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Verstappen im Kreuzfeuer

„Irgendwann endet es im Crash“

Verstappen vs. Räikkönen - GP Belgien 2016 Foto: xpb 62 Bilder

Max Verstappen war nach dem Rennen in Belgien das große Thema im Fahrerlager. Der Youngster geriet wegen seiner aggressiven Fahrweise in die Kritik. Gleich dreimal war der Publikumsliebling in Scharmützel mit den Ferrari-Piloten verwickelt.

28.08.2016 Tobias Grüner 5 Kommentare

70.000 zum Großteil holländische Zuschauer hatten in Spa-Francorchamps auf die große Max Verstappen-Show gehofft. Doch schon nach wenigen Metern war der Spaß vorbei. Eine Kollision mit Kimi Räikkönen in der Haarnadel beschädigte den auf Platz 2 gestarteten Red Bull so stark, dass alle Chancen auf einen Podium dahin waren.

„Vom Unterboden war ein großes Stück rausgerissen. Das hat 1,2 bis 1,5 Sekunden pro Runde gekostet. Und durch den fehlenden Abtrieb wurde auch der Reifenverschleiß erhöht“, erklärte Teamchef Christian Horner. „Danach war das Rennen praktisch gelaufen.“

Red Bull gibt Vettel Schuld an Startunfall

Dass sein Manöver in der La Source zu hart war wies Horner zurück. „Er hatte etwas zu stark durchdrehende Räder und kam deshalb schlecht weg. Dann brachte er sich innen in eine gute Situation. Er hatte sein Auto stets unter Kontrolle. Man konnte auch erkennen, dass Kimi ihn gesehen hat. Leider hat Sebastian (Vettel) außen etwas zu aggressiv eingelenkt und die Kollision dadurch ausgelöst. Es war aber ein normaler Rennunfall.“

Die Rennleitung sah das genauso und verteilte keine Strafen. Vettel wollte von einer Schuld auf seiner Seite nichts wissen: „Ich hatte den besten Start von allen und war schon vorne. Ich habe beim Einlenken geradeso Kimi gesehen. Dass Max noch auf der Innenseite war, konnte ich nicht erkennen.“

Später im Rennen begegneten sich Vettel und Verstappen erneut. Vettel überholte den Red Bull in der Haarnadel. Doch auf der langen Geraden zog sein Gegner wieder vorbei: „Das war vielleicht ein wenig unnötig. Ich war zu diesem Zeitpunkt viel schneller und habe ihn kurz danach ja auch wieder überholt.“

Duell mit Räikkönen erhitzt die Gemüter

Für die größten Diskussionen sorgten allerdings die Verteidigungsmanöver gegen Kimi Räikkönen. Mehrmals hielt Verstappen beinhart dagegen. Wie schon in Ungarn schmiss der Holländer mehrmals die Tür zu, als sein finnischer Kontrahent gerade zum Manöver angesetzt hatte.

„Ich habe nichts gegen hartes Rennfahrern. Aber wenn ich auf der Geraden eine Vollbremsung machen muss, dann ist das nicht korrekt“, schimpfte der nicht mehr ganz so coole Iceman anschließend. „Aus irgendeinem Grund finden das die Stewards okay. Aber wenn ich nicht gebremst hätte, wäre es zu einem riesigen Unfall gekommen. Aber wenn er so weiterfährt, passiert das sowieso irgendwann.“ Verstappen selbst wollte sich gar nicht auf Wortgefechte einlassen: „Das ist mir egal“, zuckte der Teenager mit den Schultern.

Auch Vettel hatte sich die Szenen angeschaut: „Ich mag ja eigentlich aggressive Fahrer. Aber es gab ein paar Dinge, über die wir reden müssen. Das werden wir wie Männer untereinander klären. Vielleicht besser nicht heute, weil das Rennen für beide nicht besonders gut gelaufen ist. Aber wir werden eine Gelegenheit finden.“

Wolff befürchtet Verstappen-Crash

Auch Niki Lauda hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Verstappen sei ein Fall für die Psychiatrie, empfahl der Mercedes-Aufsichtsrat. Auch ein paar zusätzliche Stunden in der Fahrschule würden nicht schaden. Mercedes-Kollege Toto Wolff kommentierte das Ganze etwas differenzierter: „Max ist erfrischend. Ich mag den Jungen einfach. Er hat keine Angst und keinen Respekt. Das erinnert mich an die großen Fahrer wie Lewis oder Senna. Man merkt auch, dass sich die anderen mittlerweile zweimal überlegen, wie sie ihn überholen.“

„Bis jetzt hat er gezeigt, dass er auf dem richtigen Weg ist. Die FIA hat noch keine Strafen ausgesprochen. Die einzige Konsequenz war, dass es in einigen Fahrerbesprechungen etwas ungemütlich wurde. Ich habe nur die Befürchtung, dass es irgendwann mit einem heftigen Unfall in der Mauer endet. Seine Ungestümtheit ist erfrischend, aber auch gefährlich.“

Christian Horner verteidigte seinen Fahrer und ging zum Gegenangriff über: „Ich bin überrascht, dass Toto einen Kommentar zu etwas abgegeben hat, das ihn eigentlich gar nicht betrifft. Max geht ans Limit. Das war sicher grenzwertig. Aber die Stewards haben keinen Anlass gesehen, eine Untersuchung einzuleiten. Die Fahrer werden das auf der Strecke unter sich ausmachen.“

Auf die Frage, ob er seinem Fahrer einen Ratschlag gegeben habe antwortete Horner scherzhaft: „Ich habe ihm gesagt, dass er besser niemandem erzählt, wo er in Monza übernachtet. Da könnte es ein paar verärgerte Italiener geben.“

Neuester Kommentar

Der kleine Holländer gehört eigentlich nochmal in die "Fahrschule" ... wäre das sicherste für alle beteiligten ....
Und wie schon richtig von "Loci" bemerkt, wo kein Platz ist, ist einfach keiner, auch nicht für einen wild gewordenen Holländer .... und wenn man den Start versaut, muss man auch mal zurückstecken können. Es hat ihn ja kein anderer Pilot behindert .... Ich finde auch seine Antworten auf Fragen ob er nicht etwas zu hart fährt sehr merkwürdig, und absolut unreif .... Zitat von Max "Ist mir egal" .... Das ist wirklich in mancher Hinsicht ein "Wunderkind" ...

Sebastian V. 29. August 2016, 08:51 Uhr
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