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Verfahrensfehler bei der FIA

Neues Punktesystem illegal

Jean Todt Foto: dpa 86 Bilder

Am 11. Dezember segnete der FIA-Weltrat ein neues Punktesystem für die Formel 1 ab. Der Schritt erntete bei den Fans große Kritik. Inzwischen stellte sich heraus, dass die FIA und die Teams bei der Beschlussfassung nicht das erforderliche Procedere eingehalten haben.

15.12.2009 Michael Schmidt

Seit der Unterzeichnung des neuen Concorde Abkommens unterliegen Regeländerungen wieder dem im Grundsatzvertrag der Formel 1 festgelegten Procedere. Darin heißt es: Die Formel 1-Kommission, die sich aus den Teams, Bernie Ecclestone, einem FIA-Vertreter, und Repräsentanten des Reifenlieferanten, der Veranstalter und der Sponsoren zusammensetzt, kann nur über Themen entscheiden, die von den Arbeitsgruppen (Sportreglement und Technikreglement) vorgeschlagen werden.

Das übergeordnete Gremium darf dabei keine eigenen Vorschläge einbringen oder die Vorschläge der Arbeitsgruppen verändern. Sollte die Formel 1-Kommission mit den beantragten Regeländerungen nicht zufrieden sein, dann bleibt nur die Möglichkeit, diese an die Arbeitsgruppen zurückweisen oder die Bitte aussprechen, Vorschläge zu einem bestimmten Punkt zu machen.

Sporting Working Group lehnt Punktereform ab

Im Fall des neuen F1-Punktesystems ist weder das eine noch das andere passiert. Die Arbeitsgruppe Sportreglement hatte bei ihrer Sitzung am 4. Dezember in London das Thema kurz angeschnitten und nach zwei Minuten Diskussion verworfen. Von den 13 Teammanagern stimmte nur Peter Windsor von USF1 für ein erweitertes Punktesystem.

Somit erging auch kein Vorschlag an die Formel 1-Kommission, die dann am 10. Dezember aus heiterem Himmel ein neues Punkteschema für 2010 einführte. Das Gremium hat damit über etwas bestimmt, das gar nicht hätte zur Abstimmung kommen dürfen. Geht man streng nach den Statuten des Concorde Abkommens, dann ist diese Regeländerung, die am 11. Dezember dann vom FIA-Weltrat endgültig beschlossen wurde, nicht rechtsgültig.

Neues Punktesystem ohne positive Effekte

Auf die Frage, wer den neuen Modus bei der Sitzung der Formel 1-Kommission durchgedrückt hat, gibt es unterschiedliche Antworten. Die FIA schiebt es auf die Teams, die Teams wiederum behaupten, der Verband habe sie mit dem Antrag überrumpelt. Egal wer nun die Schuld trägt, die Maßnahme ist falsch. Sie erreicht nicht das, was sie erreichen soll. Zwei Fahrer bekommen nun mehr Punkte. Mehr nicht. Somit wird der Punktegewinn einfach nur entwertet.

Vergleicht man das neue System (25-20-15-10-8-6-5-3-2-1) mit dem alten (10-8-6-5-4-3-2-1), so fällt auf, dass sich bei den Punkeabständen zu früher praktisch nichts geändert hat. Der Punktelohn für die Plätze eins, zwei und drei (25-20-15) wurde einfach mit dem Faktor 2,5 multipliziert. Die Ränge vier bis sechs verlieren gegenüber der alten Variante. Hier beträgt der Faktor nur 2,0. Platz sieben bringt wie die Podestplätze das Zweieinhalbfache der alten Regelung, Rang acht sogar drei Mal so viele Zähler.

Der Unsinn der Neuregelung kann auch mit einem kleinen Rechenmodell deutlich gemacht werden. Zuvor konnte man einen Sieg (10 Punkte) durch einen zweiten und einen siebten Platz (8+2) wettmachen. Das ist jetzt auch der Fall. 20 plus 5 Punkte ergeben 25, also exakt die Punktezahl für einen Sieg.

Änderung am neuen Punktesystem noch möglich

Inzwischen ist zu erfahren, dass die Änderung im Punktesystem noch nicht in Stein gemeißelt ist. Sollte die Zahl der Teams durch Ausfälle bei den Neubewerbern auf 20 oder 22 schrumpfen, dann kehrt man möglicherweise zum alten Modell zurück. Es wäre ja auch lächerlich, wenn die Hälfte der Starter Punkte bekäme.

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Lesen Sie zum neuen Punktesystem auch den aktuellen Blog von F1-Experte Michael Schmidt!


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