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Valencia-Test

McLaren schlägt zurück

Foto: dpa 12 Bilder

Am zweiten Formel 1-Testtag in Valencia konterte am Mittwoch (23.1.) McLaren-Mercedes, nachdem Ferrari am Dienstag dominierte. Heikki Kovalainen ging zwei Mal auf eine schnelle Runde.

23.01.2008 Michael Schmidt

Einer Runde von 1.11,414 Minuten folgte der Tagesbestwert von 1.11,000 Minuten. Damit war der Finne um sechs Zehntel schneller als Felipe Massa.

"Ich wollte mal ein Gefühl dafür kriegen, wie sich das Auto mit weniger Benzin im Tank anfühlt", erklärte Kovalainen das Geheimnis seiner Superrunde. Die Bestzeit wollte er nicht überbewerten: "Gestern war ich nur Vierter, aber die Rundenzeit war gemessen an den Bedingungen genauso gut."

McLaren: Für eine Runde überlegen

Ferrari ging nicht speziell auf Zeitenjagd und spulte wie schon am Vortag ein getrenntes Testprogramm ab. Kimi Räikkönen war für die Dauerläufe zuständig und landete mit 1.11,850 Minuten auf Rang drei. Teamkollege Felipe Massa fuhr kürzere Turns, legte alle drei Runden einen langsamen Umlauf ein, um dann wieder Gas zu geben. Seine Zeit von 1.11,662 Minuten bedeutete Rang zwei. Fazit im Vergleich der beiden Top-Teams: McLaren ist auf eine Runde leicht überlegen, während über längere Distanzen die Stunde der Ferrari schlägt. Also Verhältnisse wie im Vorjahr. Räikkönen fuhr am späten Nachmittag einen Longrun mit unerreichten 1.12er Zeiten im Schnitt. Die Abstände in den beiden Disziplinen sind aber nicht mehr so groß wie im letzten Jahr.

Kovalainen durfte Hamilton die Show stehlen

McLaren-Neuzugang Kovalainen durfte diesmal Lewis Hamilton die Show stehlen. Der WM-Zweite spulte 115 Runden ab und war mit 1.12,076 Minuten Vierter. Knapp dahinter platzierte sich Fernando Alonso im neuen Renault. Erste Arbeit am Set-up des Autos brachte prompt Erfolg. Der Spanier lag mit konstant tiefen 1.13er Zeiten bei seinem Dauerlauf auf dem Niveau von McLaren-Pilot Heikki Kovalainen, der zur gleichen Zeit in der Mittagssonne auf der Strecke war. Alonsos Bestzeit von 1.12,380 Minuten erzielte er im Rahmen seines Longruns.

Rosberg mit Renndistanz

Nico Rosberg, der Überraschungsmann des ersten Tages, simulierte am Mittwoch eine Renndistanz. Im Verlauf der 77 Runden wurden die Rundenzeiten immer besser, was für den geringen Reifenverschleiß des neuen Williams FW30 spricht. Die letzte Runde des simulierten Grand Prix war mit 1.12,729 Minuten die schnellste. "Nicht schlecht für den zweiten Testtag", strahlte Technikchef Sam Michael. "Wir sind auch mit der Standfestigkeit auf dem richtigen Kurs." Kurz vor Testende tat Rosberg noch etwas für die Optik. Seine Zeit von 1.12,493 Minuten brachte ihn auf Platz sieben. Sein Fazit: "Wenn wir das richtige Abstimmungsfenster finden, ist das neue Auto in allen belangen besser als das alte."

Red Bull: Besserung in Sicht

Bei Red Bull war das Aufatmen deutlich zu hören. Nach einem mühsamen Testbeginn mit David Coulthard, lief es am zweiten Tag mit Mark Webber im Cockpit deutlich besser. Der Australier kam mit einer Zeit von 1.12,594 Minuten unter die Top Ten. "Ich musste mich nicht mal groß anstrengen", verriet Webber. Sein Eindruck: "Das Auto könnte etwas werden, wenn ich mit einrechne, dass vorne und hinten noch die Flügel des Vorjahresautos dran sind." Red Bull fährt den ersten Test noch mit der Basisversion des RB4. Für den ersten Fortschritt sorgte eine Verkleidung der hinteren Querlenker. Die Teile kamen mit einem Tag Verspätung in Valencia an. "Uns geht es hier nur darum, Kilometer zu machen", erklärte Teamberater Helmut Marko. "Standfestigkeit war letztes Jahr unsere große Schwäche. Wir können aber jetzt schon sagen: Das neue Getriebe hält."

BMW kennt die Probleme

Bei BMW bestätigte sich der Trend vom Vortag. Nick Heidfeld war mit dem alten Auto (1.12,976 Minuten) schneller als Teamkollege Robert Kubica (1.13,230 Minuten) im neuen. Man beruhigt sich im weißblauen Lager damit, die Probleme zu kennen. Die Toyota von Timo Glock und Jarno Trulli liefen wie die Uhrwerke, aber sie sind über eine Sekunde hinter der Musik. "Die Zuverlässigkeit haben wir schon mal hingekriegt", unkte Glock, "jetzt brauchen wir nur noch den Speed." Seine persönliche Bestzeit von 1.13,129 Minuten bedeutete Platz elf. Knapp ein Zehntel langsamer als Sebastian Vettel im ToroRosso. Der 20-jährige aus Heppenheim landete mit 1.13,015 Minuten geraden noch in den Top Ten.

Toyotas japanischer Konkurrent Honda packte in Anwesenheit des neuen Teamchefs Ross Brawn sein 2008er Modell aus. Rubens Barrichello drehte mit dem blütenweißen Auto 36 zaghafte Runden und war mit 1.14,588 Minuten Letzter im Reigen der 2008er Formel 1-Autos. Der neue Honda wirkt im Vergleich zur Konkurrenz noch ziemlich nackt. Ein schnörkelloses Auto ohne Anbauten, was sich aber ändern wird. "Uns fehlen noch viele Aerodynamikteile. Wir wollten das Auto erstmal ans Laufen kriegen, um die Systeme zu checken", erklärte Technikchef Shuhei Nakamoto.

Barrichello rangierte beim Einstand des neuen Honda noch hinter Adrian Sutil im Force India. Der Deutsche ließ mit ansprechenden 1.13,409 sogar Toyota-Pilot Jarno Trulli hinter sich. "Wir fahren hier nur Kilometer auf die kritischenb Komponenten", erfzählte Technikchefr Mika Gascoyne. Das erste große Aerodynamik-Facelift kommt erst im Februar.

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