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Verwirrung beim Halo

Kommt der Heiligenschein doch 2017?

Sebastian Vettel - Ferrari - Halo 2 - Heiligenschein - Cockpitschutz - GP England 2016 Foto: sutton-images.com 65 Bilder

In der Debatte um den Heiligenschein wird viel Politik gemacht. Im Gegensatz zu der Behauptung von Fahrersprecher Alexander Wurz haben nicht alle Fahrer für den Halo gestimmt. Bernie Ecclestone verwirrte die Piloten mit der Ankündigung, der Heiligenschein könnte schon 2017 kommen.

30.07.2016 Michael Schmidt 1 Kommentar

Es ist ein Thema, das die Emotionen hochkochen lässt. Die FIA schwört auf den Halo als Cockpitschutz. Die Teams sind dagegen. Die meisten Fahrer dafür. Doch längst nicht alle, wie Fahrersprecher Alexander Wurz die Teams vor der Abstimmung in Genf schriftlich wissen ließ. „Ich habe gar nichts unterschrieben“, wehrt Nico Hülkenberg ab. „Unsere Fahrer auch nicht“, poltert Red Bull-Berater Helmut Marko.

Will Bernie die Hardliner ruhig stellen?

Auch Bernie Ecclestone zählt zu den Halo-Gegnern. Er fürchtet, dass die Formel 1-Autos mit dem Y-förmigen Gestell über dem Cockpit lächerlich aussehen und weitere Fans kosten werden. Trotzdem hat er bei der Fahrerbesprechung den Piloten Hoffnung gemacht. Er ließ durchblicken, dass bei positiven Tests mit dem Halo in Spa und Monza der Einsatz des Halo theoretisch auf 2017 vorgezogen werden könnte. Möglicherweise war es einer von Bernies Schachzügen, die Hardliner unter den Fahrern zu beruhigen.

Die Teams lehnen das ab. „Geht ja auch gar nicht. Die Ingenieure entwickeln die 2017er Autos jetzt mit Vollgas ohne Halo. Die können im September nicht alles wieder umwerfen“, winkt Hülkenberg ab. Der Cockpitbügel hat Auswirkungen auf die Aerodynamik, auf die Anströmung der Airbox und auf das Gewicht und den Schwerpunkt. Nach Aussage von FIA-Rennleiter Charlie Whiting wird die dritte Version des Heiligenscheins 9 Kilogramm wiegen. „Das hat Einfluss auf die Gewichtsverteilung, ja sogar auf den Radstand.“

Hülkenberg hat keine Angst vor Klaustrophobie

Hülkenberg begrüßt den Aufschub: „Die Idee ist nicht ausgereift. Es gibt zu viele Szenarien, wo dich der Halo beißen kann. Deshalb ist es gut, dass weiter getestet wird.“ Ein Problem könnte sein, dass einige Fahrer mit dem Gestell über dem Kopf unter Klaustrophobie leiden. Sebastian Vettel hatte solche Andeutungen nach seiner Test-Runde in Silverstone gemacht. Hülkenberg sieht für sich da keine Probleme: „Ich bin im Le Mans-Auto ohne Probleme mit Dach gefahren. Und da ist es ziemlich eng im Cockpit.“

Auch Niki Lauda drängt auf Warten: „Lasst doch erst einmal alle Fahrer mit dem Ding fahren. Dann werden wir sehen, was sie sagen. Wir wissen ja gar nicht, ob es auf bestimmten Strecken in bestimmten Kurven nicht Probleme mit der Sicht gibt.“ Marko kritisiert die einseitige Präsentation der Halo-Befürworter. „Verschiedene Unfallszenarien wurden gar nicht erwähnt. Sie haben hauptsächlich die aufgeführt, die für das Konzept sprechen.“

Hamilton ins andere Lager gewechselt

Interessanterweise ist der ehemalige Halo-Gegner Lewis Hamilton ins andere Lager übergelaufen. Der Weltmeister ließ sich von den besseren Überlebenschancen beeindrucken, die der Cockpitschutz bei herumfliegenden Objekten bietet. „Ich habe ein bisschen Sorge, wenn wir jetzt eineinhalb Jahre mit der Einführung warten. Die FIA hat etwas entwickelt, das besser ist, aber wir nutzen es noch nicht. Man kann nur hoffen, dass in der Zeit bis zur Einführung nichts passiert.“

Die Angst vor Klagen im Falle eines Unfalls ist eine der stärksten Waffen, die Fahrer-Vertreter Wurz ins Feld führt. Doch dieses Argument kann auch zum Bumerang werden. Was macht die FIA, wenn der Halo bei einem Unfall zum Totschläger wird? Auch da könnten Klagen drohen. Unter dem Gesichtspunkt wäre eine Einführung auf freiwilliger Basis die beste Lösung.

Neuester Kommentar

Lewis Hamilton hat Recht.

"Unter dem Gesichtspunkt wäre eine Einführung auf freiwilliger Basis die beste Lösung."

Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein?

Als nächstes fährt ein besonders mutiger / depperter mit Lederkappe und im Seidentutu, weil dadurch Gewicht gespart wird und der Schwerpunkt sinkt.

Proesterchen 30. Juli 2016, 22:14 Uhr
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