Sowohl den PS-Anhängern als auch der Fachpresse sollen die Türen in der sonst abgeschirmten Formel-1-Welt offen stehen. "Wir wollen die Leute unterhalten, nicht nur mit unserem eigenen Fernseh-Kanal, sondern vor allem mit Einblicken in unser Team. Deshalb werden wir unsere Werkstatt-Tore für die Fans öffnen. Sie können zusehen, wie wir uns entwickeln und mit den Fahrern sprechen. Ich habe beim NASCAR gelernt, dass die Leute so etwas mögen", sagte der Sportliche Leiter, Peter Windsor, bei der Vorstellung des neuen Rennstalls.
Im Studio des Fernsehsenders "Speedtv" in Charlotte (North Carolina) wehte nicht nur eine überdimensional große US-Fahne. Auch ein Hauch amerikanischer Formel-1-Historie machte sich bei der Präsentation am Dienstag breit: Einspieler der Erfolge von Dan Gurney und Ex-Champion Mario Andretti erinnerten an glorreiche Zeiten.
Feuer bei den US-Fans entfachen
Den Verweis auf die 225.000 Fans beim US-Grand-Prix 2000 in Indianapolis ließ man sich auch nicht nehmen. "Das Gros der Technik in der Formel 1 kommt aus den USA. Zudem ist es bedeutend billiger, hier einen Rennstall zu stationieren als in Europa", sagte Teamchef Ken Anderson, der bereits bei Ligier, Onyx und Williams Erfahrungen sammelte.
Auch Windsor kennt sich in der Königsklasse aus, er war in Diensten von Ferrari und Williams. Und der Brite will einen neuen Weg gehen: Die Formel 1 sei bislang in den USA immer als zu technisch und unnahbar rübergekommen. Alles sei hinter verschlossenen Türen und im Geheimen passiert, kritisierte Windsor. Das werde USF1 ändern.
Konkrete Informationen fehlen noch
Ungeklärt ist die Motorenfrage, auch der Kampf ums Cockpit wird wohl noch einige Zeit dauern. PS-Schönheit Danica Patrick zählt zu den Kandidaten, auch Andretti-Enkel Marco. 100 bis 120 Mitarbeiter, 50 Millionen Euro Budget - so die Rahmendaten. Ohne die Sparmaßnahmen der jüngsten Zeit wäre es nicht möglich, einen Formel 1-Rennstall in den USA zu stationieren, meinte Windsor.
"Wenn es einen Boom gäbe und das Geld nur so vom Himmel fallen würde, wäre es für Leute wie Ken und mich sicherlich schwer und man würde uns belächeln. Aber durch die Rezession hört man uns zu und nimmt uns Ernst. Denn die fetten Jahre mit den großen Budgets sind vorbei." Schon früh habe man sowohl FIA-Präsident Max Mosley als auch F1-Chef Bernie Ecclestone über das Vorhaben informiert.
Hilfreich wäre sicherlich, wenn in Nordamerika auch wieder ein Rennen stattfinden würde, nachdem Montréal und Indianapolis erst einmal aus dem Kalender verschwunden sind. Anderson: "Wir hoffen, dass mit unserem Team auch bald ein Grand Prix zurück in die USA kommt."


