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Vettel bleibt realistisch

"Mercedes muss Probleme haben"

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Formel 1 - Donnerstag - 18.6.2015 Foto: ams 122 Bilder

Sebastian Vettel hofft in Österreich auf ein besseres Wochenende als zuletzt in Kanada. Ohne technische Probleme sieht er Ferrari auf Podest-Kurs. "Wir müssen realistisch sein: Mercedes bleibt der Favorit."

18.06.2015 Andreas Haupt

Sebastian Vettel beendete den GP Kanada nur auf dem fünften Rang. Es war sein schlechtestes Ergebnis nach dem GP Bahrain, den der vierfache Formel 1-Weltmeister ebenfalls auf der fünften Position abschloss. Im Wüstenstaat aufgrund von eigenen Fehlern. In Kanada war die Technik schuld. Weil im Zeittraining eine Steuerbox die MGU-H lahmlegte. Dazu brummten die Kommissare Vettel eine Strafe von fünf Startplätzen auf. Im dritten Training überholte er Roberto Merhi unter roter Flagge.

Vettel hofft auf größere Entwicklungsschritte

Im Rennen selbst zeigte der Ferrari-Pilot beherzte Überholmanöver. Und eine gute Geschwindigkeit. In 32 der insgesamt 70 Runden war er schneller als der spätere Sieger Lewis Hamilton. Was unweigerlich die Frage aufwirft, ob Vettel die Mercedes unter normalen Umständen herausfordern hätte können. "Hätte, wäre, wenn: Das hilft nichts. Es stimmt, dass wir besonders im zweiten Teil eine gute Pace hatten, als wir nicht mehr im Verkehr festgesteckt waren. Es wäre interessant gewesen zu sehen, was passiert wäre. Aber wir werden es nie herausfinden", sagte der Heppenheimer am Donnerstag in Österreich. "Wir werden auch nie wissen, was Mercedes noch in der Hinterhand gehabt hätte."

In Spielberg will der WM-Dritte zumindest auf seine gewohnte Position hinter den Mercedes zurückkehren. "Wenn alles normal läuft, sollten wir wieder weiter vorne stehen im Qualifying und das Rennen weiter vorn beenden."

Doch reicht es für einen Angriff auf die Silberpfeile? "Wir müssen realistisch sein. Um Mercedes herausfordern zu können, brauchen wir ein perfektes Wochenende. Und sie müssen Probleme haben. Besonders auf einer Strecke wie hier", ordnet er seine Chance ein. Die langen Geraden und Bergauf-Stücke dürften Mercedes mit dem starken V6-Turbo in den Karten spielen. Zwar hat Ferrari in Kanada mit einem neuen Zylinderkopf aufgerüstet, doch Mercedes sollte in Sachen Power immer noch vorne sein. Auch beim Abtrieb hinken die Italiener hinterher. In den mittelschnellen und schnellen Ecken im mittleren und hinteren Teil des Red Bull-Rings sollte der AMG W06 die Messlatte im Formel 1-Feld sein.

Momentan liegt Ferrari auf Platz zwei in der Konstrukteurs-WM. Mit insgesamt 180 Punkten und 105 Zählern Rückstand auf Mercedes. Auch in der Fahrerwertung zeigt sich dieses Bild. Vettel und Räikkönen belegen die Ränge hinter Hamilton und Rosberg. Bislang konnte Mercedes alle Fortschritte von Ferrari kontern. Vettel hofft, dass sich das bald ändern wird. "Von Strecke zu Strecke variiert der Unterschied zwischen uns. Es ist nicht einfach für uns, die Lücke zu schließen. Weil auch sie Fortschritte machen. Hoffentlich können wir bald größere machen, und in der zweiten Saisonhälfte näher dran sein."

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