Wende in Silverstone
Vettel auf Titelkurs oder nur ein Strohfeuer?
Red Bull hat in Silverstone aufgetrumpft wie zuvor nur Brawn GP. Bedeutet das die Wende im Titelkampf? Sebastian Vettel sieht Anzeichen dafür. Teamchef Christian Horner will mit einer Antwort noch warten.
Sebastian Vettel fuhr ein Rennen nach Maß: Pole Position, schnellste Rennrunde, Sieg. Endlich einer auf trockener Strecke. "Jetzt hat er gezeigt, dass er nicht nur ein Regenmeister ist", freute sich Teamchef Christian Horner, der nach der Champagnerdusche im Red Bull Motorhome erst einmal seine Haare trocknen musste. So wie Vettel und Kollege Mark Webber den GP England dominiert haben, sieht es nach einer Wende in der Weltmeisterschaft aus. Vettel nahm Rubens Barrichello im schnelleren der beiden Brawn GP in den ersten 20 Runden 20 Sekunden ab.

Vettel · Button · Barrichello · Brawn GP · Red Bull · Saison 2009
Saison noch lange nicht vorbei
Das lässt auf eine spannende zweite Saisonhälfte hoffen. Vettel warnt seinen Gegner: "Diese Saison ist noch lange nicht vorbei. Wir sind mit unserem Entwicklungsschritt ein gutes Stück in die richtige Richtung gegangen." Auch Mark Webber glaubt, dass Red Bull die Brawn GP bei den restlichen neun Rennen unter Druck setzen kann. "Das Auto lief unglaublich. Ich kann dem Team nur gratulieren, dass sie so einen Schritt geschafft haben."
Der Australier blieb trotz der Galavorstellung seines Teams auf dem Teppich. "Diesmal haben die Bedingungen zu unserem Auto gepasst. In Istanbul hatte Button den Vorteil. Wir dürfen nicht vergessen, wie er uns da im ersten Turn davongeflogen ist." Je höher die Temperaturen sind, desto mehr kehrt sich die Schwäche der weißen Autos in eine Stärke um. Dann kämpft Red Bull mit dem Reifenverschleiß, während Button und Barrichello vom Reifen schonenden Auto profitieren.
Brawn GP wird nicht abgeschrieben
Rubens Barrichello gab die Niederlage zu, räumte allerdings ein. "Das war eine Red Bull-Strecke. Silverstone ähnelt dem Kurs von Shanghai. Auch da hatten wir Mühe die Reifen auf Temperatur zu bringen. Wir wurden unter Wert geschlagen." Christian Horner gibt dem Brasilianer Recht. "Es wäre dumm von uns, wegen des klaren Sieges Brawn GP abzuschreiben. Jetzt müssen wir auf einem anderen Streckentyp beweisen, dass wir die Form halten können. Wir wissen jetzt, dass unser neues Paket in Highspeed-Kurven und bei tiefen Temperaturen exzellent arbeitet."
Die positive Erkenntnis ist laut Horner, dass der massive Eingriff am Auto auf Anhieb funktioniert hat. "Wir haben die neuen Teile am Freitag ans Auto geschraubt und waren von der ersten Runde an schnell. Besonders erfreulich ist, dass wir auf beiden Reifentypen eine gute Figur abgegeben haben. Wir sind auf harten Reifen bis in die dritte Runde der Qualifikation vorgestoßen."
Bei Brawn GP wird man wegen des Ausrutschers nicht nervös. "Unser Manko waren ganz klar die zu niedrigen Reifentemperaturen. Das Auto selbst ist deswegen nicht schlechter geworden." Für das nächste Rennen am Nürburgring sind aerodynamische Modifikationen angesagt, die in Silverstone wegen der Reifenproblematik auf Eis gelegt wurden.
Button erstmals im Pech
Auch Jenson Button lässt sich vom sechsten Platz nicht aus der Ruhe bringen. Der Engländer weiß, dass er in der Startrunde viele Punkte liegen ließ. Drei Autos zogen an ihm vorbei, weil er hinter Trulli eingeklemmt war. "Als Jenson freie Fahrt hatte, war er so schnell wie Rubens. Er hat es nur im Training nicht geschafft, die Reifen wie Rubens anzuwärmen. Vielleicht liegt es an Jensons weichem Fahrstil."
Barrichello sieht in seinem ersten internen Sieg über Button ein Zeichen der Wende. "Jenson hatte eine Lauf, wo ihm alles zugeflogen ist. Er hat das optimal zu seinem Vorteil genutzt. Ein sechster Platz wirft ihn sicher nicht aus der Bahn, doch manchmal reicht ein Ereignis aus, um das Blatt zu wenden." Barrichello denkt dabei an sich und nicht an Vettel.
Autor: Michael Schmidt
Also ich denke nicht dass Vettel wirklich zu jung ist. Hamilton war bei seinem WM-Titel auch nur 23 Jahre alt. Vettel wird nun im Juli 22.
Man sollte nicht unterschätzen was er in der Lage ist zu fahren, nicht umsonst hat auch er schon 3 Siege zu verbuchen. Dass die Jugend dennoch zu Ungestühmtheit neigt, hat man aber auch bei Hamilton schon gesehen, als er die WM im Kiesbett wegwarf im letzten Jahr. Wieso sollte Vettel dann nicht auch noch den ein oder anderen Fahrfehler machen dürfen wie in der Türkei.
Ich denke er ist nicht zu jung für den Titel, aber mit Jenson Button liegt ein erfahrener Fahrer in der WM ganz vorne, und er wird sich seinen Riesenvorsprung den er hat wohl nicht nehmen lassen und ruhig bleiben auch nach dem 6. Platz in Silverstone, wohl wissend dass bald auch wieder Strecken kommen, die dem Brawn wieder besser liegen als dem Red Bull.
Bei aller Liebe, aber der Abstand ist doch viel zu groß. Vettel ist auch noch zu unreif für den WM-Titel, der darf ruhig noch mal 1-2 Jahre in die Lehre gehen. Zum Sympathieträger wie es Michael Schumacher war fehlt es bei ihm sowieso an der Austrahlung und Persönlichkeit, auf mich wirkt er immer einfach nur wie ein "Milchbubi" sorry, aber das ist so.
| Fahrer | Punkte | |
|---|---|---|
| 1. |
Jenson Button Brawn GP F1 Racing |
95 |
| 2. |
Sebastian Vettel Red Bull |
84 |
| 3. |
Rubens Barrichello Brawn GP F1 Racing |
77 |
| 4. |
Mark Webber Red Bull |
69,5 |
| 5. |
Lewis Hamilton McLaren Mercedes |
49 |





















































