameren Kurven", erklärt Technikchef James Allison. Das sollte uns auf Kursen wie Shanghai helfen, die Reifen besser am Leben zu halten." Außerdem gibt es kleinere Retuschen am Frontflügel, den Heckflügel-Endplatten und den Leitblechen am Seitenkasten.

McLaren:

Malaysia war für McLaren ein Schritt in die richtige Richtung. In China soll das Auto noch konkurrenzfähiger werden. Auf die Frage nach Updates antwortete Teamchef Martin Whitmarsh zuletzt mit einem Grinsen: "Ich erwarte, dass von unserer Entwicklungsabteilung einiges kommt." Und so gingen die Lichter im Technikbüro in Woking zuletzt nicht aus. Eine Baustelle ist vor allem die Region Auspuff und Unterboden. Hier passte die Aerodynamik zuletzt nicht. Möglich sind auch Umbauten an den Aufhängungen, um beim Setup flexibler zu werden. "Wir werden viel Arbeit im Training am Freitag haben", verriet McLaren-Direktor Jonathan Neale.

Mercedes:

Mercedes zeigte sich in den ersten beiden Rennen gut in Form. Und nun kommt mit Shanghai eine Strecke, die dem Silberpfeil besonders gut liegen sollte. Teamchef Ross Brawn kündigte an, dass es für China noch einmal ein kleines Update geben soll. Was genau geändert wird, wurde aber nicht verraten. Wir haben gehört, dass es sich vor allem um Aerodynamik-Teile handeln soll. Die große Schwäche des W04 ist nach wie vor der mangelnde Abtrieb.

Sauber:

Bei Sauber herrscht Alarmstimmung. Das Auto ist nicht so schnell wie erwartet. Woran es genau liegt, scheint noch nicht ganz klar zu sein. Ein größeres Paket ist allerdings erst für Barcelona eingeplant. In China hofft man der Ursache für den mangelnden Speed näher auf die Spur zu kommen. Tom McCullough, der leitende Strecken-Ingenieur, erklärte dazu: "Wir haben die Malaysia-Daten sorgfältig analysiert und einige interessante Entwicklungsrichtungen gefunden. Entsprechend werden wir einige Testkomponenten nach Shanghai bringen."

Force India:

Der Fokus bei Force India lag in den letzten Wochen vor allem darin, die Probleme mit den Radbefestigungen zu lösen. "Wir haben hart gearbeitet, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist", erklärte Teamchef Vijay Mallya. Eine Hülse in der Felge, die den freien Lauf der Radmutter gewährleistet, hatte sich auf der Achse festgesetzt - wahrscheinlich durch Hitzeeinwirkung. Trotz der Probleme will man an dem System festhalten.

Williams:

Der Saisonstart verlief für Williams enttäuschend. In Punktenähe kam man bisher nur, wenn die Konkurrenz patzte. Das erste große Update ist für Barcelona angekündigt. In China erwarten wir in den Freien Trainings vor allem fleißiges Datensammeln für die Ingenieure in der Fabrik. Zuletzt gab es Gerüchte, dass zu Vergleichszwecken sogar die Auspuff-Variante aus dem Vorjahr ausprobiert werden soll.

Toro Rosso:

Wie für Williams war auch die Saison für Toro Rosso bisher eine Enttäuschung. Auch beim kleinen Red Bull-Schwesterteam ist der Auspuff besonders im Fokus der Ingenieure. "Die etwas längere Pause kam zum richtigen Zeitpunkt", erklärte Daniel Ricciardo. "Unsere Techniker denken, dass sie einige Dinge gefunden haben, um die Probleme zu lösen. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns verbessert haben. Die Basis stimmt. Aber wir haben noch nicht das ganze Potenzial gesehen."

Marussia:

Im Unterhaus der Formel 1 wir genauso hart gekämpft wie an der Spitze, nur mit etwas bescheideneren Mitteln. Die Technikertruppe von Pat Symonds hat für China neue Aufhängungsteile geplant. Wie bei den meisten Top-Teams sollen die Dämpfer auf beiden Achsen hydraulisch verbunden werden. Bei Testfahrten vor der Saison hat das komplizierte System schon ganz ordentlich funktioniert. Dazu gibt es neue Bremsbelüftungen vorne und hinten.

Caterham:

Während Marussia dem Mittelfeld immer näher kommt, zeigte der Trend bei Caterham zuletzt in die falsche Richtung. Teamchef Cyril Abiteboul hatte nach Malaysia größere Technik-Updates angekündigt. Ob die aber schon für China einsatzbereit sind, bleibt abzuwarten. Von den beiden Fahrern war im Vorfeld von Shanghai vor allem zu hören, dass die Setup-Arbeit im Vordergrund stehen soll, um das große Untersteuer-Problem in den Griff zu bekommen.

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